Presseinformation 047/2006 vom 15.03.2006 - RBB freut sich über drei Grimme Preise

Dreifache Freude beim RBB: Die RBB-Produktionen und Ko-Produktionen „Polizeiruf 110: Kleine Frau“ (RBB für Das Erste), „Welthauptstadt Germania“ (RBB/ARTE/SWR ) und „Die Frauen von Ravensbrück“ (MDR/RBB/SWR) werden am 31. März mit dem renommierten Grimme Preis 2006 ausgezeichnet. „Sechs Nominierungen, drei Preise – eine reiche Ernte! Wir freuen uns über diesen großen Erfolg“, sagt RBB-Fernsehdirektor Gabriel Heim.

Der „Polizeiruf 110: Kleine Frau“ (Buch: Stefan Rogall, Regie: Andreas Kleinert, Kamera: Thomas Plenert) erzählt eindrucksvoll über die Nöte von Müttern. Kommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) fährt zu einem Treffen ihrer Brandenburger Abiturklasse. Doch das große Fest endet für sie in einer privaten Katastrophe. Ihre ehemalige Schulfreundin Lisa (Johanna Gastdorf) soll ihren Sohn erschlagen haben …

Aus der Jurybegründung: „’Kleine Frau’ gehört zu den herausragenden Filmen der ‚Polizeiruf’-Reihe. Er verbindet auf eindringliche Weise Krimi, Kunst und Kritik an der Gesellschaft. Er spielt nicht im viel zu häufig zu sehenden Milieu der Reichen und Schönen, sondern dort, wo die meisten Menschen leben: in einem schweren – hier realistisch wiedergegebenen – Alltag.“ Das rbb Fernsehen zeigt den Film am 12. April um 22.15 Uhr.

Zum Endspiel der Fußball-WM 2006 werden im Sommer rund 74.000 Menschen in das Berliner Olympiastadion strömen – in ein Bauwerk, das einmal Teil von Hitlers „Welthauptstadt Germania“ sein sollte. Mit Hilfe seines Leibarchitekten Albert Speer wollte er Berlin neu gestalten und von hier aus die Welt regieren. Die Dokumentation von Artem Demenok (Redaktion: Hans von Brescius, RBB, Dagmar Mielke, ARTE-Redaktion des RBB, Martina Zöllner, SWR) erhält den Sonderpreis „Kultur“ des Landes NRW.

Aus der Jurybegründung: „Artem Demenok gelingt hier Erstaunliches: Er zeigt pointiert und ohne ideologische Scheuklappen, wie Architektur missbraucht werden kann, um politische Macht zu inszenieren. Dabei lädt uns der Filmemacher zugleich ein, unser auch von Stereotypen geprägtes Wissen über die NS-Architektur in Frage zu stellen.“

Das rbb Fernsehen strahlt den Film am 29. Mai um 22.15 Uhr aus.

Mit über 120.000 Inhaftierten war Ravensbrück das größte Frauen-Konzentrationslager der NS-Geschichte. Der Dokumentarfilm „Die Frauen von Ravensbrück“ von Loretta Walz, an dem MDR und RBB als Koproduzenten beteiligt sind, erinnert daran. Bereits 1980 hat die Berliner Produzentin und Regisseurin begonnen, Überlebende zu interviewen – und einem Strom der Erinnerung Bahn gebrochen. In den Stimmen von Frauen aus 15 west- und osteuropäischen Ländern wird die Geschichte des Konzentrationslagers, von Widerstand und Verfolgung aus spezifisch weiblicher Sicht lebendig.

Aus der Jurybegründung: „Gerade die konkreten und individuell geprägten Geschichten, die Details … hinterlassen bei den Betrachtern einen nachhaltigen Eindruck.“ Der Film „liefert nicht nur jenen Zuschauern … Informationen, die nicht viel über Ravensbrück wissen, sondern auch jenen, die denken, über den faschistischen Terror in den Konzentrationslagern schon alles gehört und gesehen zu haben.“