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Durch eine Namensverwechslung galt Brigitte Stiller als tot: Sie erhielt keine Rente mehr, ihr Konto bei der Sparkasse war aufgelöst und damit ihre wirtschaftliche Existenz bedroht. Wie konnte das passieren – und wie kommt sie wieder an Geld?
Die Rentnerin Brigitte Stiller ist quicklebendig, meist gut gelaunt und lebt seit über 40 Jahren in Hohenschönhausen. Vor wenigen Wochen hat sie allerdings am Telefon erfahren, dass sie angeblich bereits verstorben ist - für sie ein großer Schock.
Konto gesperrt – EC-Karte einbehalten
Die Geschichte beginnt, als Brigitte Stiller einkaufen will. Sie bekommt kein Geld aus dem Automaten. Über 700 Euro Rente müssten längst auf dem Konto sein. Und obwohl die Geheimzahl stimmt, behält der Automat die EC Karte. Für die Rentnerin ein unangenehme Situation. Zum Glück hilft die Sparkasse schnell. Die Rente von August ist zwar nicht eingegangen, aber Brigitte Stiller bekommt Bargeld. Ihr komplett gesperrtes Konto wird wieder aktiviert und die Mitarbeiter der Sparkasse forschen nach den Ursachen der Misere. Die Bank hat nämlich einen Bescheid von der Rentenstelle bekommen der besagte, dass Brigitte Stiller verstorben ist. Sofern Kunden sterben wird aus Sicherheitsgründen sofort die Karte gesperrt, damit das Erbe gesichert werden kann und kein Unfug mit der Karte getrieben wird.
Beweispflicht liegt beim Rentenempfänger
Die Rentenversicherung hat mit der Auszahlung der Renten den Rentenservice der Deutschen Post beauftragt. Die Post überweist das Geld auf die Konten der Empfänger. Todesfälle melden die Meldestellen automatisch dem Rentenservice der Post. Der stoppt dann sofort die Zahlungen und die Banken sperren das Konto.
Brigitte Stiller muss sich nun mit ihrem eigenen Todesfall befassen. Ihren Sterbetag am 12.7. hat ihr die Rentenstelle schriftlich mitgeteilt. Am Telefon erfährt sie, dass sie nun beweisen muss, dass sie noch am Leben ist.
Brigitte Stiller braucht dringend das Geld. Sofort erledigt sie deshalb sämtlichen Papierkram und versucht der Rentenstelle klarzumachen, dass sie wahrhaftig noch unter den Lebenden weilt. Die Rentnerin vermutet, dass der Fehler bei der Rentenstelle liegt. Und so war es auch. Immerhin haben die Mitarbeiter ihren Fehler so schnell wie möglich wieder gut gemacht, entschuldigten sich mit einem großen Blumenstrauß und haben die ausstehende Rente per Blitzüberweisung angewiesen. Uns wo lag der Fehler? Die Post hat von den Meldebehörden eine Sterbemitteilung bekommen, die eine andere Person betraf. Fälschlicherweise ist die dann auf Frau Stiller zugeordnet worden, weil einzelne Punkte, wie Kennnummern oder andere Ordnungsmerkmale, die so eine Mitteilung hat, zum großen Teil übereingestimmt haben.
Jetzt ist der Fehler korrigiert und Brigitte Stiller existiert auch für die Behörden wieder. Die Rentenstelle muss nun nur noch ermitteln, wer wirklich verstorben ist.
Beitrag von: Anja Nehls








