Die Sendung im Detail

Weitere Infos zur aktuellen Sendung

Steine auf den ersten Bus, (Fotomontage, Quelle: rbb)

Steine auf den ersten Bus

Für Reisende zwischen beiden Ländern ging es hin- und her, d. h. mal war die Grenze offen, mal geschlossen. Erst im Frühjahr '91 wurde die volle Visafreiheit im Grenzverkehr eingeführt. Die Nacht zum 8. April sollte eigentlich ein großartiges Ereignis werden. Und Bilder aus Frankfurt (Oder) gingen damals tatsächlich um die Welt - allerdings ganz andere, als erwartet!

Klassenfoto 1932. Quelle: rbb

Das Zusammenleben in der Zwischenkriegszeit - Die vergessene Grenze

Kaum war der erste Weltkrieg vorbei, eroberten polnische Freiheitskämpfer den größten Teil der bislang preußischen Provinz Posen, heute Großpolen (Wielkopolska). Die Region wurde polnisch - nach über 200 Jahren Teilung durch die Großmächte Preußen, Russland, Habsburg hatte Polen wieder eine eigene Staatlichkeit. Das Zusammenleben zwischen Deutschen und Polen im damaligen Grenzgebiet ging weiter. Zwei hochbetagte Frauen erinnern sich.

Der Publizist Christoph Dieckmann, Quelle: rbb

Christoph Dieckmann über die kleine Reisefreiheit in den 1970er Jahren - "Ich war euphorisch"

Für den Publizisten Christoph Dieckmann, Jahrgang 1955, war der visafreie Verkehr zwsichen der DDR und Polen 1972 bis 1980 eine glückliche Phase der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Dieckmann nutzte die Freiheit, um polnische Jazz- und Rockmusik kennenzulernen, knüpfte viele Kontakte, trank massenhaft "Herbata" (Tee) und las dabei ausliegende West-Zeitschriften, was in der DDR nicht möglich war. Tim Köhler hat Dieckmann nach seinen Eindrücken von damals befragt.

Die Kosmologie des Christian Wünsch, Quelle: rbb

Als die Viadrina ihre Pforten schloss - Die "verschiffte" Universität

Es war eine logistische Großaktion: 140 Kisten, 28 000 Bücher, das anatomische Kabinett und die Raritäten des Botanischen Gartens wurden im Sommer 1811 in Frankfurt eingepackt und verschifft. Warum? Der König hatte die Universität geschlossen  - und nach Breslau verlegen lassen. Noch heute finden sich dort interessante Spuren der alten Alma Mater Viadrina.

Linktipps

Theodor Archiv

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor 24.04.2016 18:32

    Deutsch-polnische Grenzgeschichten:+++Als die Grenze schon mal offen war+++Das Phänomen "Polenmarkt"+++Steine auf den ersten Bus+++Die vergessene Grenze+++Die verschiffte Universität+++ Moderation: Gerald Meyer

    Gartenzwerge auf polnischem Grenzmarkt, Quelle: rbb

    Grenzbasare und ihre Vorläufer - Das Phänomen "Polenmarkt"

    Der Potsdamer Platz in West-Berlin wird Ende der 80er Jahre zu einem einzigartigen Handelsplatz zwischen Polen und Deutschen. 1988 erlaubt Warschau seinen Bürgern die Reisefreiheit. Und schon bald machen sich  jedes Wochenende zehntausende Polen auf die Reise ins visumsfreie Berlin, um zu handeln.

    Steine auf den ersten Bus, (Fotomontage, Quelle: rbb)

    Die Grenzöffnung vor 25 Jahren - Steine auf den ersten Bus

    Für Reisende zwischen beiden Ländern ging es hin- und her, d. h. mal war die Grenze offen, mal geschlossen. Erst im Frühjahr '91 wurde die volle Visafreiheit im Grenzverkehr eingeführt. Die Nacht zum 8. April sollte eigentlich ein großartiges Ereignis werden. Und Bilder aus Frankfurt (Oder) gingen damals tatsächlich um die Welt - allerdings ganz andere, als erwartet!

