Die Sendung im Detail

THEODOR - Geschichte(n) aus der Mark

Das kulturhistorische Magazin des rbb aus Brandenburg.

Es entdeckt Hintergründe oder erzählt Geschichten, die lange im Verborgenen lagen, ist offen für neue Entdeckungen über historische Begebenheiten und Persönlichkeiten.
Die Sendung wird im Wechsel in den rbb-Regionalstudios Cottbus und Frankfurt (Oder) produziert und von Gerald Meyer moderiert.
Alle 14 Tage sonntags um 18:30 Uhr - eine halbe Stunde Fernsehen aus fünf Regionen Brandenburgs.

Erste Brandenburgische Landesausstellung Schloss Doberlug

Theodor Archiv

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 24.08.2014

    Hitchcocks Vogelschrei-Orgel +++ Spazierstockgeige & Co. +++ Frau Bechstein und die Nazis +++ Carl Philipp und die Flötenuhr  

    Hitchcocks Vogelschrei-Orgel

    Alfred Hitchcock war verzweifelt, bei den Dreharbeiten zu den "Vögeln" Anfang der 60er Jahre gelangen dem Regisseur erstklassige Bilder von angreifenden Möwen und Krähen, aber der Sound stimmte einfach nicht. Der Regisseur und seine Crew experimentierten mit aufgenommenen, naturalistischen Vogelschreien, doch sie erzielten nicht die gewünschte Wirkung. Ein technikbegeisterter Berliner Komponist brachte die Lösung. 

    Spazierstockgeige & Co

    Nähtischorgel oder Spazierstockgeige - was sich in den Regalen der Musikinstrumentensammlung des Frankfurter Stadtmuseums Viadrina findet, bringt Besucher stets zum Staunen - wenn sie die kostbaren Stücke denn einmal zu sehen bekommen. Die meisten stehen im Depot, mangels Ausstellungsfläche. Für Theodor öffnet Museumsleiter Martin Schieck die Türen zur Schatzkammer und präsentiert zusammen mit dem Musiker Sven Loichen u.a. die Drachentrompete oder das automatische Klavier.

    Bechstein und die Nazis

    "Bechstein-Flügel zeichnen sich durch ihren klaren und durchsichtigen Ton aus, ohne Schärfen und Härten." So charakterisiert Firmenchef Karl Schulze sein Klavier. Doch der Ruf der "Stradivari unter den Klavieren" hatte mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten heftige Kratzer bekommen.

    Carl Philipp und die Flötenuhr

    Die ersten Musikautomaten waren keine Dudelmaschinen, die man eben so nebenbei laufen ließ. Große Musiker wie Carl Philipp Emanuel Bach komponierten für Flötenuhren. Eines dieser Instrumente wurde jetzt restauriert und in der Frankfurter Konzerthalle installiert.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor 10.08.2014 18:32

    +++ Baumschulgärtner Franz Späth +++ Hofgärtner Hermann Sello +++ Botaniker Paul Ascherson +++ Apotheker Rudolph Marloth +++ Landschaftsarchitekt Hermann Göritz +++

    der Junge Franz Späth streift durch seine Baumzüchtungen, im Vordergrund ein tragenden Apfelbaumast (quelle rbb )

    Franz Späth – der Baumschulgärtner

    1863 kaufte Franz Späth seinem Vater die Gärtnerei ab und machte aus einer kleinen Gemüse- und Blumengärtnerei, die es schon 1720 vor dem Halleschen Tor gab, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die wahrscheinlich größte Baumschule der Welt.

    Blick durch eine Forscherlupe auf eine Blume ( Quelle rbb )

    Paul Ascherson – der Botaniker der Mark

    Der Berliner, der zunächst Medizin studierte, entdeckte die Botanik in Brandenburg. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat die Flora Brandenburgs wandernd erforscht wie kein Zweiter und ein dickes Buch draus gemacht. Die „Flora der Provinz Brandenburg“. Das hat Gültigkeit bis heute.

    ein Zebra steht an der Aloe Marlothii, benannt nach dem berühmten Pflanzenforscher ( Quelle W. Albus )

    Rudolph Marloth – der Apotheker aus Lübben

    Mit 28 Jahren wanderte er nach Südafrika aus und arbeitete zunächst als Apotheker. Er begeisterte sich für die Flora der Kap-Region und wurde ein berühmter Botaniker. Seinen Namen tragen eine Aloe, ein Naturreservat und ein Park.

    die Blumenwiese im Vordergrund gibt den Blick auf eine mythologische Büste frei ( Quelle rbb )

