Presseinformation 007/2006 vom 12.01.2006 - UltraSchall – das Festival für neue Musik Perspektiven zwischen alt und neu


Vom 19. bis 29. Januar 2006 veranstalten Kulturradio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und Deutschlandradio Kultur zum achten Mal „UltraSchall – Das Festival für neue Musik“. Die zwei Schwerpunkte des Festivals widmen sich der Musik des 1980 verstorbenen italienischen Avantgardisten Franco Evangelisti, der in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre, sowie Werken polnischer Komponisten. Im Mittelpunkt zahlreicher Konzerte (darunter auch die Orchesterkonzerte der RBB-Reihe „Musik der Gegenwart“) stehen neueste Werke junger Komponisten und Klassiker der Avantgarde.

Aufgeführt werden wichtige Werke der polnischen Avantgarde aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die längst Kultstatus erlangt haben für die Generation der jungen polnischen Komponisten: „Threnos“, 1961 komponiert von Krysztof Penderecki, sowie Witold Lutosławskis „Chain III“ von 1985 und „Chantefleurs et Chantefables“ von 1991.

Bei den Konzerten am 23. und 29. Januar handelt es sich um die Veranstaltungen aus der Reihe „Musik der Gegenwart“ Nr. 198 und Nr. 199.

Im Spannungsfeld von Improvisation und Komposition bewegt sich das Werk des Komponisten Franco Evangelisti (1926-1980) mit seiner geheimnisvoll wirkenden Klanglichkeit. Sein Werk, das in erstaunlicher Weise unseren Zeitgeist trifft, kann vielleicht erst knapp 50 Jahre nach seiner Entstehung richtig verstanden werden.

Der Rundfunkchor Berlin wird im Rahmen von UltraSchall eine Choroper zum Thema „Angst – Fünf Pforten der Angst“ von Christian Jost uraufführen. Filmische Projektionen stellen die Thematik auch optisch dar. Ferner wird das „Ensemble Modern“ beim UltraSchall-Festival zu Gast sein, auch die DAAD-Stipendiaten Lucia Ronchetti sowie Mark André bekommen ein Forum. „Void II“ wird uraufgeführt. In dem Werk setzt sich Nikolaus Brass mit der Architektur des Jüdischen Museums in Berlin auseinander.

Spannung verspricht die neue Oper des erfolgreichen Komponisten Pascal Dusapin in der Inszenierung der Staatsoper Unter den Linden. Dusapins „Faustus“ begegnet verschiedenen Persönlichkeiten der Geschichte und stellt ihnen Fragen nach Raum und Zeit, nach Anfang und Ende der Welt.

Neu ist die Zusammenarbeit des Festivals mit TESLA, dem Zentrum für Medienkunst im Podewils’schen Palais. Ein besonders faszinierender Beitrag verspricht die Rekonstruktion des „Poème électronique“ der Brüsseler Weltausstellung von 1958 zu werden.

„Ich freue mich am meisten darüber, dass es UltraSchall Jahr für Jahr gelingt, vor allem jüngere Menschen für die neue Musik zu begeistern“, so Dr. Wilhelm Matejka, Chefredakteur von Kulturradio. Der Erfolg der vergangenen Jahre habe dieses Konzept nachdrücklich bestätigt. Der Programmdirektor von Deutschlandradio Kultur, Dr. Günter Müchler, betont: „UltraSchall steht für den kulturpolitischen Anspruch und die kulturelle Verantwortung für das Neue und Unerhörte auch und gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten. Die zahlreichen Kooperationen zeigen, welches Ansehen das Festival gewonnen hat.“

„UltraSchall – das Festival für neue Musik“, bietet auch in diesem Jahr spannende Perspektiven zwischen Aktualität und historischer Tiefenschärfe.


Festivalleitung: Dr. Margarete Zander (Kulturradio vom RBB) und Rainer Pöllmann (Deutschlandradio Kultur)