-
Seit gut zwei Jahren betreiben deutsche Ärzte von England aus medizinische Behandlung per Internet. Doch lassen sich notwendige Untersuchungen um Rezepte auszustellen, virtuell bewältigen? Kritiker warnen vor medizinischen Fehldiagnosen.
Gesundheitsfragen im Internet
Zwei Drittel der Deutschen nutzen bereits heute das Internet, wenn es um Gesundheitsfragen geht. Sie suchen online nach ärztlichen Tipps, vergleichen Symptome, informieren sich über Krankheiten. Die Folge: Viele Patienten kommen heutzutage deutlich besser informiert in die Arztpraxis. Doch nicht alle Angebote im Netz sind hilfreich und vor einigen wird sogar gewarnt.
Online-Diagnosen können gefährlich sein
Wer sich zur online Behandlung entschließt geht möglicherweise einige Risiken ein. Das sieht die Bundesärztekammer ähnlich. Sie meint: Das Internet kann den unmittelbaren Kontakt zwischen Arzt und Patient nicht ersetzen. Wenn Angaben des Patienten nicht überprüft werden, kann die anonyme Online-Diagnose gefährliche Folgen haben.
29 Euro Behandlungskosten
Besonders kritisch wird das Angebot des Internetportals "DrEd" bewertet. Das Ärzteteam hat seinen Sitz in London und bietet von dort Behandlungen per Internet an. Der Patient kann sich eine Telefon- oder Videosprechstunde buchen. In der Regel kostet die 29 Euro. Die Online-Ärzte haben sich dabei auf die Behandlung intimer Gesundheitsprobleme spezialisiert. Angeboten wird zum Beispiel Viagra gegen Erektionsstörungen oder die "Pille danach". Der Arzt stellt ein Rezept aus und wenn gewünscht kommt das Medikament gleich per Online-Apotheke ins Haus. "DrEd" nutzt dabei eine Grauzone. Denn eigentlich ist es in Deutschland untersagt, ohne persönliche Untersuchung, Rezepte auszustellen. Aber laut einer EU-Richtlinie dürfen deutsche Staatsbürger ihren Arzt europaweit frei wählen - und so gibt es bisher keine gesetzliche Handhabe gegen die Londoner Netzdoktoren.
Beitrag von: Andreas Vogtmeier







