Gasherd und Stromstecker (Bild: dpa)

- Rekommunalisierung - wie geht das?

So einfach ist es mit der Rückkehr der Stadtwerke nicht. Die Vergabe öffentlicher Aufträge ist an ein strenges Reglement gebunden, das so genannte Vergabeverfahren.

Rückkauf zu teuer

Zahlreiche Beispiele zeigen, dass der Weg zu rekommunalisierten Unternehmen schwierig ist. In Lübeck beschloss die Bürgerschaft den Rückkauf der Stadtwerke für 42,3 Millionen Euro. Zu teuer für die Hansestadt, befand die zuständige Kommunalaufsicht in Kiel und untersagte den Kauf.

Bevorzugung einzelner Anbieter

In Titisee-Neustadt sollen die Verantwortlichen bei der Vergabe der Konzession für das Stromnetz eine neu gegründete städtische Gesellschaft bevorzugt haben, bemängelt das Bundeskartellamt. Sollten sich die Unregelmäßigkeiten bestätigen, muss die Vergabe neu ausgeschrieben werden.

Gerichte manchen Einsprüche geltend

Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein untersagte der Stadt Heiligenhafen, die Vergabe des Stromnetzes an eine neu zu gründende städtische Gesellschaft, weil dadurch der Wettbewerb verhindert werde. Auch das Bürgerbegehren „Energie – und Wasserversorgung Stuttgart“ scheiterte vor Gericht. Hier sahen die Verwaltungsrichter ebenfalls einen Verstoß gegen ein transparentes Auswahlverfahren. Außerdem wurde bemängelt, das Bürgerbegehren erwecke den unzutreffenden Eindruck, die Stadt könne mit der Übernahme des Stromnetzes die Herkunft des Stroms beeinflussen.
In Hamburg haben die Bürger vor wenigen Wochen für eine Rekommunalisierung des Stromnetzes gestimmt, Gerichte und Aufsichtsbehörden werden genau hinschauen, ob die Rekommunalisierung dort sauber abläuft.

Beitrag von: Jörn Kersten

weitere Themen der Sendung

Der bunt erleuchtete Potsdamer Platz in Berlin. (Quelle: dpa)

Die Geschichte des Berliner Stromnetzes

Das Stromnetz der Hauptstadt hat eine bewegte und vor allem lange Geschichte: die schnell wachsende Metropole vor dem ersten Weltkrieg, die Industrialisierung, die Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg: doch Strom gab es immer.

Hand steckt einen Stimmzettel in die Wahlurne (dpaBild)

was! KOMPAKT

+++ Worüber wird abgestimmt? +++ Welche Folgen hat der Volksentscheid? +++ Was will der Senat? +++

Mai 2013: Unterstützer des Berliner Energietisches sammeln Unterschriften für das Volksbegehren (Quelle: imago)

Stadtwerke - ein Erfolgsmodell?

Ob Energie, Nahverkehr oder Entsorgung: viele öffentliche Aufgaben waren und sind Sache von Stadtwerken. Zwei Beispiele aus Brandenburg.

Konzernzentrale von Vattenfall Europa in Berlin (dpa-Archivbild)

Wohin will Vattenfall?

Der Kampf ums Stromnetz, die Energiewende, das miese Braunkohleimage: Vattenfall hat mehrere Großbaustellen derzeit. Aber auch das Geschäftsmodell anderer großer Energiekonzerne steht durch die Energiepolitik auf dem Prüfstand.