    Klassenfoto 1932. Quelle: rbb

    Das Zusammenleben in der Zwischenkriegszeit - Die vergessene Grenze

    Kaum war der erste Weltkrieg vorbei, begann ein Aufstand im deutschen Osten. Polnische Freischärler eroberten den größten Teil der preußischen Provinz Posen, heute Großpolen. Die Region wurde in die neue polnischen Republik eingegliedert. Deutsche und Polen waren seitdem durch eine bewachte Grenze getrennt. 

    Die Kosmologie des Christian Wünsch, Quelle: rbb

    1811 wurde die Viadrina in Frankfurt aufgelöst - Die verschiffte Universität

    Es war eine logistische Großaktion: 140 Kisten, 28 000 Bücher, das anatomische Kabinett und die Raritäten des Botanischen Gartens wurden im Sommer 1811 in Frankfurt eingepackt und verschifft. Warum? Der König hatte die Universität geschlossen  - und nach Breslau verlegt. Noch heute finden sich dort - im Gegensatz zu Frankfurt - Spuren der alten Alma Mater Viadrina.

  • Maßkrüge auf der Schänke in einem Biergarten (Quelle: dpa)

    Wenn das Bier zum Inhalt des Studiums wird - Eine feucht-fröhliche Hochschule

    Tief ins Glas schauten Berliner Studenten, die seit Kaisers Zeiten Brauereiwesen studierten. Die Hochschule im Wedding war eine Art Notmaßnahme, um die Qualität der Berliner Biere zu verbessern. Die wissenschaftliche Herangehensweise trug Früchte, denn im Zeitalter der Industrialisierung waren die größten Brauereien der Welt an der Spree.

    Bis 1980 kaufte das Apothekenmuseum Cottbus in diesem Raum Kräuter auf. - Quelle: rbb

    Bier aus der Apotheke

    Über die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Bier werden allerlei Gerüchte verbreitet. Die traditionsreiche Löwen-Apotheke von 1568 in Cottbus, die heute ein Museum beherbergt, hatte sogar ein Braurecht.

     

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 20.03.2016 18:32

    30 Jahre nach Tschernobyl:

    +++Mein Nachbar, das Atomkraftwerk+++Zwischen Propaganda und Wahrheit+++Die einsamen Friedensfahrer+++Lise Meitner in Berlin+++

    Moderation: Gerald Meyer

    Die Friedensfahrt startete hundert Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt.

    Radeln in Reaktornähe - Die einsamen Friedensfahrer

    Das Reaktorunglück von Tschernobyl  war gerade neun Tage her, die strahlende Ruine noch nicht annähernd versiegelt. Da machten sich Radsportler aus der DDR auf den Weg nach Kiew, nur hundert Kilometer vom Gefahrenherd entfernt. Am 6. Mai 1986 begann dort die Internationale Friedensfahrt, das größte Etappen-Radrennen des Ostens.  Es war eine gespenstische Veranstaltung.

    Propaganda aus Ost und West, Quelle: rbb

    Gefahren nach dem Reaktorunfall - Zwischen Propaganda und Wahrheit

    Wie schlimm stand es wirklich während der Katastrophe von Tschernobyl - hierzulande? Wieviel Radioaktivität kam tatsächlich an? Nur wenige Menschen in der DDR - aber auch im Westen - konnten sich ein reales Bild machen von der Gefahr. Der Ostberliner Physiker Sebastian Pflugbeil ist heute noch empört darüber, wie Politiker, aber auch Fachleute damals die Gefahren verharmlost hatten.

    Teil des Kernkraftwerkes Rheinsberg (Quelle: dpa)

    Das KKW Rheinsberg vor und nach Tschernobyl - Mein Nachbar, das Atomkraftwerk

    Wie ein Raumschiff von einem anderen Stern landete in den 1960er Jahren das Kernkraftwerk Rheinsberg am schönen Stechlin. Die Blockwarte des ersten kommerziellen KKW erinnert noch ans Raumschiff Orion und auch die Besatzung war wie von einem anderen Stern. Euphorische junge Wissenschaftler eroberten mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein die verträumte Kleinstadt, die nun auch ein bedeutendes Forschungszentrum wurde.

