Ein Aufkleber vom Regionalfenster auf eingepackten Äpfeln (Quelle: rbb)

- Regionalfenster

Was ist ein regionales Produkt? Das Verbraucherministerium schuf dafür das "Regionalfenster". Entscheidend für das Label ist, wo das Produkt verarbeitet wurde und ob die "Hauptzutat" aus der Region stammt. Startschuss ist auf der Grünen Woche.

Regional gefragter als Bio

"Regional ist gefragter als bio." Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney. Bei Lebensmitteln legen die Verbraucher zunehmend Wert auf regionale Produkte. Und die großen Supermarkt-Ketten haben längst auf diesen Trend reagiert. Fast jedes Handelsunternehmen bietet inzwischen eigene regionale Marken an, samt dazugehörigem Gütesiegel. Doch dieses Wirrwarr führt bei den Konsumenten vielfach zu Orientierungslosigkeit.

Einheitliche Kennzeichnung durch „Regionalfenster“

Hier wollte das Bundeslandwirtschaftsministerium eigentlich Abhilfe schaffen - mit einer bundesweit einheitlichen Kennzeichnung. "Regionalfenster" heißt das neue Logo und soll dem Verbraucher helfen, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Produkt aus der Region stammt. Nach einer mehrmonatigen Testphase sollte das Label eigentlich ab Anfang 2014 flächendeckend zum Einsatz kommen. Doch die Einführung verläuft schleppend. Denn es gibt zahlreiche Probleme. Verbraucherschützer kritisieren, dass das "Regionalfenster" nicht gesetzlich verbindlich ist. Keine Handelskette sei gezwungen, seine Lebensmittel damit zu kennzeichnen. Diese Freiwilligkeit mache die Kennzeichnung beliebig. Außerdem wird kritisiert, dass das Label keinerlei Qualitätsstandards beinhaltet. Und außerdem sei der Regionalitätsbegriff viel zu schwammig.

Hauptzutat muss zu 100 Prozent aus der Region stammen

Auch viele Produzenten sind unzufrieden. Denn es gilt der Grundsatz: Die Hauptzutat muss zu 100 Prozent aus der Region stammen, damit ein Lebensmittel das Logo "Regionalfenster" erhält. Doch viele alteingesessene Betriebe in Brandenburg, zum Beispiel aus der Fleischproduktion, beziehen ihr Fleisch zum Großteil aus Niedersachsen. Obwohl sie hier in der Region produzieren, nach regionalen Rezepten, dürfen sie ihre Produkte dann nicht mit dem "Regionalfenster" auszeichnen.

Angesichts der Vielzahl der Probleme ist fraglich, ob sich die neue Kennzeichnung durchsetzen wird. Noch ist sie beim Verbraucher auf jeden Fall weitgehend unbekannt.


Beitrag von: Andreas Vogtmeier

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