Glockenguss in Insbruck in der Gießerei Grassmeyer, Foto: Sabine Tzitschke

Faszination von Feuer und Eisen - Theodor

Unter dem märkischen Sand liegt so mancher Bodenschatz. Nicht nur Braunkohle, sondern auch Kupfer, Blei, Silber und sogar kleine Mengen Gold. Nach Eisenerzen aber mussten unsere Vorfahren noch nicht einmal graben. Sie konnten das so genannte Raseneisenerz einfach vom Boden aufsammeln. Seit Jahrhunderten loderten Feuer in den Hütten, um diesen Rohstoff mit immer besseren Methoden zu nutzen. Peitz und Lauchhammer galten als Zentren der Kunst und des Handwerks, deren Produkte zu Weltruhm gelangten und sogar Kriege entschieden. Es ...

Die Sendung im Detail

Serviceinformationen zur Sendung

Das erste Videospiel der DDR

Das Bildschirmspiel 1 aus Frankfurt (Oder), Quelle: rbb/Pilarski

Das "Bildschirmspiel 01" aus Frankfurt (Oder) - "Zocken in der Zone"

Bei DDR und Frankfurt (Oder) denkt man sicher nicht zuerst an Videospiele! Doch wurde hier Anfang der 1980er Jahre die einzige Videospielkonsole des Ostens produziert. Ein Stück Konsum- und Technikgeschichte. Und ein herausragendes Beispiel für das Scheitern der Planwirtschaft in der DDR. Das BSS 01 aus dem VEB Halbleiterwerk war ein gigantischer Flop. 

Bilderserie: das EKO und die "Konsumquote"

Hochöfen von Arcelor-Mittal Eisenhüttenstadt - heute, Quelle: picture allianz/dpa

Was Stahlwerker noch so alles produzierten - Kofferschloss und Kerzenhalter

Typisch Schwerindustrie: Das Eisenhüttenkombinat Ost (heute Arcelor-Mittal) produzierte zu DDR-Zeiten Stähle und Bleche. Doch weil alle DDR-Betriebe verpflichtet waren, fünf Prozent ihrer Produktion als Konsumgüter für die Bevölkerung herzustellen, entstanden auch Dinge, die man heute in so einem Betrieb kaum für möglich hält.

Dauerbrenner "Konsumgüter"

Historiker Stefan Wolle im von ihm geführten DDR-Museum, Quelle: rbb, Uwe Toelle

Historiker Stefan Wolle über Konsumgüterproduktion in der DDR - "Ein gigantisches Eigentor"

Der Historiker Stefan Wolle hat sich intensiv mit dem Alltagsleben und der Alltagskultur in der DDR beschäftigt und mehrere Bücher darüber geschrieben. Das von ihm geführte DDR-Museum in Berlin-Mitte ist zu einer Touristenattraktion geworden. Theodor-Reporter Tim Köhler hat ihn gefragt, warum die DDR so große Probleme bei der Produktion von Konsumgütern hatte.  

 

Theodor Archiv

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 25.01.2015

    Wohnen-Wohlstand-Wirklichkeit

    +++ Spielkonsolen aus Frankfurt (Oder) +++ Konsumgüter in der DDR +++ Campingwagen aus der Kohle +++ Wegwerfwindeln und Westtapeten +++ Warmes Wasser aus der Wand und andere Wunder +++

    Spielkonsolen aus Frankfurt (Oder)

    Das BSS-01, das Bildschirmspiel 1 aus dem VEB Halbleiterwerk, war das erste Videospiel aus DDR-Produktion. Theodor testet die Uralt-Konsole aus den 1980er Jahren mit heutigen Jugendlichen und erzählt die Geschichte einer aufwändigen Produktentwicklung.

    Campingwagen aus der Kohle

    Das Gaskombinat Schwarze Pumpe produzierte aufgrund seiner Größe eine ganze Reihe von Konsumgütern, von der Kinderwiege über den Beistelltisch bis hin zur Forellenzucht in den Kühlteichen. Das wohl komplexeste Konsumgut war allerdings der Wohnanhänger „Lausitz 310“, der 1985-1990 in dem Kombinat hergestellt wurde - oftmals unter schwierigen Bedingungen. 