    Lise Meitner, Quelle: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem

    Ein Leben für die Physik - Lise Meitner in Berlin

    Kernenergieforschung hat in Berlin eine lange Tradition. Sie ist mit dem Namen Otto Hahn verbunden, dem Chemie-Nobelpreisträger für die Entdeckung der Kernspaltung. Heute ist sich die Fachwelt einig: Hahn hätte den Preis nicht allein verdient. Der Anteil von Lise Meitner an der Entdeckung ist mindestens gleichrangig.

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 06.03.2016 18:32

    +++  Bergbau für Berlin: Eine Grube in der Prignitz +++  Ein Bergbauunternehmer und seine Tochter +++  Das vergessene Schicksal der Zwangsarbeiter +++ Verlorene Dörfer durch DDR-Bergbau +++ Geschichten vom Kumpeltod +++

  • Gerald Meyer im Gespräch mit Museumsleiter Marius Krohn (links). Quelle: rbb/Pilarski

    Theodor vom 21.02.2016

    Autos, Straßen und Chauffeure: +++Der Unfall von Nackel+++Brennabor-Autos vom Fließband+++Fluchtpunkt Michendorf+++Training für DDR-Staatschauffeure+++Die Rallye Monte Lugau+++

    Wrack des Welfenprinzen, Quelle: rbb/Ortschronistin Nackel

    Der Unfall von Nackel

    Im Mai 1912 verunglückt der Erbprinz des Hauses Hannover in seinem Auto auf Höhe des Dörfchens Nackel bei Friesack. Bei den Trauerfeierlichkeiten kommen sich die verfeindeten Adelshäuser Hohenzollern und Hannover näher. Ein Jahr später kommt es zur Traumhochzeit von Prinzessin Victoria und Prinz Ernst August - das letzte große Fest des europäischen Hochadels vor dem ersten Weltkrieg. 

    Brennabor war einst eine große Automarke, Quelle: rbb

    Brennabor - Autos am Fließband

    "Ein Stückchen Blech, ein bisschen Rohr - fertig ist der Brennabor" lautete ein etwas abschätziger Slogan der Konkurrenz für die Autos der Brandenburger Brennabor-Werke in den 1920er Jahren. Dank der Großserienfertigung vom Fließband waren die Brennabor-Autos seinerzeit allerdings auch sehr viel günstiger zu haben als die anderer deutscher Hersteller.

    Grenzübergang, ca 1972, Quelle: rbb

    Fluchtpunkt Michendorf

    1975 auf dem Weg nach Michendorf, der Raststätte an der Transitstrecke Richtung Helmstedt. Der Vater von Theodor-Reporterin Theresa Majerowitsch setzt einen Freund an der Raststätte ab. Er wird ihn erst viele Jahre später wiedersehen.  

    Honeckers Chauffeure

    Bernd Brückner war der oberster Personenschützer und so etwas wie der Chef der Chefchauffeure. 13 Jahre lang wachte der Stasi-Offizier über das Leben von Erich Honecker, dem Partei- und Staatschef. Der Aufwand, mit dem die Nummer eins der DDR abgeschirmt wurde, war in der Welt des Sozialismus beispiellos. Brückner unterstand eine Truppe von 28 motorisierten Leibwächtern.

    Schwalbenrennen - Ralley Monte Lugau 1994, Quelle: rbb/Weidemann

    Die Rallye Monte Lugau

    1994 entdeckte der "Rasende Reporter" Attila Weidemann für seine ORB-Fernsehsendung das kleine Dörfchen Lugau im Elbe-Elster-Kreis - und fand dort viele Gleichgesinnte, die sich für die "Schwalbe" und andere DDR-Mopeds begeisterten.

