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Presseinformation 132/2008 vom 27.10.2008 - rbb Themenabend Goodbye Tempelhof Live-Berichte und Dokumentationen über die Schließung des Flughafens


Am Donnerstag, 30. Oktober 2008 startet die letzte Linienmaschine vom Flughafen Tempelhof nach Mannheim. Damit geht eine Epoche der Luftfahrt zu Ende. Um Mitternacht werden die Lichter endgültig ausgeschaltet.

Das rbb Fernsehen widmet der Schließung des Flughafens einen Themenabend. In Reportagen und Dokumentationen wird auf die bewegte Geschichte von Tempelhof zurückgeschaut, aber auch nach vorn auf die Planungen für das riesige, innerstädtische Areal. Sascha Hingst, Ulli Zelle und Martin Pallgen berichten von 20.15 – 20.45 Uhr und von 23.45 – 00.05 Uhr live.

Goodbye Tempelhof
20.15 – 20.45 Uhr und 23.45 – 00.05 Uhr

Rund 1.000 Gäste sind zum„Fly-Out” in Tempelhof geladen, darunter auch zahlreiche Zeitzeugen. Es werden Ausschnitte der Reden des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit und des Flughafenchefs Rainer Schwarz gezeigt, es gibt Live-Übertragungen aus der Abflughalle und vom Rollfeld und Interviews mit Gästen und Piloten. Sascha Hingst, Ulli Zelle und Martin Pallgen sind auch live dabei, wenn kurz vor Mitternacht die beiden letzten Flugzeuge, ein „Rosinenbomber“ und eine Junkers Ju 52, Richtung Schönefeld abheben und danach die Befeuerung der Start- und Landebahn abgeschaltet wird.


Meine Geschichte: Gail Halverson
Moderation: Jürgen Engert
20.45 – 21.00 Uhr

Gail Halverson war einer der amerikanischen Luftbrückenpiloten, die 1948/49 die Berliner versorgten. Er warf für die Kinder Taschentuchfallschirme mit Süßigkeiten ab und wurde so als „Candy-Pilot“ mit seinem „Rosinenbomber“ berühmt.
Der heute 87-Jährige erinnert sich an seine Flüge nach Tempelhof und an die aufregende Zeit der Luftbrücke.

Wir fliegen auf Berlin
Tempelhof
Film von Wilma Pradetto
21.00 – 21.45 Uhr

Was sich andere europäische Metropolen wünschen, das gibt es in Berlin: einen Flughafen mitten in der Stadt. Seine Architektur und die „Rosinenbomber“ der Amerikaner haben den Zentralflughafen Tempelhof berühmt gemacht. Im Oktober wird der älteste deutsche Verkehrsflughafen 85 Jahre alt – doch seine Tage sind gezählt.
Am 8. Oktober 1923 wurde Tempelhof in Betrieb genommen. Zwischen 1936 und 1939 entstand der damals größte Flughafenkomplex der Welt. Während der Berlin-Blockade diente Tempelhof den Westalliierten zur Versorgung der Stadt: Der Flughafen war damit zu einem Symbol der Freiheit geworden. 1975 verlegte man den zivilen Flugverkehr schließlich nach Tegel. Seit der Wiedervereinigung starteten und landeten hier wieder Zivilflugzeuge. Mit dem Ausbau des Flughafens Schönefeld zum „Airport Berlin Brandenburg International“ beschloss man das Ende Tempelhofs. Damit begann ein jahrelanger Streit um die „Rettung“ des Flughafens. Seine Befürworter organisierten schließlich den ersten Volksentscheid in der Geschichte Berlins. Aber am 27. April 2008 scheiterte der Volksentscheid an 80.000 fehlenden Ja-Stimmen. Das Schicksal des traditionsreichen Flughafens ist besiegelt – am 31. Oktober 2008 wird der Flugbetrieb eingestellt.

