Vier Personen testen zusammen ein Abendessen in einem Restaurant (Quelle: rbb)

- Bewertungsportale

Wer ein schönes Restaurant mit gutem Essen sucht, kann sich in Onlineportalen Empfehlungen holen, aber auch vor schlechten Erfahrungen gewarnt werden. Doch wie funktionieren diese Portale? Und wer achtet auf die Einhaltung der Regeln?

Wie war der letzte Restaurant-Besuch?

Wer will, kann seine Erfahrungen und Meinungen über die vielen Bewertungsportale im Internet verbreiten und vor einem Restaurant warnen - oder es empfehlen. Die Portale sind in der Gastro-Szene sehr wichtig geworden für den geschäftlichen Erfolg. Doch nach welchen Spielregeln funktionieren die? Und kann man sich darauf verlassen?

Seit 30 Jahren im Geschäft

Ruprecht Frieling schreibt seit gut 30 Jahren Restaurant-Rezensionen. Früher professionell für Feinschmecker-Magazine heute aus Spaß fürs Internet. Er ist ein Kenner der Szene.
Sein Tipp für die Nutzer von Bewertungsportalen: immer mit den Negativ-Sternen beginnen und erst einmal gucken, was die Kritiker geschrieben haben. Die „Jubelrezensenten“ kann man immer noch durchlesen. Erhält ein Lokal 4 von 5 möglichen Sternen und überwiegend positive Bewertungen, sollte der Leser dem trotzdem nicht blindlings trauen.
Um geschönte oder unseriöse Urteile zu entlarven, empfiehlt Frieling, die jeweiligen Bewerter genauer anzuschauen. Wie viele Restaurants haben sie schon beschrieben und wie viele Freunde und Follower haben sie?
Ob Café, Restaurant oder Fastfood-Bude: alles wird beurteilt - für manch ein Lokal mit großem Erfolg. Sogar Imbissstuben können Exzellenzstatus erhalten. Für Ruprecht Frieling ein Zeichen dafür, dass man mit Bewertungsportalen ein Unternehmen auch hochschreiben kann.

Druck mit Anzeigen

Für Gastronomen ist das Risiko groß, dass negative Einträge durchaus geschäftsschädigend sein können. Sie haben nicht das Recht, sich von einer Seite löschen zu lassen. Denn auch die Wertung in Portalen fällt unter das Recht der freien Meinungsäußerung.
Auf der anderen Seite: viele Portal-Sterne sind ein kostenloses Werbemittel. Doch inzwischen haben viele Gastronomen auch die Schattenseiten des Systems erfahren. Neuerdings versucht ein Portal offenbar, aggressiv Anzeigen zu verkaufen. Einige Wirte erzählen, dass sie angerufen wurden mit der Aufforderung, Werbung zu schalten. Als sie das ablehnten, seien ein paar Tage später viele positive Bewertungen verschwunden.
Dass nach erfolgten Rezensionen versucht wird, Bannerwerbung an die Restaurantbesitzer zu verkaufen, bestätigt auch Ruprecht Frieling.
Jahrelang hat er Bewertungen geschrieben. Das alles gratis, denn kein Kritiker wird bezahlt. Wenn er aber den Eindruck hat, mit seiner Arbeit würden Geschäfte gemacht, verfasst er keine Kritiken.

Beitrag von: Katja Charlé

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