Zitadelle in Berlin-Spandau (Quelle: RBB)

Presseinformation 148/2006 vom 22.08.2006 - Stadt, Land, Fluss – Bilder aus den Sammlungen von NDR und RBB

RBB und NDR stellen in der Spandauer Zitadelle gemeinsam Teile ihres Kunstbestandes aus. Vom 27. August bis zum 5. November 2006 werden mehr als hundert Exponate in allen Stilen und Techniken vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute gezeigt. Dabei treffen Landschaftsbilder aus dem hohen Norden und Berliner Stadtlandschaften aufeinander. Die Ausstellungseröffnung findet am 26. August um 18.00 Uhr im Rahmen der 20. Langen Nacht der Museen statt. Neben der RBB-Intendantin Dagmar Reim werden Gerhard Hanke (Bezirksstadtrat Spandau) und Andrea Theissen (Kunstamts- und Museumsleiterin) die Ausstellung in feierlichem Rahmen eröffnen.

Der vor gut drei Jahren aus der Fusion von SFB und ORB entstandene Rundfunk Berlin-Brandenburg macht mit der Ausstellung „Stadt, Land, Fluss“ erstmals Bilder aus dem seit den Fünfzigerjahren angesammelten Besitz zugänglich. Der Nordeutsche Rundfunk lässt seit mehreren Jahren unter dem Titel „Weite und Licht“ Bilder aus den norddeutschen Ländern durch sein Sendegebiet wandern.

Aus der Kombination und Konfrontation von Landschaften im herkömmlichen Sinne mit Stadtansichten entstehen fruchtbare Spannungen. Harmonie prägt die meisten Bilder des Nordens. Vor den Arbeiten von Horst Janssen, Klaus Fussmann, Sabine Curio und vielen anderen erfährt sich der Betrachter als Teil der Natur, oft als deren Bewunderer.

Viele Maler der Großstadt setzen sich mit deren Strukturen und den Einflüssen der Stadt auf ihre Bewohner auseinander. Gerade in Berlin tun sie das mit Realismus, manchmal auch kritisch. So fordern die Arbeiten von Karl Oppermann, Thomas Hartmann, Carla Fioravanti und anderen das Publikum zur Stellungnahme heraus.


Die Bilder bieten die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Lebensraum auseinanderzusetzen. Die Darstellungen von Landschaften helfen, die Umwelt anders im Alltag zu erleben. So trägt eine Ausstellung wie diese auch zu einem neuen Verständnis von Heimat bei. Das Wort ist lange missbraucht worden und darum verpönt gewesen. Aber vieles deutet daraufhin, dass gerade heute die Menschen nach Wurzeln, nach Bezügen zu ihrem engeren Umfeld suchen. Dafür gibt es kein besseres Wort als Heimat. Landschaftsbilder, gleich welchen Typs, fördern die Suche nach Wurzeln. Sie schaffen also Heimat.

Die unter Leitung von Dr. Rudolf Großkopff konzipierte Ausstellung ist täglich außer montags in den Ausstellungssälen Bastion Kronprinz in der Zitadelle Spandau zu sehen.