Presseinformation 2004_Nr. 064 vom 22.04.2004 - Trotz Kontaktverbot durch Verteidigungsministerium: Jagdgeschwader „Mölders“ feiert zusammen mit rechtsradikaler Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger

Trotz Kontaktverbot durch Verteidigungsministerium:
Jagdgeschwader „Mölders“ feiert zusammen mit rechtsradikaler Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger


Das Jagdgeschwader 74 „Mölders“ der deutschen Luftwaffe trifft sich seit Jahren regelmäßig mit der rechtsradikalen Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger (OdR). Nach Recherchen des ARD-Politmagazins KONTRASTE begehen traditionell Bundeswehrsoldaten der Eliteeinheit und Mitglieder der Ordensgemeinschaft jedes Jahr gemeinsam den Todestag des ehemaligen Wehrmachtsoffiziers Werner Mölders, Namensgeber für das Jagdgeschwader. Zuerst werden Kränze niedergelegt, danach geht es zum „gemütlichen Beisammensein“ in die Kaserne, berichtet KONTRASTE.

Bereits 1999 hatte das Bundesverteidigungsministerium den Kontakt zur Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger und ihren regionalen Unterorganisationen untersagt. Im Mitgliederverzeichnis dieses Vereins finden sich die Namen vieler ehemaliger SS-Angehöriger. Die Ordensgemeinschaft gilt als rechtsradikal.

Der Verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Rainer Arnold, forderte in KONTRASTE Konsequenzen für die Verantwortlichen. Die Ordensgemeinschaft habe bei offiziellen Anlässen nichts zu suchen. „Ich bin sicher, dass das Verteidigungsministerium handeln wird.“

Winfried Nachtwei, Verteidigungspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Grüne forderte, das Jagdgeschwader umzubenennen. Mölders sei eine „Zentralfigur der NS-Kriegspropaganda“ und ein „begeisterter Kriegshandwerker“ gewesen.

Kontraste am Donnerstag, 22. April 2004, um 21.40 Uhr im Ersten.