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Braucht man einen Kredit, wird in der Regel die Bonität abgefragt. Der so genannte Score-Wert beschreibt die Kreditwürdigkeit. Dieser hängt von früheren Geschäften ab und ist manchmal negativ, obwohl man immer pünktlich gezahlt hat.
Bei Auskunfteien fragen Unternehmen die Bonität ihrer Kunden ab. Die dort erzielten Scores haben einen direkten Einfluss auf die Vertragskonditionen. Doch wie aussagekräftig sind die Werte?
Banken, Kommunikationsanbieter, Energieversorger und Versandhändler - sie alle melden Daten über ihre Geschäftspartner an die Auskunfteien. Bevor sie neue Geschäfte eingehen, versuchen sie sich vor möglichen Zahlungsausfällen zu schützen – wiederum mithilfe der Auskunfteien: Diese überprüfen, ob es in ihren Dateien sogenannte „Negativmerkmale“ des potenziellen Neukunden gibt, beispielsweise Zahlungsstörungen oder Eintragungen in Schuldnerdateien.
Dieser Prozess läuft in der Regel vollautomatisch und online ab. Das anfragende Unternehmen erhält schon nach kurzer Zeit einen sogenannten Score-Wert des Kunden: eine berechnete Punktezahl oder ein Prozentwert, der die Wahrscheinlichkeit über sein vermutetes Zahlungsverhalten angibt. Bei einem guten Score kommt das Geschäft in der Regel zustande – ist er schlecht, wird es häufig abgelehnt.
Geoscoring
Seit April 2010 erlaubt das Bundesdatenschutzgesetz auch die heftig umstrittene Form des Geoscorings. Dabei fließt das Wohnumfeld in die Berechnung der Bonität mit ein. Konkret heißt das: Haben die Nachbarn Rechnungen nicht bezahlt, wird die Zahlungsmoral aller Straßenanwohner infrage gestellt. Dieses heute gängige Verfahren ist Datenschützern schon lange ein Dorn im Auge: “Das führt notwendigerweise zur Diskriminierung: Dort, wo die Einkommensverhältnisse im Durchschnitt nicht besonders gut sind, wo viele Menschen mit Migrationshintergrund wohnen, dort bekommt man eben keinen Handyvertrag und muss für den Kredit mehr zahlen – das darf nicht so sein“, erklärt der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar.
Mit Ausnahme der SCHUFA ist Geoscoring heute bei vielen Auskunfteien ein wesentlicher Bestandteil der Bonitätsauskunft, so auch bei der zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Arvato-Infoscore.