    Hermann Göritz – der Landschaftsarchitekt

    Der einzige freischaffende Landschaftsarchitekt der DDR hat seine Spuren vor allem in Potsdam und Umgebung hinterlassen. Unter anderem in Radewege im Havelland wird sein Erbe liebevoll gepflegt.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 03.08.2014

    +++ Von Flößern und Pfählen +++ Kaffenkähne +++ Der Ringofen von Lichtenow +++ Die Granitschale vom Lustgarten +++ Die Schwarzbaumeister von Frankfurt (Oder)+++

    Flößer (Quelle: rbb)

    Von Flößern und Pfählen

    Man könnte behaupten, Berlin ohne das Holz aus der Mark wäre nichts als Sumpf und Sandwüste. Die Berliner Baumeister wussten, wie sie den richtigen Grund für auch schwere Bauwerke schaffen, in dem man Holzpfähle in den Boden rammt.

    Kaffenkahn (Quelle: rbb)

    Kaffenkähne - die Schwerlaster des 19. Jahrhunderts

    Mit der Industrialisierung wurde es eng auf den Wasserstraßen. Immer mehr sogenannter Kaffenkähne kamen zum Einsatz, vor allem um Ziegel und Kohle zu transportieren. Sie müssen so etwas wie die Lkw der Gründerzeit gewesen sein: Allein 1888 sollen 25.000 dieser Schiffe den Finowkanal passiert haben.

    historische Fotografie einer Arbeiterin in einer Ziegelei (Quelle: rbb)

    Der Ringofen von Lichtenow

    Mit der Gründerzeit boomte rund um Berlin die Ziegeleiindustrie. Überall dort, wo es Tonvorkommen gab, entstanden Ringöfen. Aus Bauernhöfen wurden Ziegeleien. Zu den größten Zentren gehörte Mildenberg bei Zehdenick. Aber auch kleinere Dörfer wie Lichtenow, östlich von Berlin, wurden von der Industrialisierung geprägt.

    Granitschale vor dem Alten Museum in Berlin (Quelle: rbb)

    Die Granitschale vom Lustgarten

    Fast sieben Meter Durchmesser, aus einem Granit gehauen. Weltrekord, seit 1831 in Berlin. Auf Befehl des Königs. Fünf Jahre, bevor ganz Berlin über die glänzende Schale staunt, wird Christian Gottlieb Cantian mit dem Auftrag betraut. Der Baumeister und Steinmetz  macht sich 1826 auf die Suche und wird in den Rauener Bergen bei Fürstenwalde fündig.

    Bauarbeiter auf einer Baustelle in Frankfurt in den 70ern (Quelle: rbb)

    Die Schwarzbaumeister von Frankfurt (Oder)

    1976 beschloss die SED den forcierten Ausbau der DDR-Hauptstadt Berlin. Für die Provinz hatte das einschneidende Folgen. Baubetriebe und Arbeitskräfte wurden abgezogen, Altstadtviertel verfielen. Im Prinzip galt das auch für Frankfurt (Oder).

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    THEODOR vom 27.07.2014

    Erfindung der: +++  Reißzwecke +++ Ankerbausteine +++ Wetterkarte +++ Spritzkuchen +++ Thermoskanne +++ des Minimax-Feuerlöschers

    technische Zeichnung (Quelle: rbb)

    Die Erfindung der Reißzwecke

    Vor gut 110 Jahren erfand der Lychener Uhrmachermeister Johann Kirsten die Pinne. Dummerweise hatte er vergessen, ein Patent anzumelden. So wurde ein anderer Lychener mit der Idee zum Millionär.

    Mini Ziegel (Quelle: rbb)

    Die Erfindung der Ankerbausteine

    Mini-Ziegel aus Ton haben Kinderzimmer in aller Welt erobert, aber kaum einer kennt die Erfinder der „Anker-Steinbaukästen“. Die jedoch könnten berühmter kaum sein: Otto Lilienthal und sein jüngerer Bruder Gustav - treibende Kraft dieser und anderer Bauideen.

    Erfinder der Wetterkarten (Quelle: rbb)

    Die Erfindung der Wetterkarte

    Der Freienwalder Landarzt Richard Aßmann interessiert sich um 1870 brennend für die Wetterbeobachtung. Als einer der ersten verbindet Aßmann Isobarenlinien und stellt Prognosen. Mit einem Magdeburger Zeitungsverleger entwickelt Aßmann Wetterkarten für das Publikum.

    Statue mit Spritzkuchen (Quelle: rbb)

    Die Erfindung des Spritzkuchens

    1837 erfindet der Eberswalder Bäcker Gustav Zietemann den Spritzkuchen und verkauft die Leckerei mit großem Erfolg auf dem Bahnsteig an Reisende.

