
Presseinformation 210/2006 vom 20.10.2006 - Das bringt die Mehrwertsteuererhöhung: „Mr. 19 Prozent“ zieht nach vier Wochen Bilanz
Wie wird sich die Mehrwertsteuer auf unser Leben auswirken, und um wie viel teuerer wird es für die Haushalte pro Monat nächstes Jahr werden? Diese Fragen stellte sich vor vier Wochen Radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und schickte seinen „Mr. 19 Prozent“, alias Radioeins-Reporter Lutz Oehmichen, auf die Spur der größten Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Im Vorgriff der Mehrwertsteuererhöhung durchleuchtete „Mr. 19 Prozent“ einen Monat lang täglich auf Radioeins alle relevanten Ausgaben eines Durchschnittshaushalts, als „Bürger Oehmichen“. Journalistisch begleitet wurde er dabei von seinem Kollegen Rolf Kunz.
Nun steht das Ergebnis fest: Ungefähr 46 Euro zusätzlich werden die Haushalte wahrscheinlich durchschnittlich im Monat mehr ausgeben müssen. Auf das Jahr gerechnet bedeutet dies ca. 555 Euro zusätzliche Ausgaben pro Durchschnitts-Haushalt. Die von „Mr. 19 Prozent“ angestellten Schätzungen und Berechnungen orientieren sich an dem vom Statistischen Bundesamt festgestellten durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen in Deutschland.
Geschätzte monatliche Mehrkosten pro Haushalt ab 2007
Miete | + | 7,00 € |
Handwerker/Reparatur | + | 3,00 € |
Versicherungen | + | 3,80 € |
Energie | + | 15,00 € |
Supermarkt/Warenhaus | + | 10,50 € |
Freizeit | + | 7,00 € |
+ | 46,30 € |
Dabei stellte „Mr. 19 Prozent“ fest, dass nicht alle Unternehmen die zusätzlichen drei Prozentpunkte Mehrwertsteueranhebung auf den Bürger durchreichen werden: So erwarten die Schaden- und Sachversicherungen eine Anhebung ihrer Prämien von bis zu fünf Prozent, während der Einzelhandel darauf aus ist, seine „Schaufensterpreise“ (wie z. B. „19,95 €“) zu behalten. Gleichzeitig ist aber schon jetzt bei einigen Warenhaus-Produkten wie Kosmetika, Drogerieartikel und ähnlichem ein massiver Preisanstieg von mindestens fünf Prozent zu beobachten.
„Bürger Oehmichen“ schätzt, dass die Gastronomie teilweise die Gelegenheit nutzen wird, über die Mehrwertsteueranhebung hinaus höhere Preise durchzusetzen – zumal das Umschreiben von Speisekarten mit Kosten verbunden sein wird.
Auf die Wohnungsmiete wird vordergründig keine Mehrwertsteuer erhoben, dennoch ist sie von der Erhöhung betroffen. Auf rund 80 Prozent der Nebenkosten wie Entwässerung, Schneebeseitigung oder Beleuchtung liegt der normale Mehrwertsteuersatz, der ab
1. Januar 2007 angehoben wird.
Bei Markenartikeln wird voraussichtlich die Steuer-Erhöhung vollständig an den Bürger weitergegeben. Das gleiche gilt für Arzneimittel. Auch sie sind von der Steuererhöhung betroffen. Damit werden im neuen Jahr die Krankenkassen definitiv finanziell mehr belastet. In diesem Zusammenhang wird auch die Zuzahlung für Medikamente in den Apotheken steigen.
Liebe PressekollegInnen, für Rückfragen steht Ihnen Lutz Oehmichen von Radioeins gern zur Verfügung,
Telefon: 030/97 99 3 31 800,
E-Mail: lutz.oehmichen@rbb-online.de.