Die Sendung im Detail

Weitere Infos zur aktuellen Sendung

Theodor-Moderator Gerald Meyer während einer Moderation vor dem Schulmuseum Reckahn. - Quelle: rbb

Wie man einen Moderator zum Niederknien zwingt... - Zu Gast im Schulmuseum Reckahn

Die Aufzeichnung der Moderation für diese Sendung musste ganz einfach in einer Umgebung erfolgen, die mit dem Thema Schule zu tun hat. Im Rochow-Museum in Reckahn fanden wir ideale Bedingungen vor. Das berühmte Dorfschulhaus in Reckahn zog schon vor über 200 Jahren Besucher aus ganz Europa an. Es wurde im Jahr 1773 durch das Gutsherrenpaar von Rochow auf eigene Kosten errichtet. Hier probierte Friedrich Eberhard von Rochow aus, auf welche Gegenliebe sein weltliches Lesebuch "Der Kinderfreund" bei den Schülern stieß.

 

 

 

Fritz Kschammer aus Klein Lieskow hat an mehreren Lehrbüchern für die niedersorbische Sprache gearbeitet. - Quelle: rbb

Exklusiv für Theodor - Lehrer Fritz Kschammer erinnert sich

Die 7. Durchführungsbestimmung der Volksbildung der DDR im Jahr 1964  "... hat der sorbischen Sprache das Genick gebrochen", erinnert sich Fritz Kschammer, ehemaliger Sorbischlehrer. Denn sie legte fest, dass das Erlernen der sorbischen Sprache ab sofort fakultativ sei. Daraufhin wurde der Sorbischunterricht in die Früh- oder Spätstunden des Stundenplans gelegt. Mehrere tausend Schülerinnen und Schüler meldeten sich innerhalb kurzer Zeit vom Sorbischunterricht ab. Fritz Kschammer erzählt das für uns in niedersorbischer Sprache.

Dank des Schulfernsehens über den sozialistischen Tellerrand geschaut. - Quelle: DFF/rbb

Als sich der DDR-Lehrplan nach dem Fernsehprogramm richtete - English for You - der Klassiker

Mit Hilfe von Muttersprachlern, Zeichentrickfilmen und gespielten Szenen lernten die Schüler in der DDR ab Klasse 7 mit "English for you" die Eigenheiten der englischen Sprache. Zwischen 1963 und 1966 entstanden 35 Sendungen für den Fernsehfunk der DDR. Unvergessen - die Fernseh-Lehrerin, die Engländerin Diana Loeser. Sie kam als Kommunistin im Jahr 1956 mit ihrem Mann, einem deutschen Emigranten, in die DDR. Die beiden Hauptakteure hießen Tom und Peggy. Beide ebenfalls echte Briten, die extra für diese Sendungen in die DDR übergesiedelt waren. Später, Ende der 1970er Jahre, wurden 53 neue Folgen produziert. Dann hieß das Schauspielduo Dave und Jenny.

 

 

Mancher Neulehrer hatte selbst gar keinen Schulabschluss, wurde aber dringend gebraucht. - Quelle:

Die DDR brauchte nach dem Krieg Neulehrer zu Tausenden - Von der Werkbank in die Schule

Sie kamen frisch von der Front, aus den Betrieben oder hatten selbst gerade die Schule beendet - die Neulehrer. Sie waren dringend notwendig, um kurz nach dem 2. Weltkrieg den Heranwachsenden in der jungen DDR den neuen Weg in die sozialistische Zukunft weisen zu können. Dass die Neulehrer das Wort Pädagogik selbst kaum buchstabieren konnten geschweige denn vermitteln, spielte eine untergeordnete Rolle. Wichtig war, dass der braune Geist aus den Schulhäusern verjagd wurde und innerhalb kürzester Zeit wieder mit dem Unterrichten begonnen wurde.

Seit 1959 wurde an Westberliner Schulen Sexualkunde gelehrt. - Quelle:

Zwischen Ablehnung und heißer Zustimmung - Sexualkunde im Unterricht

Kaum ein Thema war an Westberliner und westdeutschen Schulen so provozierend wie die Einführung des Sexualkundeunterrichts. Hartgesottene Konserative wetterten gegen aufrührerische Revoluzzer, denen offensichtlich gar nichts mehr heilig zu sein schien. Die wiederum ereiferten sich über die Ignoranz der Alten, die für tolerante Lebensformen und Gleichberechtigung in Ehe und Familie nichts übrig hatten. Die Jungen waren froh über die Portion Aufklärung und das Wissen, dem althergebrachten Schamgefühl den Kampf anzusagen.   