    Wegwerfwindeln gegen "Westtapeten"

    Normalerweise stellte die Schwedter Papierfabrik zu DDR-Zeiten große Rollen für den Industriebedarf her, dazu kostbare Prägetapeten für den Westexport. Aber, da auch hier ein gewisser Prozentsatz des Produktionsvolumens für den Bevölkerungsbedarf verordnet wurde, produzierte das Werk auch Wegwerfwindeln.

    Konsumgüter in der DDR

    Sogenannte Waren des täglichen Bedarfs waren in der DDR immer knapp. Unter anderem eine Folge der radikalen Verstaatlichung des privaten Mittelstands in der DDR-Industrie. Die DDR-Führung verpflichtete daher alle Unternehmen, fünf Prozent ihrer Produktion für Konsumgüter bereitzustellen.

    Warmes Wasser aus der Wand und andere Wunder

    Wohnungen mit Fernwärme-Heizung, die Toilette im Bad (und nicht mehr draußen oder auf dem Flur) und dazu noch gut geschnittene Zimmer mit einem gewissen Komfort– das war die Währung, mit der die neue Stadt an der Oder ihre ersten Einwohnen anlockte. Und das, obwohl es dort am Anfang überhaupt nicht nach besonderem Komfort aussah. 

  • Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor 11.01.2015 18:32

    Französisch bei Hofe +++ Icke, dette, kieke mal - Berliner Jargon +++ Was die Flamen mit Brandenburg zu tun haben +++ Ungewohnt und fast ausgestorben - das Prignitzer Platt +++ Ungewohnt und fast ausgestorben - das Prignitzer Platt +++ Lebuser Platt in Fontanes Literatur +++

    Der alte Fritz mit Sprechblase: Deutsch sei nur gut, um mit den Pferden zu reden.

    Französisch bei Hofe

    Friedrich der Große sprach fließend Französisch, wie es sich für einen Monarchen gehörte. Es war die Zeit der Lingua Franca, Französisch gehörte zum guten Ton, wie heute Englisch Usus ist. Deutsch dagegen sprach der Alte Fritz wie ein Kutscher.

    Mann und Frau auf einer berliner Straße; dazu die Begriffe "knorke,Atze, Keule".

    Icke, dette, kieke mal - Berliner Jargon

    "Etepetete", "Fisimatenten" und "bonfortionös" - diese und andere Begriffe aus dem Berliner Dialekt gehen auf die französisch-protestantischen Hugenotten zurück, denen der Große Kurfürst ab 1685 als Glaubensflüchtlinge in Preußen eine neue Heimat bot. 

    Landschaft mit Bäumen in winterlicher Abendstimmung (RBB).

    Was die Flamen mit Brandenburg zu tun haben

    1159 kamen die Flamen: Markgraf Albrecht der Bär holte sie nach Brandenburg. Sie sollten das Land fruchtbar machen. Vieles Neues brachten die Ankömmlinge den Märkern mit: bessere Pflüge für die Feldarbeit, das Klemmkucheneisen, eine Art Waffeleisen, und auch Flammkuchen. 

    Schiefertafel an der Tür mit Aufschrift "Kinner School Psst!" (RBB).

    Ungewohnt und fast ausgestorben - das Prignitzer Platt

    Die Sprache des platten Landes - im Norden Brandenburgs, in der Prignitz, wurde sie bis ins 20. Jahrhundert in vielen Dörfern gesprochen. Es entwickelte sich zwischen Mecklenburg und der Mark eine ganz eigene Strömung des Niederdeutschen, das Prignitzer Platt.  

