Presseinformation 2004-007 vom 22.01.2004 - HEIMATFILMWOCHENENDE vom 22. bis 25. Januar 2004 in den Hackeschen Höfen
Vier Dokumentaristen nähern sich mit drei Filmen auf verschiedene Weise dem Begriff Heimat. Volker Koepp, Heinz Brinkmann, Heiner Sylvester und Helke Misselwitz – alle sind sie Protagonisten der ostdeutschen Dokumentarfilmszene. Vierzehn Jahre nach dem Ende der DDR suchen sie die filmische Auseinandersetzung mit Eigenem und Fremden, Nähe und Distanz. Städter schufen einen Heimatfilm tief in der Provinz, andere begaben sich auf die Reise, zum einen in eine ganz private Innenwelt, zum anderen auf die Straße. Heimat als das ewige Unterwegs-Sein.
Freitag, 23. Januar 2004 um 20.00 Uhr
„Frankfurter Tor“
Regie: Volker Koepp, D 2004, 60 min., Produzent: Chronik TV
„Frankfurter Tor“ nennt sich ein riesiger Parkplatz für Lastkraftwagen der Autobahn A 12 Berlin Frankfurt. Dieser erst wenige Jahre alte asphaltierte märkische Flecken dient zur Vorregulierung des Grenzverkehrs. Er ist nach dem Frankfurter Tor in Berlin benannt. Täglich passieren 4000 LKWs diese Grenze, über 700 000 Fahrer steigen jährlich am „Frankfurter Tor“ aus ihrem LKW und warten auf die Weiterfahrt in Richtung Polen. Die Tage dieses einzigartigen Ortes sind gezählt. Wenn Polen der EU beitritt, rückt die Grenze nach Osten und das sonderbare Geviert wird im märkischen Sand wieder versinken.
Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Volker Koepp
Samstag, 24. Januar 2004 um 17.30 Uhr
„Wildenranna“
Regie: Alice Agneskirchner, D 2001, 80 min.
"Es gibt dreierlei Leut: Schwarze, Weiße und Ranninger." Das ist so ein Sprichwort in der Region, und die Ranninger, so nennen sich die Einwohner des Dorfes Wildenranna, sind stolz auf ihre Eigenheiten. Stur seien sie schon, aber zusammenhalten tun sie auch. So beschreiben sie sich gerne selbst. Der Bayerische Wald, noch genauer das Dorf Wildenranna, ist der Ort einer filmischen Suche der Regisseurin Alice Agneskirchner nach dem, was Heimat heute ist: Sie beobachtet die Menschen und das Leben im hintersten Winkel Bayerns - dort, wo eine Fahrt nach München noch immer eine halbe Weltreise ist. Über ein Jahr lang hat Alice Agneskirchner in Wildenranna und mit den Ranningern gedreht. Ihr Film beschreibt das Glück, eine Heimat zu haben, und die Enge, die man dafür in Kauf zu nehmen bereit ist. "Wildenranna" zeigt eine unbekannte Welt, die fremd und anachronistisch scheint, doch gar nicht fern von uns noch sehr wirklich ist
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Alice Agneskirchner
Weitere Vorstellung: Sonntag, 25. Januar 2004 um 13.00.
Samstag, 24. Januar 2004 um 20.00 Uhr
„Hinter den Bergen. Ein Heimatfilm“
Regie: Heiner Sylvester/Heinz Brinkmann, D 2004, 67 min. Prod.: Kruschke-Film
Hinter dem Berg – vor dem Berg. Vor der Mauer – hinter der Mauer. Heinersdorf im Thüringer Wald an der Grenze zum Fränkischen war schon immer ein Grenzort. Die Glaubensgrenze vom Katholischen zum Protestantischem verlief ebenso am Ortsrand wie nach dem 2. Weltkrieg der Wall zwischen zwei Machtblöcken. Zu DDR-Zeiten lag der Ort im Sperrgebiet und war von allen Seiten von Sperranlagen „begrenzt“. Dieses Inseldasein hat die Heinersdorfer bis auf den heutigen Tag geprägt. Ihre Lebensgeschichten erzählen davon, dass Heinersdorf mitten in Deutschland und mitten in den Zeitläufen deutscher Geschichte gestanden hat.