Theodor Archiv

  • Moderator Gerald Meyer (rechts) im historischen Leitstand der Schleuse Eisenhüttenstadt. Quelle: rbb

    Theodor

    Thema: 125 Jahre Oder-Spree-Kanal: +++ Die Zwillingsschachtschleuse Eisenhüttenstadt +++ Der Friedrich-Wilhelm-Kanal +++ Geheimnisvolle Vortrageschiffe +++ Promipartys in Müllrose +++ Von Fürstenwalde in den Atlantik +++ Seezeichentester am Müggelsee +++ Moderation: Gerald Meyer

    Treideln bei Groß Lindow, Quelle: rbb

    Der Friedrich-Wilhelm-Kanal

    Der Friedrich-Wilhelm-Kanal zwischen Brieskow und Müllrose ist heute nicht mehr in Betrieb. Im 17. Jahrhundert aber war er DER Schifffahrtsweg, der Berlin zur Handelsmetropole und zur Großstadt machte!

    Mülroser Schiffbauer im 19. Jahrhundert. Quelle: rbb/Heimatmuseum Müllrose

    Was ist ein Vortrageschiff?

    Diesen Begriff kannten nicht einmal manche Experten: Ein Vortrageschiff... hm. Steht da ein Redner drauf und trägt was vor? Oder ist es ein besonderer Lastenträger? Oder sogar eine Art Theaterschiff? Im Müllroser Heimatmuseum weiß man mehr.  

    Bruno Vowe. Quelle: Museum Fürstenwalde

    Der U-Boot-Kommandant aus Fürstenwalde

    Im zweiten Weltkrieg galt er als Held: Bruno Vowe. Er hatte es von der Kleinstadt an der Spree auf die Weltmeere geschafft.  Ein Fürstenwalder als Kommandant der Fürstenwalde - und überzeugter Nazi. Lange Zeit war er in der Stadt vergessen.

    Seezeichenversuch am Müggelsee um 1913, Quelle: rbb/Dt.Technikmuseum

    Die Seezeichentester vom Müggelsee

    Wo testet man am besten Seezeichen? Ganz bestimmt nicht an einem märkischen See, oder? Doch! Ausgerechnet am Müggelsee in Friedrichshagen wurde 1913 das erste deutsche Seezeichen-Versuchsfeld eröffnet. Deutschland war im 19. Jahrhundert  wegen seiner Zersplitterung hoffnungslos zurückgefallen – jeder Fürst mit Küste hatte sein eigenes Seezeichensystem.

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Rebellen in der Kunst - Theodor 19.06.2016 18:32

    Künstler geben ganz unterschiedlich und ganz persönlich ihren kritischen Kommentar ab zu den existierenden gesellschaftlichen Verhältnissen. Moderator Gerald Meyer meldet sich aus dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus. Dort befindet sich erstaunlich viel „Rebellisches“.

    Auf dem Gemälde von Otto Dix wirkt Anita Berber alles andere als schön. - Quelle: rbb-repro

    Kratzen an der bürgerlichen Fassade - Die Nackttänzerin Anita Berber

    Anita Berber war eine außergewöhnliche, früh verstorbene Nackttänzerin, die in ihrer Zeit sehr stark polarisierte. Ihr Ausbrechen aus der Frauenrolle inspirierte andere Künstler – der Maler Otto Dix porträtierte sie, der Schriftsteller Klaus Mann fand sie faszinierend, aber abscheulich.

    Die Peitzer Jazz-Werkstatt war zu DDR-Zeiten ein Mekka für alternative Künstler. - rbb

    Musik machen gegen den Strom - Jazz-Mekka Peitz

    Die alternative Kunstszene schuf sich in Cottbus und Peitz mit dem großen Jazzfestival einen Freiraum und damit eine Subkultur für Aussteiger, die einen heute staunen lassen. In dieser Nische wurde  gemalt, musiziert und performt.

     

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 05.06.2016

    Thema: Wie junge Leute "ihr Ding" machten. Moderation: Gerald Meyer

    +++Die Rollheimer vom Potsdamer Platz+++Die Stehbrettsegler+++Die Nackten vom Motzener See+++Punks und Popper in Lugau+++Die ersten Wandervögel+++

    Früher wohnten diese Herren in Wohnwagen am Potsdamer Platz. Quelle: rbb

    Die Rollheimer vom Potsdamer Platz

    Das Rollheimer-Dorf am Potsdamer Platz hat 1981 als erster Wagenplatz Berlins seinen Anfang genommen und damit auch den Begriff "Rollheimer" geprägt, der heute allgemein gebräuchlich ist.