    Thermoskannen (Quelle: rbb)

    Die Erfindung der Thermoskanne

    "Heißes bleibt heiß und Kaltes bleibt kalt!" so lautete der Slogan für eine Neuheit, die 1903 den Siegeszug um die Welt antrat: die Thermoskanne. Ihr Erfinder Reinhold Burger, ein Glasmachersohn aus der Nähe von Baruth, hatte zunächst gar nicht im Sinn, die Trinkgewohnheiten der Weltbevölkerung zu revolutionieren. Am Anfang, so die Legende, wollte er nur seine eigene Erkältung kurieren…

    Feuerlöscher (Quelle: rbb)

    Die Erfindung des Minimax-Feuerlöschers

    Ab 1905 wurden Feuerlöscher in Neuruppin produziert, im ersten Feuerlöschgerätewerk Deutschlands. Schnell wurden Minimax-Produkte zur Massenware und die Firma expandierte. Der Unternehmer Wilhelm Graaff hatte sich gemeinsam mit Hans Mikorey, einem Ingenieur, den ersten Handfeuerlöscher der Welt patentieren lassen, der in Massenproduktion gehen sollte.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor 25.05.2014 18:32

    Landarzt und Massenmörder +++ Die "Gartenschläger-Bande" +++ Hinter Gittern wegen Punk-Musik +++ Der Goldmacher von Küstrin +++ Prozess von Angermünde +++

    Horst Fischer der ehemalige KZ Arzt zu sehen auf auf einm historischen Bild (Quell rbb)

    Landarzt und Massenmörder

    Er war ein engagierter Arzt und treusorgender Familienvater: Horst Fischer, Landarzt in Spreenhagen in den 1950er und frühen 60er Jahren. Doch Fischer hütete ein dunkles Geheimnis, von dem niemand etwas ahnte: Er war KZ-Arzt in Auschwitz, schickte 70.000 Menschen in den Tod und lebte bis vor 50 Jahren unbehelligt in der DDR.

    Michael Gartenschläger, ein freigekaufter DDR-Häftling zu sehen auf einem historischen Foto (Quelle rbb)

    Die "Gartenschläger-Bande“

    Im Jahr 1976 erregte ein gebürtiger Brandenburger bundesweit Aufmerksamkeit: Michael Gartenschläger. Der freigekaufte DDR-Häftling, Fluchthelfer und Menschenrechtsaktivist starb im Gewehrfeuer an der innerdeutschen Grenze bei der Demontage einer Selbstschussanlage.

    Blick in eine Gefängniszelle für bis zu 20 Insassen. (Quelle rbb)

    Hinter Gittern wegen Punk-Musik

    Ein harmloser Text über die Punk-Bewegung in der DDR brachte Gilbert Furian ins Cottbuser Gefängnis, das heute ein Menschenrechtszentrum ist. Klug und ohne Bitternis hat er die Zeit aufgearbeitet und bietet nun einen Einblick in den Gerichtsalltag der DDR.

    Auf einem gemaltem Bild,der Hochstapler Caetanozu sieht seiner Hinrichtung durch erhängen entgegen. (Quelle rbb)

    Der Goldmacher von Küstrin

    Der Hochstapler Caetano konnte Friedrich Wilhelm I. überzeugen, dass er Gold machen könne. Für dieses Versprechen gab man ihm in Berlin einen kleinen Hofstaat und Luxusgüter. Natürlich konnte er keine Erfolge vorweisen, floh und wurde wieder eingefangen.

    Im Vordergrund lodernde Flammen, dahinter verschwommen das Bild der Frau die dem Scheiterhaufen entkam ( Quelle rbb)

    Prozess von Angermünde

    Ein Ereignis aus dem Jahr 1336 in Angermünde blieb bis heute in Erinnerung: 14 Männer und Frauen wurden auf dem Marktplatz verbrannt. Vorschont vom Feuertod wurde nur eine Frau, da sie schwanger war. Die Ketzer wurden als „Luciferianer" bezeichnet, das galt als schlimmste Form der Ketzerei überhaupt.

  • Heimlich, in einer Scheune trinken Bauern aus Brandenburg, am Anfang des 18. JH, Bier aus Sachsen. ( Quelle rbb)

    Biertrinker gingen fremd

    Lausitzer Biertrinker litten vor 250 Jahren unter einer Laune der Geschichte. Cottbus lag in Preußen, einige Gehöfte im Dorf Werben aber in Sachsen, und dort gab es besseres und billigeres Bier. Vergebens versuchte Preußen seine Untertanen vom Fremd-Trinken abzuhalten.

