rbb Fernsehen Logo; Quelle rbb

Presseinformation 089/2007 vom 19.04.2007 - „rbb movies“ zum ersten Mal im Frühling

Auch im Jahr 2007 präsentiert der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in der Reihe „rbb movies“ herausragende Spielfilme von den beiden Filmhochschulen der Region, der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg. Ab sofort zeigt das rbb Fernsehen die Reihe, die bisher im Dezember zu sehen war, parallel zum Internationalen Studentenfilmfestival „sehsüchte”. Das findet wie gewohnt im Frühjahr statt - vom 24. bis 29. April 2007 zum 36. Mal in Potsdam-Babelsberg. Zum Auftakt der kleinen Fernsehreihe sind in diesem Frühling ein neuer Spielfilm und zwei Highlights aus den Vorjahren der „rbb movies“ zu sehen, bevor im nächsten Frühjahr wieder wie immer sechs Neuproduktionen von den beiden Filmhochschulen zur Erstausstrahlung kommen.

TV-Premiere hat am Donnerstag, 26. April, um 22.45 Uhr, Daniel Langs HFF-Abschlussfilm „Deutschland Deine Lieder”. Sabine sitzt als „Azubi mit Herz” an der Kasse eines Discountmarktes, bis ein weiteres Storno das Fass ihrer Gefühle zum Überlaufen bringt. Martin versucht, den Menschen per Telefon eine private Altersvorsorge schmackhaft zu machen, und trinkt sich in der Pause zur Motivationstrainings-Kassette etwas Mut an, bis sein Chef ihm eine Kündigung ankündigt. Miriam ist schwanger und geht putzen, während ihr Freund Felix zu Hause die Absagen auf seine Bewerbungen sammelt und an seiner Doktorarbeit mit dem Titel „Der Verzicht auf die Tröstung der äußeren Sinngebung ...” schreibt.

Alle drei stellen unterschiedliche Facetten des Fetischs Arbeit in der heutigen Zeit dar. In kurzen Liedern brechen sie alle einmal aus ihren jeweiligen Lebenssituationen aus und geben Einblick in ihre Träume. Aus sehr genau beobachteten Momentaufnahmen entwickelt der Spielfilm von Daniel Lang Wendepunkte im Leben von drei Menschen. Elegant verknüpft ergeben sie zusammen einen stilsicher erzählten Kommentar zur gegenwärtigen (Arbeits-)Lage der Nation aus dem Blickwinkel der jungen Generation: ironisch, idealistisch, wütend! (Erstausstrahlung)

Um 23.10 Uhr folgt der Film „Jack und Bob“. Die beiden erfolglosen Kleinganoven Jack und Bob alias Müslüm und Ibrahim planen in ihrem Kiez in Kreuzberg 36 mal wieder das „ganz große Ding”, einen Postraub. Der liebenswerte Tagträumer Bob möchte auch so cool sein wie sein Kumpel Jack, doch seine Frau Gwen macht ihm die Hölle heiß, wenn er mit Jack herumhängt, und dann ist da ja auch noch sein Kind ... Am Ende geht mal wieder alles schief, nicht zuletzt durch den Fluchtwagenfahrer Gino, der nie auftaucht, wenn man ihn braucht und den Gangster „Monte Carlo Bülent”, der immer im falschen Moment auftaucht ...

Der Produzent und Schauspieler Erhan Emre („Knallhart”, „Zeit der Wünsche”) schuf während seines dffb-Studiums als Regisseur in dieser Kiez-Komödie eine bemerkenswerte Mischung aus authentischer Darstellung und filmischer Stilisierung. Ein Ensemble aus Profi- und Laiendarstellern und brillante Schwarz-Weiß-Bilder führen mitten ins irrwitzig wahre Leben von Jack und Bob.

Mit „Little Miss Perfect“ um 23.40 Uhr endet die kleine Reihe
„rbb movies“ im rbb Fernsehen. Katja kommt nach fünf Jahren Auslandsaufenthalt völlig abgebrannt nach Hause, um sich mit ihrer Mutter auszusöhnen. Die hat sich allerdings gerade das Leben genommen. Ein Stockwerk tiefer findet Jenny heraus, dass sie schwanger ist und ihr Freund sie betrügt. Die beiden Mittzwanzigerinnen prallen zufällig aufeinander, jede mit ihren Problemen beschäftigt, und bilden eine Notgemeinschaft, denn beide wollen dringend weg, einfach irgendwohin ... Im Wagen der toten Mutter fahren sie in Richtung Ostsee, Katja will ihren Vater um Hilfe bitten, der dort mit neuer Familie wohnt. Auf dem Weg üben sie, keine Angst mehr zu haben, singen vor fremden Leuten oder mischen sich unter die Gäste einer Silberhochzeit. Endlich beim Vater angekommen, weigert sich dieser jedoch, Katja wieder einmal als Geldgeber und Problemlöser zu dienen. Am Ende der Reise wissen beide, welchen Dingen sie sich stellen müssen.

Nica Junker drehte dieses verspielte und kluge Roadmovie im Dogma-Stil 2004 als Regie-Abschlussfilm an der Potsdamer Filmhochschule HFF „Konrad Wolf”. Sie versucht, das Lebensgefühl ihrer Generation einzufangen, die längst nicht mehr „Generation X” und auch nicht mehr „Generation Golf” ist, die viele Optionen und wenig Sicherheiten kennt. Schnelligkeit, Improvisation, der erfrischend echte Frauentyp der Darstellerinnen und die Musik von Berliner und Hamburger Interpreten wie Funny van Dannen, Francoise Cactus oder Masha Kurella verleihen dem Zeitgeist-Porträt Vitalität, Glaubwürdigkeit und Kult-Potential.

Honorarfreie Pressefotos zu den Filmen sind unter www.ard-foto.de abrufbar.

Weitere Informationen und alles rund um die Filmangebote im rbb Fernsehen unter www.rbb-online.de/filmzeit.