Presseinformation 010/2007 vom 08.01.2007 - Weiterer Preis für den Film „Welthauptstadt Germania“


Die Jury des 2. Urban Film Festival in Teheran hat die RBB/ARTE-Produktion „Welthauptstadt Germania“ mit dem „Best Research Award“ ausgezeichnet. Der mit 2.000 US-Dollar dotierte Preis wurde Autor Artem Demenok für seine umfangreichen Recherchen verliehen. Die Dokumentation, die 2006 bereits mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wurde, ist außerdem beim renommierten New Yorker Filmfestival für einen Preis in der Kategorie „History“ nominiert. Bis zur Preisverleihung am
2. Februar 2007 bleibt es spannend.

Der Film:
Die Nationalsozialisten wollten Berlin zu ihrer Schaltzentrale machen. Dazu gehörte die vollständige Umgestaltung. Schon 1925 – acht Jahre vor der Machtergreifung – hatte Hitler zwei Hauptbauten der zukünftigen „Reichshauptstadt“ entworfen: eine riesige Kuppelhalle, die 180.000 Menschen fassen sollte und ein Triumphbogen von 117 Meter Höhe. Albert Speer sollte die Ideen des Führers Wirklichkeit werden lassen. Der Krieg kam dazwischen. Es wurde nichts aus Hitlers „Halle des Volkes“. Der Triumphbogen wurde nicht gebaut. Aber die von Speer entworfenen Kandelaber beleuchten noch heute die Ost-West-Achse, die Straße des 17. Juni.

Der Film zeigt mit historischen Aufnahmen die Projekte für die „Welthauptstadt Germania“. Der Architekturhistoriker Wolfgang Schäche, der Architekt Léon Krier und der Philosoph Boris Groys setzen sich mit der NS-Architektur auseinander: Ist die Architektur von Despoten immer auch eine Architektur der Unterdrückung? Kann man diese Architektur sehen, ohne die Verbrechen der Nationalsozialisten zu sehen? Ist diese Architektur gut oder schlecht, unabhängig von dem, was ihre Erbauer wollten? Kann ein Verbrecher ein bedeutender Architekt sein?