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Seit dem 1.August hat jedes Kind ab einem Jahr Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch allein in Berlin fehlen rund 800 Erzieher. Immer mehr Kitas suchen händeringend Freiwillige.
Sowohl der Bundesfreiwilligendienst als auch das „FSJ“, das „Freiwillige Soziale Jahr“ bieten massenhaft Arbeitsplätze in Kitas an. Die Bewerber erhalten dafür nur ein monatliches Taschengeld, werden aber zumeist als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt. Obwohl sie formal nicht auf den Betreuungsschlüssel in Kitas angerechnet werden dürfen, ersetzen sie im Alltag nicht selten einen Erzieher. Viele Kitas geben offen zu: Wenn wir die Freiwilligen nicht hätten, müssten wir Personal einstellen.
Doch als billige Arbeitskräfte sind die Freiwilligen eigentlich nicht gedacht. Laut Gesetz müssen die Stellen "arbeitsmarktneutral gestaltet“ werden, d.h. es darf keine reguläre Beschäftigung verdrängt werden. Die Realität sieht allerdings anders aus. Die Gewerkschaft ver.di spricht deshalb auch von "staatlich organisiertem Lohndumping" und fordert die Politik auf, den Mißbrauch abzustellen. Doch die Bundesregierung plant das Gegenteil: Derzeit wird überlegt, die Freiwilligendienste auszubauen.
Beitrag von: Andreas Vogtmeier