Premiere in Anweseheit der Regisseure Heinz Brinkmann & Heiner Sylvester und einiger Vertreter der Blaskapelle
anschließend
„Quartier der Illusionen“
Regie: Helke Misselwitz, D 2004, 60 min., Produzent: credofilm
„Das Geräusch von Eisenbahnen ist mir vertraut seit meine Mutter mich auf diese schöne und grimmige Welt brachte ... seit fünf Jahren lebe ich in der Albrechtstraße, in der Mitte Berlins. Aus dem Seitenflügel im vierten Stock sehe ich zur einen Seite auf die Charité und zur anderen auf das routierende Emblem des Berliner Ensembles. Drei Minuten brauche ich, um von meinem Wohnhaus den Bahnhof Friedrichstraße zu erreichen. Dabei passiere ich meine Lieblingsbrücke. Von weitem verspricht sie großstädtischen Glanz. Aus der Nähe betrachtet ist sie ein Ort des Elends. Jede Menge Dreck und Müll aus den Zügen und Möwen- und Taubenscheiße. Relikte aus DDR-Zeiten, als der Bahnhof Grenzübergang war, die S-Bahnen für Ost- und Westberliner hier auf verschiedenen Gleisen endeten und die Fernzüge für ein paar DDR-Bürger mit Ausreisegenehmigungen erreichbar waren. (Helke Misselwitz)
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Helke Misselwitz
Freitag, 23. Januar 2004 um 20.00 Uhr
„Frankfurter Tor“
Regie: Volker Koepp, D 2004, 60 min., Produzent: Chronik TV
„Frankfurter Tor“ nennt sich ein riesiger Parkplatz für Lastkraftwagen der Autobahn A 12 Berlin Frankfurt. Dieser erst wenige Jahre alte asphaltierte märkische Flecken dient zur Vorregulierung des Grenzverkehrs. Er ist nach dem Frankfurter Tor in Berlin benannt. Täglich passieren 4000 LKWs diese Grenze, über 700 000 Fahrer steigen jährlich am „Frankfurter Tor“ aus ihrem LKW und warten auf die Weiterfahrt in Richtung Polen. Die Tage dieses einzigartigen Ortes sind gezählt. Wenn Polen der EU beitritt, rückt die Grenze nach Osten und das sonderbare Geviert wird im märkischen Sand wieder versinken.
Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Volker Koepp
Samstag, 24. Januar 2004 um 17.30 Uhr
„Wildenranna“
Regie: Alice Agneskirchner, D 2001, 80 min.
"Es gibt dreierlei Leut: Schwarze, Weiße und Ranninger." Das ist so ein Sprichwort in der Region, und die Ranninger, so nennen sich die Einwohner des Dorfes Wildenranna, sind stolz auf ihre Eigenheiten. Stur seien sie schon, aber zusammenhalten tun sie auch. So beschreiben sie sich gerne selbst. Der Bayerische Wald, noch genauer das Dorf Wildenranna, ist der Ort einer filmischen Suche der Regisseurin Alice Agneskirchner nach dem, was Heimat heute ist: Sie beobachtet die Menschen und das Leben im hintersten Winkel Bayerns - dort, wo eine Fahrt nach München noch immer eine halbe Weltreise ist. Über ein Jahr lang hat Alice Agneskirchner in Wildenranna und mit den Ranningern gedreht. Ihr Film beschreibt das Glück, eine Heimat zu haben, und die Enge, die man dafür in Kauf zu nehmen bereit ist. "Wildenranna" zeigt eine unbekannte Welt, die fremd und anachronistisch scheint, doch gar nicht fern von uns noch sehr wirklich ist
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Alice Agneskirchner
Weitere Vorstellung: Sonntag, 25. Januar 2004 um 13.00.
Samstag, 24. Januar 2004 um 20.00 Uhr
„Hinter den Bergen. Ein Heimatfilm“
Regie: Heiner Sylvester/Heinz Brinkmann, D 2004, 67 min. Prod.: Kruschke-Film
Hinter dem Berg – vor dem Berg. Vor der Mauer – hinter der Mauer. Heinersdorf im Thüringer Wald an der Grenze zum Fränkischen war schon immer ein Grenzort. Die Glaubensgrenze vom Katholischen zum Protestantischem verlief ebenso am Ortsrand wie nach dem 2. Weltkrieg der Wall zwischen zwei Machtblöcken. Zu DDR-Zeiten lag der Ort im Sperrgebiet und war von allen Seiten von Sperranlagen „begrenzt“. Dieses Inseldasein hat die Heinersdorfer bis auf den heutigen Tag geprägt. Ihre Lebensgeschichten erzählen davon, dass Heinersdorf mitten in Deutschland und mitten in den Zeitläufen deutscher Geschichte gestanden hat.
Premiere in Anweseheit der Regisseure Heinz Brinkmann & Heiner Sylvester und einiger Vertreter der Blaskapelle
anschließend
„Quartier der Illusionen“
Regie: Helke Misselwitz, D 2004, 60 min., Produzent: credofilm
„Das Geräusch von Eisenbahnen ist mir vertraut seit meine Mutter mich auf diese schöne und grimmige Welt brachte ... seit fünf Jahren lebe ich in der Albrechtstraße, in der Mitte Berlins. Aus dem Seitenflügel im vierten Stock sehe ich zur einen Seite auf die Charité und zur anderen auf das routierende Emblem des Berliner Ensembles. Drei Minuten brauche ich, um von meinem Wohnhaus den Bahnhof Friedrichstraße zu erreichen. Dabei passiere ich meine Lieblingsbrücke. Von weitem verspricht sie großstädtischen Glanz. Aus der Nähe betrachtet ist sie ein Ort des Elends. Jede Menge Dreck und Müll aus den Zügen und Möwen- und Taubenscheiße. Relikte aus DDR-Zeiten, als der Bahnhof Grenzübergang war, die S-Bahnen für Ost- und Westberliner hier auf verschiedenen Gleisen endeten und die Fernzüge für ein paar DDR-Bürger mit Ausreisegenehmigungen erreichbar waren. (Helke Misselwitz)
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Helke Misselwitz