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 07.02.2016 18:32

    +++ Ernst Litfaß: Der Säulenheilige von Berlin +++ Leuchtreklame als Sensation +++ Die kuriose Werbewelt der DDR +++ Kosmetik fürs West-Berliner Image +++ Wie Westwerbung den Osten eroberte +++

    Neonröhrenkunst gab es nicht nur beim Eisenhüttenkombinat Ost - Leuchtreklame in der DDR

    Einer der größten Hersteller von Lichtreklamen in der DDR und in anderen Ostblockstaaten war der VEB Neontechnik in Halle. Insbesondere Großprojekte wurden realisiert. Der VEB wurde 1962 als eigenständiger Betrieb aus der DEWAG, der SED-nahen Werbe- und Anzeigengesellschaft, herausgenommen.  Im Jahre 1985 ging der VEB Neontechnik im Kombinat „Elektrotechnik“ auf.

    17 Jahre lang gab es im DDR-Fernsehen eine eigenständige Werbesendung - "Tausend Tele-Tips" - Quotenbringer im DDR-Fernsehen

    Am 1. Juni 1959 flimmerte die erste DDR-Fernsehwerbung über die Mattscheibe. Sie nannte sich „Notizen für den Einkauf“.  Ab 1960 hieß sie „Tinas 1000 Tele-Tips“, später „1000 kleine Dinge“. In meist nur 15 Sekunden langen Spots wurden Lebensmittel, Möbel, technische Geräte angepriesen. Oft aber auch Hinweise zum korrekten Anlegen der Arbeitsbekleidung oder zur Ernährung.

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 24.01.2016 18:32

    Moderation: Gerald Meyer

    Ganz unten - Bergbau-, Bunker- und Bohrgeschichten

    +++Bohrturmexplosion in Lenzen+++Die wilden Bohrer+++Fotopuzzle unter Wasser+++Der Bunker unterm Kudammkarree+++Die zerlöcherte Stadt - Bergbauspuren in Frankfurt (Oder)+++

    Ruine des Bohrturms bei Lenzen. Quelle: rbb/BStU

    Bohrturmexplosion in Lenzen

    Am 25. Juli 1969 explodierte bei Lenzen ein Erdölbohrturm. Eine Erkundungsbohrung für ein Ölfeld an der deutsch-deutschen Grenze nahm einen katastrophalen Ausgang. Für den Bohrmeister kam jede Hilfe zu spät, andere Arbeiter erleiden schwere Verbrennungen.  

    Jürgen Böhme und Peter Kraus in den 1970er Jahren. Quelle: privat

    Die wilden Bohrer

    Bohrerblut ist keine Buttermilch: Das ist das Lebensmotto von Jürgen Böhme und Peter Kraus. Die beiden suchen nach Spuren ihrer beruflichen Vergangenheit in Berkenbrück bei Fürstenwalde. Damals waren sie Mitarbeiter eines geologischen Erkundungstrupps.  

    Wrack eines Kaffenkahns im Werbellinsee. Quelle: rbb

    Fotopuzzle unter Wasser

    Wer, außer hartnäckigen Eisbadern, geht im Januar schon freiwillig in den Werbellinsee? Es sind Taucher, Unterwasserarchäologen, die sich vorzugsweise um diese Zeit auf den Weg in die Tiefe machen. Systematisch erkunden sie auf dem Seegrund die Wracks versunkener Schiffe, der Kaffenkähne.

    Essensausgabe im Atombunker unterm Kudammkarree. Quelle: rbb

    Der Ku'damm-Bunker

    Die Ansage wäre übers Radio gekommen. Kurz vor einem drohenden Kernwaffenschlag hätten die Charlottenburger unverzüglich ins Kudamm-Karree kommen sollen. Und erst in diesem Augenblick hätten es die Westberliner erfahren: Ausgerechnet unter der Komödie am Kurfürstendamm gab es für den Ernstfall einen Bunker!

    Tagbruch am Frankfurter Rangierbahnhof. Quelle: U. Schultheiß

    Die zerlöcherte Stadt - Bergbauspuren in Frankfurt

    Im April 2004 wäre es nahe des Frankfurter Rangierbahnhofs beinahe zum Unglück gekommen. Ein Loch, so groß wie ein Einfamilienhaus. Solche Krater soll es in Frankfurt immer wieder geben.  Es sind die sichtbaren Folgen des Braunkohlabbaus. 16 Gruben, unzählige Stollen und Versorgungsschächte durchziehen Frankfurts Untergrund.