Presseinformation 268/2006 vom 13.12.2006 - Nach einem Jahr und vielen gelösten Fällen: „Die Jury hilft“ auch 2007

Ein „Graufahrer“ soll Strafe zahlen, weil er für sein Ticket 10 Cent zu viel bezahlt hat, eine Großfamilie drängt sich in einer Ein-Zimmer-Wohnung, die Eltern eines schwerkranken Mädchens sollen Monate auf einen Behindertenparkplatz warten ... Das sind nur drei der Fälle, in denen „Die Jury hilft“. Moderatorin Tatjana Jury ist seit Januar 2006 als Ombudsfrau des rbb Fernsehens im Einsatz. Dass sie von den Nachrichten „Brandenburg aktuell“ bekannt ist, hat ihr manche Tür leichter geöffnet. Im Zuschauerauftrag spricht die engagierte Journalistin mit Verantwortlichen in Ämtern und Behörden der Region und organisiert unbürokratische Lösungen. Über 55 Fälle hat die Sendung bisher berichtet, doch die Ombudsfrau und ihr Team konnten rund 100 Probleme lösen helfen. Bewegende Schicksale und auch skurrile Geschichten gab es. Die Sondersendung „Die Jury hilft – spezial“ erinnert am Sonntag,
dem 17. Dezember 2006, um 18.30 Uhr,
an die schönsten Momente. Kurz vorher zieht Tatjana Jury Bilanz:

Knapp 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer wandten sich seit Jahresbeginn an die Redaktion. Wer wurde zum Fall für „Die Jury hilft“?

Tatjana Jury: Berliner und Brandenburger, die selbst schon alle Möglichkeiten ausgereizt hatten und keinen Millimeter mehr vorankamen. Nicht immer mussten sie mit Vorschriften kämpfen - öfter aber mit Folgen von Missverständnissen oder viel bürokratischem Kleingeist. Von Fällen, die bereits vor Gericht ausgetragen werden oder mit geltenden Gesetzen kollidieren, lassen wir allerdings die Finger.

Welcher Fall hat Sie besonders berührt?

Tatjana Jury: Der von einem großartigen Jungen aus Klosterfelde. Julian ist mit einer Gehbehinderung auf die Welt gekommen, hadert aber überhaupt nicht mit seinem Schicksal. Im Gegenteil - er kämpft um jede Bewegung und bleibt dabei ein fröhliches Kind. Dank unserer Hilfe unterstützt ihn weiterhin ein Einzelfallhelfer – so kann der Achtjährige in der Schule in Wandlitz bleiben.

Was hat Sie bei Ihren Recherchen überrascht?

Tatjana Jury: Dass manchmal ein paar Telefonate genügten, um ein Problem zu lösen. In der Regel – und da war ich weniger überrascht – braucht es bis zur Lösung aber zähe Kleinstarbeit.

An welche skurrile Geschichte erinnern Sie sich?

An die Geschichte von einem Berliner Senioren, der plötzlich zum „Graufahrer“ wurde. Als er sein auf Vorrat gekauftes BVG-Ticket bei einer Kontrolle vorzeigte, sollte er 40 Euro Strafe zahlen, weil der aktuelle Fahrpreis für die Strecke inzwischen 10 Cent billiger war ... Glücklicherweise konnten wir dem „Graufahrer“ die Strafe ersparen. Aber die Verhandlungen haben ein halbes Jahr gedauert.

Regelmäßig vergibt die Sendung den „Ärmelschoner des Monats“. Welche Erfahrung haben Sie in den letzten Monaten mit den Behörden gesammelt und wie steht es um die Bürokratie?

Tatjana Jury: Wir kritisieren ja nicht, weil das populär ist! Eher heißt unsere Devise: Vorsicht vor Vorurteilen. Doch wenn wir nach ausführlicher Recherche zum Schluss kommen, dass jemand Fehler gemacht hat, dann zeigen und sagen wir das auch.

Bei unseren Anfragen waren die Berliner Ämter schneller auskunftsbereit. Dafür bekamen wir in Brandenburger Verwaltungen häufiger ganz direkten Kontakt zu den Sachbearbeitern.

Was geschieht hinter den Kulissen der Sendung?

Tatjana Jury: die Hauptarbeit findet nicht vor laufender Kamera statt. Zu unserem Team gehören Redakteure, Rechercheure und vor allem die RBB Service-Redaktion, die immer ein offenes Ohr für die Probleme der Zuschauer hat. „Die Jury hilft“ erreichen die Zuschauer unter Telefon 01805-150 250.

Wie lautet Ihre Bilanz nach einem Jahr „Die Jury hilft“?

Tatjana Jury: Es gibt viel zu tun und wir sind ganz am Anfang! „Die Jury hilft“ auf jeden Fall auch 2007!

„Die Jury hilft – spezial“ am Sonntag, 17.12.06, um 18.30 Uhr

Im Jahresrückblick besucht Tatjana Jury Menschen, denen die Sendung helfen konnte: Die sechsköpfige Berliner Großfamilie, die inzwischen nicht mehr in einem Zimmer leben muss, den kleinen Julian, der weiter seine Lieblingsschule in Wandlitz besucht, den Berliner „Graufahrer”, dem Strafe erspart blieb, die Eltern der schwerkranken Sophie, die doch schneller zu ihrem Behindertenparkplatz in Kreuzberg kamen und auch eine Berlinerin, für die „die Jury“ im Streit um ein verbeultes Auto immerhin einen Teilerfolg errang. Was ist aus ihnen geworden? Ende gut – alles gut?

Erste Sendung im Jahr 2007:
Montag, 15. Januar, 20.15 Uhr

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