Presseinformation 064/2008 vom 05.05.2008 - Gefährliche Route – Ostseepipeline zwischen versenkter Munition?


Nord Stream, ein Tochterunternehmen von Gazprom, E.ON und BASF, will ab 2011 eine 1.220 Kilometer lange Gasleitung durch die Ostsee bauen. Erkundungen zur Trassenführung der Ostseepipeline sind abgeschlossen. 32.000 Kilometer wurden nach Angaben von Nord Stream erkundet. Gravierende Munitionsfunde wurden angeblich nicht gemacht. Trotzdem wurde die Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes, die für Ende April geplant war auf unbestimmte Zeit verschoben. Nord Stream hält an dem ehrgeizigen Ziel fest, 2011 das erste Erdgas durch die Ostsee zu drücken. Das könnte sich nach Erkenntnissen der Wissenschafts- und Umweltredaktion „OZON“ des rbb Fernsehens als schwierig erweisen. Die Autoren der Sendung nahmen wichtige Munitionsverdachtsgebiete unter die Lupe und stellten sie den Untersuchungsmethoden von Nord Stream gegenüber.
Fazit: Noch kann Nord Stream keine Aussage über die wirkliche Munitionsbelastung der Trasse treffen. Die Erkundungsmethoden lassen nur den Schluss zu, dass sich im Sediment metallische Gegenstände verbergen. Ob es Schrott oder noch explosionsfähige alte Munition ist, lässt sich noch nicht abschließend klären. Auf etwa 600 Kilometern muss die Leitung offiziell ausgewiesene Munitionsverdachtsgebiete kreuzen. Das ist fast die Hälfte des Weges.

Mehr zum Thema in der Sendung „OZON“, in dem Beitrag „Gefährliche Route – Ostseepipeline durch versenkte Munition“, heute Abend,
22.05 Uhr, im rbb Fernsehen.

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