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Im was!-Warenkorb haben wir vor fünf Jahren gezielt 30 Waren des täglichen Bedarfs aufgelistet - und sehen jetzt nach, was die eigentlichen Preistreiber sind und ob das Verbrauchergefühl, dass alles teurer wird, berechtigt ist.
Seit einigen Jahren kauft was! regelmäßig einen Warenkorb mit mehr als 30 verschiedenen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs ein: immer im selben Supermarkt, immer dieselben Produkte, keine Sonderangebote, keine Handels- und keine Premium-Marken. So können wir die heutigen Preise mit denen des Jahres 2008 vergleichen und genauer nachsehen, wo die vom Statistischen Bundesamt festgestellte Inflation besonders deutlich zu spüren ist – und wo sie vielleicht ganz ausfällt.
Milchprodukte sind teurer geworden
So hat sich im was!-Warenkorb Vieles verteuert: Milchprodukte zum Beispiel. Der Quarkpreis kletterte um 20 und der Milchpreis um 24 Prozent. Bei Butter waren es sogar 40 Prozent. Warum dieser so viel stärker gestiegen ist, erklärt Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale Brandenburg: "Das liegt daran, dass Butter aus ganz, ganz viel Milch hergestellt wird. Und wenn deren Preis um 20 Prozent steigt, dann muss ein daraus konzentriertes Erzeugnis noch deutlich teurer werden."
Bauernverband relativiert Preisanstieg
Nach Meinung des Deutschen Bauernverbands relativieren sich die Preisanstiege, die WAS! beobachtet hat: "Sie haben als Bezugsjahr das Jahr 2008 genommen, und das war das absolut schlechteste Milchjahr aus der Sicht der Milcherzeuger", sagt Generalsekretär Helmut Born. Für ihn ist die in den letzten Jahren weltweit gestiegene Nachfrage nach Milchprodukten der entscheidende Grund für den aktuellen Preisanstieg.
Noch mehr als bei Milchprodukten sind die Preise für Obst, Gemüse und Kartoffeln gestiegen. "Ich bin jetzt fast 50 Jahre im Handel, und das habe ich überhaupt noch nicht erlebt, dass die Kartoffeln so teuer sind", sagt zum Beispiel Ingeborg Barke, Einzelhändlerin in Teschendorf (Kr. Oberhavel). Preissteigerung hier: rund 50 Prozent.
Insgesamt kostet unser Warenkorb in diesem Jahr 51,57 Euro, vor fünf Jahren waren es noch 45,50 Euro – macht insgesamt 14 Prozent Preisanstieg bei unseren Beispielprodukten.
Die gute Nachricht: es gibt neben allen Preistreibern auch preisstabile Produkte - und sogar welche, die billiger geworden sind, wie z.B. Salz, Nudeln und Schokolade.
Beitrag von: Frank Drescher








