-
24 Jahre nach dem Fall der Mauer sind fast die gesamten 106 km Berliner Mauer verschwunden - oder zumindest in alle Welt zerstreut. Großen Gewinn haben damit aber nur ganz wenige gemacht.
"YOU ARE LEAVING THE AMERICAN SECTOR" – dieses Schild am ehemaligen Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie wurde zum Symbol des Kalten Krieges. Wer es passierte, durchschritt den Eisernen Vorhang vom amerikanischen in den sowjetischen Sektor.
Vor kurzem behauptete der Amerikaner Alan Wolan, Chef einer New Yorker Werbeagentur, der zu Zeiten des Mauerfalls in Berlin lebte, dass er das Originalschild 1990 gestohlen habe, kurz nachdem die US-Army den Grenzposten geschlossen hatte. 23 Jahre danach will er es verkaufen, aber nur gegen eine Summe von mindestens einer Million Euro. Ob jemand soviel bietet, ist allerdings fraglich.
Auch bei Patrice Lux blieb bisher der große Gewinn aus. Der gebürtige Leipziger rettete in den 90er Jahren 270 Originalsegmente der Berliner Mauer vorm Schredder und vermarktet sie seitdem weltweit - neu bemalt von internationalen Künstlern seiner Gruppe „Lux Pop Art Group“.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung, der Vatikan und die CIA besitzen Segmente von Patrice Lux. Reich wurde der gebürtige Leipziger trotzdem nicht, auch wenn manche Sammler bis zu 150.000 Euro für ein Segment zahlen. Denn viele Stücke bekamen Schulen und Unis umsonst; andere wurden für einen guten Zweck versteigert. Von den ein bis zwei Verkäufen jährlich finanziert der Wahlberliner in erster Linie das Atelier für seine Künstler.
Auch ein weiteres Projekt - „visible wall“ -, das Patrice Lux zusammen mit Jan Sötje, Chef einer Berliner Werbeagentur umsetzte, brachte bisher nicht den erhofften Erfolg.
2009, genau 20 Jahre nach dem Mauerfall, kamen die kleinen Mauersegmente aus Porzellan, bemalt mit Motiven bekannter Mauerkünstler wie Kiddy Citny oder Thierry Noir, in den Handel. Hergestellt wurde die Edition, bestehend aus zehn unterschiedlichen Motiven, von Rosenthal. Doch das fränkische Unternehmen ging kurz danach in Insolvenz. Der neue, italienische Eigentümer von Rosenthal zeigte kein Interesse am ursprünglich geplanten, weltweiten Vertrieb, so dass bisher noch nicht einmal die Investitionskosten eingespielt wurden.
Auch der bekannte Architekt und Künstler Yadegar Asisi, der vor einem Jahr am Checkpoint Charlie die Mauer als Panoramabild wieder auferstehen ließ, kann sich noch nicht entspannt zurück lehnen. Das Projekt entstand komplett ohne Fördergelder.
Trotz 200.000 Besuchern im ersten Jahr ist der break-even-point noch lange nicht erreicht. „Ich brauche noch einmal 200.000, bis die Null kommt. Und ich hoffe, dass das passiert, wenn wir noch ein Jahr stehen können“, so Yadegar Asisi. Erst dann könnte Asisi mit seinem Mauerpanorama Geld verdienen und damit seine nächsten Projekte finanzieren.
Beitrag von Gela Braun


![Viele bunte Stücke der Berliner Mauer als Kühlschrank-Magneten [dpa] Viele bunte Stücke der Berliner Mauer als Kühlschrank-Magneten [dpa]](/content/rbb/rbb/was/archiv/20131002_2215/berlinermauer/_jcr_content/image.img.jpg/rendition=original/size=708x398.jpg)







