-
Elektromobilität für den Massenmarkt - davon ist man trotz starkem politischen Druck in Deutschland noch weit entfernt. Stattdessen blüht gerade in Berlin ein bunter Nischen-Markt mit Elektro-Lastenrädern, besonders leisen LKW und E-Mietstationen.
Berlin soll das deutsche Zentrum werden für die noch etwas schüchtern wachsende Elektromobilität. Dabei geht es hier nicht in erster Linie um die Großen der Automobilindustrie, sondern um eine dezentrale Förderung der vielen kleinen Projekte dieser Branche – auf dem EUREF-Campus zum Beispiel in Berlin-Schönberg. Hier steht zum Beispiel eine Solartankstelle, die bis zu 40 Elektroautos mit Energie versorgt. Auch C–Zero-Kleinwagen von Citroen werden dort mit Sonne betankt.
Carsharing für maximal 39 Euro am Tag
Multicity - die Carsharing-Tochter von Citroën - bietet in Berlin ausschließlich Elektroautos an. Das kostet 28 Cent pro Minute, der maximale Tagespreis ist bei 39 Euro gedeckelt. Das Konzept scheint aufzugehen. Knapp 4000 Kunden haben sich im ersten Jahr bei Multicity angemeldet, die Fahrzeugflotte wurde auf nun 350 Autos vergrößert.
Beispiel „Deutsche See“
geht es allerdings nicht um Autos, sondern um ein Zweirad: Mit einem elektrischen Lastenfahrrad beliefert die Firma Restaurants im Berliner Stadtgebiet. Gut fürs Image und für die Bilanz: der Einsatz des Fahrradkuriers kostet weniger als die Lieferung per LKW. Aus diesem Grund sieht man bei der Herstellerfirma Urban-e für das "Cargo E-Bike" auch eine goldene Zukunft – auch sie haben ihre Berliner Dependance auf dem EUREF-Campus. Mögliche Kunden: kleine Handwerksbetriebe, Blumenhändler, Apothekenservice, Feinkostläden, Weinhändler.
Zwei Beispiele von vielen, doch bis Elektrofahrzeuge nicht nur das Berliner Straßenbild prägen, wird es noch viele Jahre dauern. Mit Nischenangeboten bahnen sie sich aber auf Nebenstraßen einen Weg in Hauptstadt.
Beitrag von: Jörn Kersten