    Ins "platte" Oderbruch, auch sprachlich - Fontanes Schlittenfahrt nach Hohen-Vietz, Quelle: F. Pilarski

    Lebuser Platt in Fontanes Literatur

    Unser Namenspatron Theodor Fontane hat nicht nur den Herrn Ribbeck von Ribbeck im Havelland etwas Mundartliches sagen lassen. Gleich in seinem ersten Roman “Vor dem Sturm” bringt Fontane uns das "Lebusische Platt" nah. 

    Ein Spreewälder Ehepaar in Arbeitskleidung am Tisch sitzend (RBB).

    Spreewälder Mundart

    Die ursprüngliche Sprache der Spreewälder ist Niedersorbisch oder allgemein gebräuchlicher: Wendisch - der westlichste Vorposten des slawischen Sprachraums. Allerdings wurde die Sprache der Sorben schon im 19. Jahrhundert so weit zurückgedrängt, dass selbst Fontane bemerkte, mit dem Wendischen sei es ja nicht mehr so weit gediehen. 

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 07.12.2014

    "Mit schönen Grüßen" - Geschichten von Briefen und Postwegen

    +++ Briefe aus Ziesar in die Welt +++ Die größte Rohrpost der Welt +++ Fontane und seine Briefe +++ Kunst auf dem Kuvert

    Günter Wetzel sitzt zu Hause vor seinen Briefschätzen aus aller Welt ( Quelle rbb ).

    Briefe aus Ziesar in alle Welt

    Durch Brieffeunde in fernen Ländern konnten sich DDR-Bürger die große weite Welt nach Hause holen. Auf dem Papier jedenfalls. Der Lehrer Günter Wetzel aus Ziesar hatte so großes Fernweh, dass er sich zeitweise mit 30 Brieffreunden gleichzeitig schrieb.  

    Eingang zum Haupttelegrafenamt in der Oranienburger Strasse in Berlin, der Hauptumschlagbahnhof für die kleine U-Bahn - der Rohrpost. (Quelle rbb)

    Die Geschichte der Berliner Rohrpost

    Das faszinierendste Kommunikationsmittel seiner Zeit war wohl die Berliner Rohrpost. Die kleine U-Bahn, wie sie auch genannt wurde, liegt noch im Untergrund der Hauptstadt.

    Kunst auf dem Kuvert, ein kleines schwarz weiß Bild von Karl Marx wird gerade bunt ausgemalt. ( Quelle rbb )

    Mail-Art: "Wer zuletzt lacht, lacht im Westen"

    Mail-Art, Kunst auf dem Kuvert, war wohl die witzigste Art des Briefwechsels zwischen Ost und West. Man schickte sich Briefe oder Postkarten mit provozierenden Botschaften, die für jedermann sichtbar waren. "Mit besten Wünschen zum Wehrkundeunterricht" stand auf einer zweckentfremdeten Geburtstagskarte.

    Fontane als Briefschreiber

    Fontanes Liebesbriefe im Feuer

    Theodor Fontane, der Namensvetter unserer Sendung, bezeichnete sich selbst als echte Plaudertasche. Er nannte sich sogar einen "Briefschwärmer".

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 23.11.2014

    ... aus dem Jagdschloss Groß Schönebeck mit dem Thema "Jagd und Macht" 

    Sexskandal im Grunewald +++ Irrsinn Staatsjagd +++ Erich Honeckers letzte Jagd +++ Wie die DDR vom Hochsitz aus regiert wurde +++ Der 66-Ender von Briesen

    Szenenbild eines Schwarz-weiß-films: ein Mann zielt mit einem Revolver (Quelle: rbb)

    Sexskandal im Grunewald

    1891 kam es im Jagdschloss Grunewald zu wilden Partys mit sexuellen Ausschweifungen, verwickelt auch Mitglieder der kaiserlichen Familie. Die scheinbar privaten Vergnügungen wurden bald darauf öffentlich. Briefe mit Schilderungen und eindeutige Fotografien machten die Runde.

