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Es gibt scheinbar unendlich viele Wege, sein Idealgewicht zu erreichen. In unserer Sachbuch-Serie nehmen wir drei aktuelle Diät-Ratgeber unter die Lupe und befragen Experten.
Diätbücher im Trend
Jedes Jahr im Januar greifen die Deutschen zu Diät-Ratgebern, um den Weihnachtsspeck auf den Hüften wieder loszuwerden. Der Buchhandel bietet daher pünktlich zum Jahresbeginn viele Neuerscheinungen zum Thema Diät. Was! stellt drei Bücher vor und lässt sie von einer Berliner Ernährungsmedizinerin bewerten.
Meine Dukan Diät
Der Titel „Meine Dukan Diät – das 9 Wochenprogramm“ ist der vierte Bestseller des französischen Arztes Pierre Dukan. Die Diät setzt vor allem auf Eiweiße. Fleisch, Fisch, Eier und Quark darf man essen so viel man will. Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis und Nudeln sind tabu, genauso wie Fette. 11 Millionen Leser haben die Bücher von Pierre Dukan bereits gekauft. Unter Experten ist seine Diät allerdings umstritten.
Dazu Dr. Ute Gola, Ernährungsmedizinerin aus Berlin: „Die Ernährungsmediziner in Frankreich lehnen es relativ streng ab. Die sagen, es ist unverantwortlich. Es ist eine sehr kohlenhydratarme Diät und auch eine sehr fettarme Diät. Wenn man das längere Zeit macht, ist man einfach mit Vitaminen nicht gut versorgt, dass heißt sie ist nicht ausgewogen.“
Low Carb ist das Diät-Motto des Jahres
Low Carb, also kohlenhydratarmes Essen, ist zur zeit der Renner bei den Diätbüchern. Auch der Bestseller aus den USA - „Die 17 Tage Diät“ von Mike Moreno, - setzt auf eiweißreiche Kost. Die ersten 17 Tage dieser Diät gleichen einer Hungerkur. Zum Frühstück gibt’s zum Beispiel nur Grapefruit, Magermilch-Joghurt und eine Tasse grünen Tee. Danach setzt Mike Moreno auf ausgewogene Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. „Die erste Phase würde ich glatt weglassen“, meint dazu Dr. Ute Gola. „Die ist stark unterkalorisch und damit kann man auch Kreislaufprobleme bekommen.“ Die These von Mike Moreno, wonach man in den ersten 17 Hungertagen seinen Stoffwechsel ohne negative Folgen komplett umkrempeln kann, hält Dr. Gola für falsch.
„ Das meiste ist wissenschaftlich nicht haltbar. Sie können ihren Stoffwechsel nicht so umkurbeln, dass sie nie wieder einen Jojo-Effekt haben.“ Die Ernährungsempfehlungen, die das Buch für die Zeit nach den ersten 17 Tagen gibt, seien allerdings gut ausgewogen, meint die Berliner Ernährungsmedizinerin.
Sind Diäten schädlich?
Diäten sind schädlich, so der Abnehm-Ratgeber des Autors Reto Wyss. Der Schweizer Pyschologe setzt stattdessen auf Klopf-Akupressur, um schlank zu werden. „Klopf Dich schlank“ heißt sein Buch. 21 Tage lang soll man mit Hilfe der Akupressur sein Essverhalten trainieren und zu einem besseren Verhältnis zu sich, seinem Körper und seinem Essen bekommen. Kann das funktionieren? Dr. Ute Gola dazu: „Ich glaub nicht, dass man durch Klopfen schlank wird, aber das ist ein sehr schöner psychologischer Ansatz, sich einfach mal im Klaren zu werden, wie dünn will ich denn wirklich sein. Stört mich mein Gewicht wirklich, oder lasse ich mich verrückt machen, weil alle darüber reden, dass es nicht gut ist. Um seine eigene Körperwahrnehmung zu trainieren, ist dies ein wunderbares Buch. Dass man durch Klopfen schlank wird, bezweifelt sie. „Eigentlich ist es ein Entspannungsbuch, und man überfordert dieses Buch, wenn man auch noch verlangt, dass man gleichzeitig abnimmt“, so das Urteil unserer Expertin.
Beitrag von: Stephanie Wätjen