Heimliche Wahrzeichen
Der Flughafen Berlin-Tempelhof
Film von Marcus Weller
22.35 – 23.00 Uhr

Die Nazis haben ihn gebaut, die „Rosinenbomber” der Amerikaner machten ihn berühmt, die Berliner lieben ihn bis heute – der Zentralflughafen Tempelhof ist eine Legende und gilt zurecht als „Die Mutter aller Flughäfen”. Dieter Nickel führt fast täglich Besuchergruppen durch „seinen” Flughafen.
Dabei begibt er sich mit seinen Besuchern auf eine Zeitreise – zu den Nazis, dem Bombenkrieg, den Amerikanern, dem Mauerfall und wieder zurück in die Gegenwart. „Tempelhof ist wie eine kleine Stadt”, schwärmt Nickel, und von den „Geheimnissen”, die das Gebäude birgt, hat er fast alle entdeckt – die stickigen Gänge im dreigeschossigen Keller, durch die sich kilometerweit Heizrohre ziehen, den Bahntunnel, die Sporthalle der US Army im Empfangsgebäude. Dort dämmert auch die „Ehrenhalle” hinter verschlossenen Stahltüren vor sich hin. Von den Beton-Baldachinen, die in Stein gehauene Nazi-Größen und Flugpioniere beschirmen sollten, wurden nur die Armiereisen fertig. „Ich würde nicht sagen, dass ich hier jeden Raum kenne – auch nach
35 Jahren nicht“, so Dieter Nickel.

Flughafen Tempelhof
Wo Berlin den Himmel berührt
Film von Dagmar Wittmers
23.00 – 23.45 Uhr

Aus der Kabine der „Douglas DC 3” – Baujahr 1944 sieht der Flughafen Tempelhof inmitten der Häuser aus wie ein großes Gras- und Betonoval. Ein beliebtes Fotomotiv, das die Passagiere eifrig knipsen. Pilot Martin Müller ist aus Schwaben nach Berlin gezogen, um seinen Traum zu verwirklichen: Er fliegt Passagiere mit der letzten Original DC 3, dem legendären „Rosinenbomber”. So nannten die West-Berliner die Flugzeuge, mit denen die Amerikaner sie in den Monaten der sowjetischen Blockade aus der Luft mit Lebensmitteln, Kohle und Medikamenten versorgten. Nicht nur die „Rosinenbomber-Zeitreise” startet von Tempelhof aus, auch die Flugschüler von Thomas Schüttoff treffen sich hier. Der Mann scheint Kerosin im Blut zu haben: Fliegen war schon das Hobby seiner Eltern und Fluglehrer ist sein Traumberuf. Zu seiner kleinen Flotte gehören auch ein paar historische Flugzeuge, die startbereit im Hangar stehen. Wenn in Tempelhof Privatmaschinen landen, kann es sein, dass ein Hollywoodstar aussteigt. Für Aufregung sorgt das nicht. Eingespielte Teams nehmen Piloten und Fluggäste in Empfang. Tempelhof, der älteste Großflughafen der Welt, gegründet in den 20er Jahren, in den 30ern im Geist der NS Architektur zur wuchtigen Anlage ausgebaut und nach dem Krieg von den Amerikanern umgebaut– ist ein Mythos der Stadt. Ein paar Airlines halten in der Abfertigungshalle noch die Stellung, Büros und Schalter sind besetzt. Wie fühlen sich die Leute, die hier arbeiten? Wenn morgens die Dienstreisenden nach Mannheim und Brüssel aufbrechen, ist für kurze Zeit fast alles so wie früher, es kehrt vergangene Geschäftigkeit in den einstigen Berliner Zentralflughafen zurück. 45 Minuten über Abschieds- und Aufbruchstimmung in einem grandiosen Bauwerk. Eine Reportage über den Flughafen Tempelhof und die Menschen, die dort arbeiten.

Das rbb Fernsehen informiert außerdem in seinem Nachrichtenmagazin „rbb AKTUELL“ ab 21.45 Uhr über die Schließung des Flughafens.

Kontakt: Volker Schreck, Telefon (030) 97 99 3-12 107.
Weitere Informationen unter rbb-online.de

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