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Seit 2002 wird in Deutschland die Riester Rente staatlich gefördert, inzwischen gibt es mehr als 15 Millionen Verträge. Diese Form der privaten Altersvorsorge soll die Rentenlücke schließen. Aber es profitieren vor allem die Versicherungen vom Riester-Boom.
Zehn bis 20 Prozent der Eigenbeiträge und der staatlichen Zulagen wandern in Form von Vertriebsprovisionen und Verwaltungskosten in die Taschen der Versicherer.
Magere Ausbeute für Riester-Sparerin
Bei der Allianz-Kundin Kathrin Klinkusch ergibt sich folgende Rechnung: sie zahlt vier Prozent ihres Bruttogehaltes in den Riester Topf ein, der Staat packt Zulagen für sie und ihre Kinder obendrauf. Davon behält die Allianz 184 Euro als Nebenkosten, die gesamte Zulage für das erste Kind - Tendenz steigend.
Neue Sterbetafeln mindern den Ertrag
Ein weiterer Fallstrick bei Riester – Verträgen sind die so genanten Sterbetafeln, mit denen die Versicherer das Alter der Riester – Sparer kalkulieren. Bei frühen Riester Verträgen wurden Männer 89 Jahre alt, bei neuen werden sie 95. Frauen wurden zu Beginn von Riester 93 und heute 99 Jahre alt – im Durchschnitt wohl gemerkt. Wegen dieser absurd hohen Zahlen sinkt die monatliche Rente. Kathrin Klinkusch profitiert aber nicht von ihrem alten Riester Vertrag. Die Allianz passt die Lebenserwartung nämlich nach oben an.
Riesterkapital wird nicht automatisch weitervererbt
Teure Gebühren, mickrige Zusatzrente und wer früher stirbt, vermacht einen guten Teil seiner Beiträge ganz automatisch dem Unternehmen nicht etwa seinen Hinterbliebenen. Das Geld geht als Risikogewinn erstmal in den großen Überschusstopf des Versicherungsunternehmens. So fällt die Zwischenbilanz für Riester Kunden egal ob mit alten oder neueren Verträgen ausgestattet eher bescheiden aus. Die großen Gewinner bei dieser Art der privaten Altervorsorge sind nicht die Kunden, sondern die Versicherungen.
Ein Beitrag von Jörn Kersten






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