Presseinformation 2004-051 vom 31.03.2004 - 25 Jahre und kein bisschen leiser: RBB-Frauenmagazin „Zeitpunkte“ feiert Geburtstag

Dem Jubiläum widmen die Hörfunkerinnen zwei Sondersendungen. Am Sonnabend, 3. April, heißt es von 17.05 bis 18.00 Uhr „Erinnerungen: Das Beste aus 25 Jahren ‚Zeitpunkte‘“. Am Sonntag, 4. April, ebenfalls von 17.05 bis 18.00 Uhr lassen die „Zeitpunkte“ den Nachwuchs ans Mikrofon. Die Sendung „Blick nach vorn ohne Zorn“ produzieren die Volontärinnen des RBB.

Die „Zeitpunkte“ sind die einzige tägliche Frauenrubrik (montags bis freitags) bzw. Frauensendung (sonnabends und sonntags) der ARD. Vier festangestellte Redakteurinnen, zwei Programmassistentinnen und rund 20 freie Journalistinnen gestalten das Magazin. Die Themenpalette ist so breit, wie die Hörfunkerinnen unterschiedlich sind. Sie berichten aus weiblicher Sicht über den Alltag zu Hause, in der Firma, in der Flüchtlingsunterkunft, über Politik, Wissenschaft, Sport, Kultur, Literatur, Kinder, Liebe und Gewalt – über alles, was Frauen erleben, erleiden und was sie erfreut. Da findet beispielsweise eine Handy-Liebesgeschichte genauso Berücksichtigung wie der K(r)ampf beim Zuknöpfen raffinierter Damenunterwäsche oder das ZeitzeugInnen-Interview über das Dritte Reich.

Die Inhalte haben sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich gewandelt. Wurde früher eher die Benachteiligung von Frauen beklagt, machen die „Zeitpunkte“ heute Mut mit positiven Beispielen, wie das Thema „Frauen in Führungspositionen“ zeigt. Im Laufe der Jahre sind darüber hinaus viele Fragestellungen hinfällig geworden, so u. a. die Forderung nach einem neuen Namensrecht. „In Zeiten des Ost-West-Konflikts galten wir auch für viele Ostberliner Frauen als feministisches Schaufenster in den Westen und wurden von ihnen gern gehört“, erinnert sich Magdalena Kemper, Zeitpunkte-Redakteurin der ersten Stunde.
Die „Zeitpunkte“ blicken auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Die Redaktion ist ein Kind des „Radiofrühlings“, der Hörfunkreform des Senders Freies Berlin (SFB) vom April 1979. Seit ihrem Bestehen hat sie auf fast allen Hörfunkwellen des SFB Station gemacht – angefangen mit SFB 2, über SFB 1 (ab 1986), SFB 3 (ab 1990) bis hin zu RADIOkultur (ab 1997). Seit Dezember 2003 sind die Zeitpunkte im neuen Kulturradio des RBB zu hören, ab April mit neuen Sendezeiten: montags bis freitags um 11.15 und 11.45 Uhr, sonnabends und sonntags um 17.05 Uhr.

„Die ‚Zeitpunkte‘ haben es geschafft, sich trotz der Frequenzwechsel eine konstante Stammhörerschaft zu sichern – zu der bei weitem nicht nur Frauen zählen. Dieser Erfolg ist zurückzuführen auf den Weitblick der Redaktion“, so Dr. Wilhelm Matejka, Programmchef von Kulturradio. „Die Zeitpunkte sind zurecht stolz darauf, dass sich die Redaktion für so manche Jungjournalistin als Karrieresprungbrett erwies.“ Bascha Mika, Chefredakteurin der taz und ehemals „Zeitpunkte“-Autorin, gestand beispielsweise, dass erst die Zeitpunkte sie dazu ermutigt haben, journalistisch weiterzuarbeiten.

Am Donnerstag, 1. April 2004, werden die „Zeitpunkte“ für ihre besonderen Leistungen mit der „Louise-Schroeder-Medaille“ geehrt. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, überreicht im Rahmen einer Feierstunde die Medaille. Die Auszeichnung wird jährlich an eine Persönlichkeit oder Institution verliehen, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis Louise Schröders, der Oberbürgermeisterin von Berlin 1947/48, in hervorragender Weise Rechnung trägt und sich u. a. um die Gleichstellung von Frauen und Männern verdient gemacht hat.

„Ich glaube, neben der nie ermüdenden Aufgeschlossenheit für sich wandelnde Realitäten im Leben der Frauen und ihre Rolle in unserer Welt ist es gerade dieses Hineinschauen in Ereignisse und Menschen, das den ‚Zeitpunkten‘ und denen, die sie gestalten, ihre Einmaligkeit verleiht. Umso größer war meine Freude über die Auszeichnung der Redaktion mit der Louise-Schröder-Medaille. Der 25. Geburtstag ist nicht nur Anlass, den ‚Zeitpunkte‘-Redakteurinnen Glückwunsch und Dank zu sagen für ihre engagierte Arbeit, für ihre Ideen, ihre Berichte, Reportagen und Gespräche, die die Kulturprogramme aus dem Haus des Rundfunks immer auf besondere Art und Weise bereichert haben. Zugleich gibt der Blick zurück Gewißheit, dass auch in den kommenden Jahren viele interessante und aufregende Impulse von den ‚Zeitpunkten‘ für das Kulturradio des RBB ausgehen werden“, so RBB-Hörfunkdirektorin Hannelore Steer.

Fotos aus „25 Jahre Zeitpunkte“ stehen Ihnen unter www.ard-foto.de honorarfrei zur Verfügung.