    Die Stehbrettsegler

    Anfang der 1970er Jahre schwappte eine neue Mode aus dem Westen in die DDR: Das Stehbrettsegeln! Das was, bitte? Stehbrettsegeln war die DDR-Sprachschöpfung für Windsurfen in der Mangelgesellschaft. Wie gut, dass es Menschen mit Improvisationstalent gab.

    FKK am Motzener See. Quelle: AKK Birkenheide e.V.

    Die Nackten vom Motzener See

    Sie feiern die Schönheit des nackten Körpers  - das hat es hier vorher nie gegeben. 1921 zeigen sich die ersten Nackten am Motzener See. "Neu-Sonnland" taufen sie das Gelände und Freikörperkultur das, was sie hier treiben, um sich von "anrüchigem Gewerbe" abzugrenzen.

    Autor und Konzertveranstalter: Alexander Kühne Quelle: rbb

    Punks und Popper in Lugau

    Punker und Popper trafen sich in den letzten Jahren der DDR an einem besonderen Ort. In der Dorfkneipe von Lugau: im Extrem Club. Zu Hunderten pilgerten Jugendliche aus Berlin, Dresden und Leipzig in das 400 Seelendorf bei Doberlug-Kirchhain. 

    Wandervogel-Gründer Karl Fischer

    Die ersten Wandervögel

    Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Wälder rund um Berlin – 1901 sind Deutschlands erste Wandervögel unterwegs.  Es ist der Beginn einer großen Jugendbewegung, die ihren Ausgangspunkt am Steglitzer Gymnasium nimmt.

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 22.05.2016 18:32

    Wie haben unsere Vorfahren ihr Handwerk betrieben? Um diese Frage zu beantworten, geht "Theodor - Geschichte(n) aus der Mark" bis in die Bronzezeit zurück. Andere Themen sind das Schuster- und Müllerhandwerk, die Weißgerberei sowie die Geschichte der Innungsladen.  

    Ehren-Obermeister der Schneiderinnung Willy Schirmer aus Doberlug ca. 1968. - Quelle: Konstanze chirmer

    Wie das Museum Finsterwalde zu einem besonderen Schatz gekommen ist - Die Innungslade der Schneider von Doberlug

    Schneidermeister Willy Schirmer aus Doberlug war bis zu seiner Rente Anfang der 1980er Jahre  der langjährige Ehren-Obermeister des Schneiderhandwerks. Zu DDR-Zeiten gab es den Begriff Innung so nicht, aber im Prinzip existierten die Handwerker-Zünfte weiter wie vor dem Krieg: Das bedeutete, dass es eine Lade gab, die im Beisammensein aller Meister gelegentlich geöffnet worden ist.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor 24.04.2016 18:32

    Deutsch-polnische Grenzgeschichten:+++Als die Grenze schon mal offen war+++Das Phänomen "Polenmarkt"+++Steine auf den ersten Bus+++Die vergessene Grenze+++Die verschiffte Universität+++ Moderation: Gerald Meyer

    Gartenzwerge auf polnischem Grenzmarkt, Quelle: rbb

    Grenzbasare und ihre Vorläufer - Das Phänomen "Polenmarkt"

    Der Potsdamer Platz in West-Berlin wird Ende der 80er Jahre zu einem einzigartigen Handelsplatz zwischen Polen und Deutschen. 1988 erlaubt Warschau seinen Bürgern die Reisefreiheit. Und schon bald machen sich  jedes Wochenende zehntausende Polen auf die Reise ins visumsfreie Berlin, um zu handeln.

    Steine auf den ersten Bus, (Fotomontage, Quelle: rbb)

    Die Grenzöffnung vor 25 Jahren - Steine auf den ersten Bus

    Für Reisende zwischen beiden Ländern ging es hin- und her, d. h. mal war die Grenze offen, mal geschlossen. Erst im Frühjahr '91 wurde die volle Visafreiheit im Grenzverkehr eingeführt. Die Nacht zum 8. April sollte eigentlich ein großartiges Ereignis werden. Und Bilder aus Frankfurt (Oder) gingen damals tatsächlich um die Welt - allerdings ganz andere, als erwartet!

    Klassenfoto 1932. Quelle: rbb

    Das Zusammenleben in der Zwischenkriegszeit - Die vergessene Grenze

    Kaum war der erste Weltkrieg vorbei, begann ein Aufstand im deutschen Osten. Polnische Freischärler eroberten den größten Teil der preußischen Provinz Posen, heute Großpolen. Die Region wurde in die neue polnischen Republik eingegliedert. Deutsche und Polen waren seitdem durch eine bewachte Grenze getrennt. 