    Ausschnitt eines Gemäldes das eine Jagdszene zeigt (Quelle: rbb)

    Irrsinn Staatsjagd

    Brandenburgs Kurfürsten und Preußens Könige ließen sich ihr Jagdvergnügen nicht nehmen. Selbst in Zeiten größter Sparanstrengung war das Renommiergehabe der Monarchen eng mit der Jagd verknüpft. Und mit besonderer Rücksichtslosigkeit gegen Mensch und Tier. Die hatte allerdings kaum etwas mit verantwortungsvollem Waidwerk zu tun. Meist war es eine elende Tierquälerei.
     

    Gedenkstein für einen geschossenen Hirsch (Quelle: rbb)

    Erich Honeckers letzte Jagd

    Erich Honeckers Jagdhütte Wildfang in der Schorfheide war so etwas wie das inoffizielle Machtzentrum der DDR. Hier schmiedete der SED-Politiker mit Günter Mittag und Co politische Strategien jenseits des offiziellen Protokolls. Nachdem Erich Honecker am 18. Oktober 1989 vom Politbüro entmachtet wurde, ließ er sich wieder zu seiner Jagdresidenz in die Schorfheide fahren. Und noch am 8. November, einen Tag vor der Maueröffnung, ging der Pensionär auf die Jagd.

    Erich Honecker und weitere Personen betrachten erlegte Hirsche (Quelle: rbb)

    Die DDR - vom Hochsitz aus regiert

    Wie weit sich die DDR vom selbstbehaupteten Arbeiter- und Bauernstaat entfernt hatte, lässt sich gut am Jagdgebaren der Staatspitze ablesen. Ab 1953 ließen sich die höchsten Funktionäre personengebundene Sonderjagdgebiete einrichten - Privilegien wie aus der Feudalzeit.

    vergoldeter Hirschkopf mit Geweih als Jagdtrophähe (Quelle: rbb)

    Der 66-Ender von Briesen

    1696 erlegte Brandenburgs Kurfürst Friedrich III in Briesen bei Frankfurt (Oder) einen kapitalen Rothirsch. Noch heute erinnert ein Denkmal an das - nicht ganz zufällige - Jagdglück des Monarchen. Aus den verwachsenen Geweihschaufeln des Hirschen sprossen 66 Enden! Eine gewaltige Trophäe, mit der sich Politik machen ließ.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 26.10.2014

    "Enteignet" - Geschichten über den Verlust von Hab und Gut

    +++Zwangsaussiedlung in Lenzen+++Die Optikfirma Scharnbeck in Rathenow+++Schiff ohne Hafen - die Reederei Kutzker in Grünheide+++Bauer Schulze aus Gollwitz und die LPG+++Der Müllplatzfund von Müllrose +++

    Zwangsaussiedlung nach dem Mauerbau

    Theodor erzählt die Geschichte eines Elektroingenieurs aus Lenzen, der sein Haus und sein Geschäft im Oktober 1961 innerhalb weniger Stunden verlassen musste. Nicht, weil es in einer 5-Kilometer-Sperrzone zur Westgrenze lag, sondern weil er als politisch nicht zuverlässig galt.  

    Optiker Scharnbeck - Enteignung in Rathenow

    Privatunternehmer in der DDR? Doch die gab es, nicht nur in der Form kleiner Handwerksbetriebe. 1972 jedoch wurden auch die letzten mittelständischen Betriebe in "sozialistisches Eigentum" überführt, ein Jahr nachdem der neue SED-Chef Honecker an die Macht kam. Von der Privatisierungswelle betroffen war auch die traditionsreiche Optikfirma Scharnbeck aus Rathenow, 1895 gegründet.
     

    Schiff ohne Hafen - ein Reeder bleibt privat

    Seit 1910 gibt es die Familienreederei Kutzker in Grünheide. Mit ihren Ausflugsdampfern befuhr sie jahrzentelang die Berliner und Randberliner Gewässer, Ihre Geschäftsgrundlage waren Verträge mit Ausflugslokalen, an deren Stege die Schiffe hielten. Doch in der DDR-Zeit gab es diese Zusammenarbeit nicht mehr. Die staatliche Weiße Flotte hatte das Monopol und die Kutzkers hatten keine Anlegestellen für ihr letztes Schiff in Familienbesitz. Zudem wurden die Steuern und die Nutzungsgebühren für die Gewässer drastisch erhöht. Für die vorgeschriebenen niedrigen Ticketpreise gab es für die Privaten keine Subventionen.

