Presseinformation 2004-200 vom 03.11.2004 - 15 Jahre Mauerfall“ – RBB-Fernsehsendungen rund um den historischen 9. November 1989

Schon seit Anfang Oktober erinnert das rbb Fernsehen mit zahlreichen Sendungen an den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989. Zahlreiche Neuproduktionen entstanden. Hier ein Ausblick auf die Programmhöhepunkte rund um das denkwürdige Datum:

Täglich um 19.30 Uhr präsentiert das Nachrichtenmagazin „Brandenburg aktuell“ bis Dienstag, 9. November, unter dem Stichwort „Was wurde aus …?“ eine Reihe mit Kurzreportagen über Menschen, Schicksale und ungewöhnliche Wende-Geschichten.

Um „15 Jahre Mauerfall“ geht es am Donnerstag, 4. November, 22.15 Uhr, auch in der rbb Talkshow „Leute am Donnerstag“. Zu Gast sind Walter Momper, Uta Schorn, Henryk M. Broder, Peter Richter sowie ein Ehepaar aus Thüringen: Doris und Peter Strelzyk flohen vor 25 Jahren in einem selbst gebauten Heißluftballon nach Bayern und leben heute wieder in der alten Heimat.

Am Sonnabend, 6. November, lädt der GERNSEHABEND ab 20.15 Uhr zu einer abwechslungsreichen Zeitreise ein – mit dem Dokumentarfilm „Als die Mauer fiel“, der Liebesgeschichte „Lebenswende Mauerfall“ und wahren „Fluchtgeschichten“. Zum Abschluss gibt es (ab 23.05 Uhr) den Fernsehfilm „Einfach raus“ von Peter Vogel. Zehn Jahre nach der Wende gedreht, schildert er überraschend unpolitisch und unkonventionell, wie ein 18jähriger von Ungarn aus in den Westen flüchten will. Fabian Busch spielt die Hauptrolle in dem glänzend besetzten Film. Weiter dabei: Renate Krößner, Cosma Shiva Hagen und Ulrich Mühe.

Mit dem Film „Aufbruch zur Macht - Eine neue Partei im Herbst 1989“ kommt am Montag, 8. November, 22.15 Uhr, eine Neuproduktion auf den Bildschirm. Sie erinnert an eine der ersten offiziellen DDR-Bürgerbewegungen im Spätsommer 1989. Der Demokratische Aufbruch war ein Sammelbecken für Andersdenkende. Zu den Gründern gehörten u. a. Günter Nooke, Rainer Eppelmann, Friedrich Schorlemmer und Daniela Dahn. Wolfgang Schnur wurde Vorsitzender, Angela Merkel Pressesprecherin.

Anhand der Geschichte des Demokratischen Aufbruchs zeigt der Film von Thomas Grimm exemplarisch die Zerreißproben und Gefahren für die junge Demokratie. Videoaufnahmen aus der Gründerzeit dokumentieren die Diskussion um eine erneuerte DDR: Die Amateurpolitiker träumen von einer demokratisierten DDR, einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Schon Monate später weichen die Reformträume der Einheitswirklichkeit. Aus den Amateuren sind Politprofis geworden. Was mit dem Aufbruch zur Freiheit in der DDR begann, endet in den Machtzentralen der deutschen Politik. Die RBB-Produktion zeigt den Anfang dieses Weges.

Eine weitere Erstausstrahlung ist am Dienstag, 9. November, 13 Uhr zu sehen: „Die Volksvertreter - Wie Deutschland zusammenwächst“. Architektonisch überbrücken die Bundestagsgebäude die Spree als ehemalige Trennlinie zwischen Ost- und Westteil von Berlin. Doch wie sieht steht es 15 Jahre nach dem Fall der Mauer um die innere Einheit? Fühlt sich das ganze deutsche Volk durch den Bundestag vertreten? Autor Stanley Schmidt ging diesen Fragen nach und hat vier Bundestagsabgeordnete bei der Arbeit begleitet.

Ulli Zelle und Robin Lautenbach am 9. November
am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Brücke

Am historischen 9. November, 20.15 Uhr, meldet sich das rbb Fernsehen live vom ehemaligen Grenzübergang an der Bornholmer Brücke und erinnert an „Die längste Nacht“. „Abendschau“-Kameras waren 15 Jahre zuvor genau hier dabei, als die ersten Berliner aus dem Ostteil der Stadt die neuen Reisemöglichkeiten testeten und spontan nach West-Berlin fuhren. An der Bornholmer Brücke filmte das Team u. a. einen Volkspolizisten, der noch kurz vor der Öffnung zum Zurückgehen von der Mauer aufforderte, eine ältere Frau, die sich so hastig auf den Weg machte, dass sie unter dem Mantel nur ein Nachthemd trug, eine Frau, die ihre Mutter im Wedding besuchen will und vor Begeisterung den Grenzpolizisten küsst, und viele andere berührende Szenen.

Im Fünf-Jahres-Abstand traf die „Abendschau“ diese Menschen wieder. So entstanden bereits 1994 und 1999 Spezialsendungen am 9. November. 15 Jahre nach der denkwürdigen Nacht sollen die Beteiligten schildern, mit welchen Gefühlen sie heute die Bilder von damals sehen, wie sie die Ereignisse und ihre Folgen bewerten, was sich für sie geändert hat.

Moderiert wird die Sendung von Ulli Zelle, damals Reporter für die „Abendschau“, und von Robin Lautenbach, 1989 für die ARD vor Ort. Lautenbach ist heute ARD-Korrespondent in Warschau. Für die Sendung kommt er gern nach Berlin.


Unter dem Stichwort „rbb um Mitternacht“ bündelt der RBB jeweils fünf Filme zu einem zentralen Thema. Auch zu später Stunde geht es vom Montag, 8. November, bis Freitag, 12. November, um die Zeit der politischen „Wende“ und ihre Wirkungen.

„Orte des Erinnerns“ (Montag, 8. November, 00.40 Uhr) führt an den ehemaligen Grenzübergang Drewitz/Dreilinden, zeigt, wie die Erinnerung an die Zeit vor dem Mauerfall bewahrt wird und was heute aus dem Areal des Grenzkontrollpunkts geworden ist.

„Wo war eigentlich die Mauer?“ (Dienstag, 9. November, 01.05 Uhr): Gerhard Horstmeier, langjähriger SFB-Korrespondent in Ost-Berlin, folgt den Spuren von Berlin-Touristen, die heute oft ratlos die Frage nach der Mauer stellen.

„Modellfall Kleinmachnow“ (Mittwoch, 10. November, 00.10 Uhr): Die Gemeinde im Süden der Stadt wächst - ein Musterbeispiel für den Begriff „Speckgürtel“. Wie anderswo rund um die Metropole sind vor allem junge Familien zugezogen, schätzen Wohnqualität und Stadtnähe. Doch nirgendwo gab es so viele Streitfälle über Grundstücke, die von Alteigentümern zurückgefordert werden wie in Kleinmachnow.

„Berlin-Steinstücken“ (Donnerstag, 11. November, 01.10 Uhr) war lange eine Westberliner Exklave auf DDR-Gebiet. Autorin Barbara Glaubitz hat Gabriele Leech-Anspach getroffen, die dort seit den 20er Jahren lebt.

„Die Volksvertreter“ (Freitag, 12. November, 00.45 Uhr – Wiederholung vom 9. November).