    Die Kosmologie des Christian Wünsch, Quelle: rbb

    1811 wurde die Viadrina in Frankfurt aufgelöst - Die verschiffte Universität

    Es war eine logistische Großaktion: 140 Kisten, 28 000 Bücher, das anatomische Kabinett und die Raritäten des Botanischen Gartens wurden im Sommer 1811 in Frankfurt eingepackt und verschifft. Warum? Der König hatte die Universität geschlossen  - und nach Breslau verlegt. Noch heute finden sich dort - im Gegensatz zu Frankfurt - Spuren der alten Alma Mater Viadrina.

  • Maßkrüge auf der Schänke in einem Biergarten (Quelle: dpa)

    Wenn das Bier zum Inhalt des Studiums wird - Eine feucht-fröhliche Hochschule

    Tief ins Glas schauten Berliner Studenten, die seit Kaisers Zeiten Brauereiwesen studierten. Die Hochschule im Wedding war eine Art Notmaßnahme, um die Qualität der Berliner Biere zu verbessern. Die wissenschaftliche Herangehensweise trug Früchte, denn im Zeitalter der Industrialisierung waren die größten Brauereien der Welt an der Spree.

    Bis 1980 kaufte das Apothekenmuseum Cottbus in diesem Raum Kräuter auf. - Quelle: rbb

    Bier aus der Apotheke

    Über die angeblich gesundheitsfördernde Wirkung von Bier werden allerlei Gerüchte verbreitet. Die traditionsreiche Löwen-Apotheke von 1568 in Cottbus, die heute ein Museum beherbergt, hatte sogar ein Braurecht.

     

  • Logo: Theodor (Quelle: rbb)

    Theodor 20.03.2016 18:32

    30 Jahre nach Tschernobyl:

    +++Mein Nachbar, das Atomkraftwerk+++Zwischen Propaganda und Wahrheit+++Die einsamen Friedensfahrer+++Lise Meitner in Berlin+++

    Moderation: Gerald Meyer

    Die Friedensfahrt startete hundert Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt.

    Radeln in Reaktornähe - Die einsamen Friedensfahrer

    Das Reaktorunglück von Tschernobyl  war gerade neun Tage her, die strahlende Ruine noch nicht annähernd versiegelt. Da machten sich Radsportler aus der DDR auf den Weg nach Kiew, nur hundert Kilometer vom Gefahrenherd entfernt. Am 6. Mai 1986 begann dort die Internationale Friedensfahrt, das größte Etappen-Radrennen des Ostens.  Es war eine gespenstische Veranstaltung.

    Propaganda aus Ost und West, Quelle: rbb

    Gefahren nach dem Reaktorunfall - Zwischen Propaganda und Wahrheit

    Wie schlimm stand es wirklich während der Katastrophe von Tschernobyl - hierzulande? Wieviel Radioaktivität kam tatsächlich an? Nur wenige Menschen in der DDR - aber auch im Westen - konnten sich ein reales Bild machen von der Gefahr. Der Ostberliner Physiker Sebastian Pflugbeil ist heute noch empört darüber, wie Politiker, aber auch Fachleute damals die Gefahren verharmlost hatten.

    Teil des Kernkraftwerkes Rheinsberg (Quelle: dpa)

    Das KKW Rheinsberg vor und nach Tschernobyl - Mein Nachbar, das Atomkraftwerk

    Wie ein Raumschiff von einem anderen Stern landete in den 1960er Jahren das Kernkraftwerk Rheinsberg am schönen Stechlin. Die Blockwarte des ersten kommerziellen KKW erinnert noch ans Raumschiff Orion und auch die Besatzung war wie von einem anderen Stern. Euphorische junge Wissenschaftler eroberten mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein die verträumte Kleinstadt, die nun auch ein bedeutendes Forschungszentrum wurde.

    Lise Meitner, Quelle: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem

    Ein Leben für die Physik - Lise Meitner in Berlin

    Kernenergieforschung hat in Berlin eine lange Tradition. Sie ist mit dem Namen Otto Hahn verbunden, dem Chemie-Nobelpreisträger für die Entdeckung der Kernspaltung. Heute ist sich die Fachwelt einig: Hahn hätte den Preis nicht allein verdient. Der Anteil von Lise Meitner an der Entdeckung ist mindestens gleichrangig.