    Adam Friedrich Zürner, als historische Figur steht an einer Postmeilensäule und blickt an Ihr hoch (Quelle rbb)

    Sachsens Postmeilensäulen auf Preußens Wegen

    Durch den Wiener Kongress fielen große Teile Sachsens an Preußen. Dies thematisiert auch die Landausstellung im südbrandenburgischen Doberlug. Aufmerksame Wanderer finden auch in der Landschaft Zeugnisse der einst sächsischen Geschichte: Prächtige Postsäulen in Brandenburg zeigen, wo früher Sachsen war.

    Heinrich von Brühl läuft vor dem Schloss in Brody, heute eine Ruine im Aufbau (Quelle rbb )

    Die Geschichte einer Feindschaft

    Sächsische Spuren in Brandenburg führen auch nach Forst/Lausitz in das nahegelegene Pförten (heutiges Brody in Polen) und zur Geschichte einer Feindschaft zwischen Heinrich von Brühl und Friedrich dem Großen.

    zu sehen ist das Bild von Guido Reni - Europa und Ihre Gespielinnen schmücken den Stier in der Ausstellung in Sanssouci (quelle rbb)

    Geheimer Kunsthandel in Altdöbern

    Während Sachsen und Preußen gegeneinander Krieg führten, wurde ein kleines Schloss bei Cottbus der Schauplatz seltsamer Geschäfte. Die Unterhändler von August dem Starken und Friedrich dem Großen handelten emsig mit wertvollen Gemälden. Der Kunsthandel war damals ein krisenfestes Geschäft.

    Großeinstellung von zwei sächsisch- preußischen- Grenzsteinen, ein farbiger, Schwarz - Preußen, Grün -Sachsen und ein grauer (quelle rbb)

    Das Land der Sorben als Kriegsbeute

    Als im Gebiet des heutigen Brandenburg nach dem Wiener Kongress die Grenzen neu gezogen wurden, hatte dies fatale Folgen für die Zukunft des sorbischen Volkes. Angehörige der slawischen Minderheit, die in Sachsen noch einige Freiheiten genossen hatten, kamen unter die Herrschaft der Preußen. Mit fatalen Folgen.

  • Gerald Meyer, Quelle: rbb

    Theodor 27.04.2014 18:32

    +++ Geschichten von Wind und Wetter - aus dem Wettermuseum Lindenberg +++ Richard Aßmann - Landarzt und Wetterpionier +++ Von der Worfelschale zur Windkraftanlage +++ Als Mähdrescher vom Himmel fielen +++ Der Beginn der "Lustsegeley" +++ Die Erfindung der Thermoskanne +++

    Von der Worfelschale zur Windkraftanlage

    Wind-Werkzeuge in der Landwirtschaft: Es gab die „Worfelschale“, mit denen Bauern Spreu von Weizen trennten, die Bock- und später Holländer-Getreidewindmühlen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts waren in Berlin und Brandenburg allerdings auch Tüftler und Techniker aktiv, die sich mit der windgetriebenen Stromerzeugung beschäftigt hatten.

    Als Mähdrescher vom Himmel fielen

    Am Himmelfahrtstag 1979 bildete sich so ein Tornado in den Nähe von Bad Liebenwerda. Er zog in Nordöstlicher Richtung - fast 50 Kilometer bis in die Nähe von Lübben. Eine ungewöhnlich lange Zugbahn und - wie noch nicht lange bekannt ist - ein ungewöhnlich starker Tornado. Erst 2010 wurde wissenschaftlich erforscht und bewiesen, dass es einer der stärksten je in Deutschland registrierten Tornados war.

    Der Beginn der "Lustsegeley"

    Im Wind, am Wind, vor dem Wind, halber Wind, in der Seglersprache gibt es viele Ausdrücke für den Kurs, der gerade eingeschlagen ist. Mit seiner Unmenge von Seen und Flüssen ist Berlin und Brandenburg ein Paradies für Segler, heute wie damals. Und so beginnt in unserer Region auch die Geschichte der sogenannten Lust-Segeley und nicht etwa an der Küste.

    Die Erfindung der Thermoskanne

    "Heißes bleibt heiß und Kaltes bleibt kalt!" so lautete der Slogan für eine Neuheit, die 1903 den Siegeszug um die Welt antrat: die Thermoskanne. Ihr Erfinder Reinhold Burger, ein Glasmachersohn aus der Nähe von Baruth, hatte zunächst gar nicht im Sinn, die Trinkgewohnheiten der Weltbevölkerung zu revolutionieren. Am Anfang, so die Legende, wollte er nur seine eigene Erkältung kurieren…