- Illegale Kopien

Stichproben bei Aufführungen haben ergeben, dass Kirchenchöre immer wieder die Noten für ihre Mitglieder einfach kopieren, ohne die Rechte dafür zu erwerben. Den Schaden haben Verlage und Komponisten. Kritiker meinen jedoch: das Urheberrecht müsste den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

In Deutschland wird viel gesungen: knapp 2 Millionen Menschen sind allein im Chorverband organisiert. Alle brauchen für ihren Gesang Noten – etwa 70 € müsste ein Chorsänger jährlich dafür ausgeben. Doch das ist Theorie – denn es wird häufig kopiert - von Sänger zu Sänger, das ist ebenso unkompliziert wie verboten. Anders als bei sonstigen Drucksachen, die meist für den privaten Gebrauch kopiert werden dürfen, sind Noten schützenswertes geistiges Eigentum und dürfen nicht unkontrolliert verbreitet werden. Das steht in den Noten selbst häufig ausdrücklich drin.

„70 Jahre-Regel“

Zwar gilt auch hier die so genannte 70 Jahre-Regel, die besagt, dass 70 Jahre nach dem Tod eines Komponisten die Werke frei sind – die Noten allerdings wurden oft überarbeitet und neu aufgelegt. Dann läuft die Uhr von Neuem. De facto gibt es daher fast keine Noten, die legal kopiert werden dürfen.

Schaden für Komponisten und Verlage

Eine aktuelle Umfrage unter katholischen Kirchen-Chören hat ergeben, dass allein hier um die 700.000 Raubkopien unterwegs sind – insgesamt nur die Spitze des Eisbergs, denn die Angaben waren freiwillig. Dabei sparen die Sänger und Sängerinnen weniger Geld als gedacht und sie schädigen die Komponisten und Verlage. Schon jetzt müssen selbst namhafte Komponisten oft mit mehreren tausend Euro in Vorkasse gehen, damit Verlage überhaupt noch ihre Werke herausgeben und vermarkten. Nur so aber können die Werke gespielt werden. Die Kirche selbst hat das Kopieren von Noten mittlerweile ausdrücklich verboten. Ein legaler Weg, bei den Ausgaben für neue Noten zu sparen, sind systematisch aufgebaute Notenbibliotheken.


Beitrag von: Andreas B. Hewel

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