    Bauer Schulze und die LPG

    Die 1950er Jahre, Bauern unter Druck: Den einen schickten sie Agitatoren mit Lautsprecherwagen vor den Hof. Anderen verweigerten sie die Produktionshilfe durch die Maschinen-Ausleihstationen - und das mitten in der Erntezeit.

    Der Müllplatzfund von Müllrose

    Auf einer Müllkippe tauchen in den 1980er Jahren wertvolle Landkarten auf.  Das Heimatmuseum in Müllrose nimmt sich der Blätter an. Erst jetzt kommt Licht in das Dunkel der Herkunft. Im Zuge der vom Museumsverband angeregten Herkunftsforschung stellt sich heraus, dass die Werke Teil der Sammlung der Grafen von Lynar sind. Die Familie wurde von den Nazis 1944 enteignet, nachdem die Beteiligung des Grafen am Hitlerattentat aufgedeckt wurde.

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 12.10.2014

    Auf der Spur der Stoffe - 50 Jahre Dederon:
    Der Kult-Kunststoff Dederon +++ Kunstprojekt Kittelschürze +++ Perlon - Eine Berliner Erfindung für den Krieg +++ Vom Seiden-Faden zum Fallschirm +++ Eine Kittelschürze als Einkaufsbeutel +++ Ein Schloss für die Mode

    Das historische Foto zeigt das Kunstfaserwerk in Guben, eine Mitarbeiterin geht vor hunderten Dederon Spulen entlang ( Quelle rbb )

    Der Kult-Kunststoff Dederon

    Kleidung aus Kunstfasern, das war eine Hassliebe. Was im Westen Deutschlands als Nylon oder Perlon verkauft wurde, trug in der DDR den Namen Dederon. Vor 50 Jahren begann in der Neiße-Stadt Guben die Produktion jener Faser, aus der Kleidung, Kittelschürzen und Trainingsanzüge hergestellt wurden. In der Nachkriegszeit versprach das neue Material einen Hauch von Mode, war aber leider wenig atmungsaktiv. 

    Eine Frau bei einem Selbsversuch, sie zieht 69 Dederon Kittelschürzen übereinander. (Quelle rbb)

    Kunstprojekt Kittelschürze

    Die Installation "Käthes Schürzen" ist die Abschlussarbeit von Jeanette Goßlau, die in Berlin Kunst und Medien studiert hat. Die Künstlerin stammt aus Finsterwalde und zeigt diese Arbeit seit Ende August in der Galerie "Alte Weberei" in der Kjellbergstraße in Finsterwalde. 

    Hier bei einem historischen Fernsehinterview, der Erfinder Paul Schlack, zu sehen. (Quelle rbb)

    Perlon – Eine Berliner Erfindung für den Krieg

    28. Januar 1938. Berlin-Rummelsburg. Im Aceta-Forschungslabor des I.G. Farben-Konzerns wird ein Experiment für die Nacht vorbereitet. Forschungsleiter Paul Schlack sucht die reißfeste Kunstfaser. Der Ehrgeiz des Chemikers ist angestachelt. Ein halbes Jahr zuvor hatten Forscher des amerikanischen Unternehmens DuPont die Kunstfaser Nylon patentiert. 

    Zwei Seidenspinner auf der Hand der Mitarbeiterin der Initiative Zernikow e.V. (Quelle rbb)

    Vom Seiden-Faden zum Fallschirm

    Am seidenen Faden hing die Geschichte des Seidenbaus in Brandenburg schon immer. Aber es gab ihn 250 Jahre lang. Mit Friedrich dem Großen begann die Seidenproduktion in Brandenburg. Der König wollte weg von den teuren Importen und sich seinen Luxus selbst anbauen. 

    Ein Mann hält prüfend einen Dederon Einkaufsbeutel in Händen.(Quelle rbb)

    Eine Kittelschürze als Einkaufsbeutel

    Die Einkaufsnetze der 1950er Jahre wurden in der DDR von kunterbunten Einkaufsbeuteln abgelöst. Und das war volkswirtschaftlich durchaus gut geplant. Denn der Dederonbeutel war Resteverwertung. Was bei der Produktion der beliebten Kittelschürzen übrig blieb, wurde zu Beuteln. Und die waren allgegenwärtig und unentbehrlich. 

    Josefine Edle von Krepl hat hier im Schloss Meyenburg viele Kleider zusammengetragen. (Quelle rbb )

    Ein Schloss für die Mode

    Das Schloss Meyenburg in der Prignitz: Wer vermutet hier die Schatzkammer einer Modeverrückten? Auf über 1000 Quadratmetern sind 363 Damenkleider, ein paar hundert Hüte, Schuhe, Taschen und Schmuckstücke aus zwei Jahrhunderten ausgestellt. Und das ist nur eine kleine Auswahl aus der Sammlung von Josefine Edle von Krepl, der Museumsdirektorin. Sie wird Ende des Jahres ihre Sammlung in neue Hände geben. 

  • Gerald Meyer vor dem Logo der Sendung "Theodor" (Quelle: rbb)

    Theodor vom 28.09.2014

    Geschichten von Filmleuten und Drehorten:

    +++ Titanic im Scharmützelsee +++ Lothar Warnekes Mauer-Filmtagebuch +++ Amateurfilmer in Frankfurt +++ Der Filmhochschulrektor Lothar Bisky +++ "Das weiße Band" in Netzow +++

    Untergehende Titanic (Quelle. rbb)

    Die Titanic im Scharmützelsee

    Im September 1942 stieß die "Titanic" auf dem Scharmützelsee mit einem Eisberg zusammen. Das „Märkische Meer“ wurde zum Schauplatz aufwändiger Trickaufnahmen. "Theodor" hat noch Zeitzeugen gefunden, die sich an die Dreharbeiten erinnern.

    Thomas Warneke (Quelle: rbb)

    Lothar Warnekes Mauer-Filmtagebuch

    Der 2005 verstorbene Regisseur Lothar Warneke bewohnte bis 1978 ein Grundstück direkt an der Glienicker Brücke, an der Grenze zwischen Potsdam und Westberlin. Hinter Warnekes Gartenzaun war die DDR zu Ende.

    Mann mit Kamera (Quelle: rbb)

    Amateurfilmer in Frankfurt (Oder)

    Statt auftragsgemäß einen Jubelfilm zum 40. Jahrestag der DDR zu produzieren, dokumentierten die Mitglieder des Frankfurter Amateurfilmcentrums (AFC) 1989/90 die Wende in der kleinen Stadt. Das AFC gehörte damals zu den am besten ausgestatteten Hobbyfilmclubs der DDR.

    Lothar Bisky (Quelle: rbb)

    Lothar Bisky als Rektor der Filmhochschule

    Der 2013 verstorbene Lothar Bisky war vielen als Politiker der PDS bzw. der Linken bekannt. Seine Zeit vor der Wende, als Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam, scheint vergessen. Nur wenigen ist bewusst, dass Bisky eigentlich Sozial- und Medienwissenschaftler war. Er beschäftigte sich viel mit der Wirkung von Filmen.

    Zwei Personen auf Wiese mit Sonne (Quelle: rbb)

    "Das weiße Band" in Netzow

    Sommer 2008: ein internationales Filmteam dreht in Netzow „Das weiße Band“ – und stürzt das kleine Prignitzdorf in einen absoluten Ausnahmezustand. Die Erinnerung daran ist bei den Netzowern lebendig. Sie sind bis heute sehr stolz, dass ihr Dorf aus über 400 Dörfern, die sich die Filmcrew angeschaut hatte, gecastet wurde.