Tresen mit Mandarinen in einem Café (Quelle: rbb)

- 5 Jahre Mini-GmbH

Seit 5 Jahren kann man auch mit wenig Geld ein Unternehmen gründen. Theoretisch reicht dafür ein Starkapital von einem Euro aus. Obwohl Banken und Zulieferer der so genannten Mini GmbH kritisch gegenüber stehen, ist das Projekt eine Erfolgsgeschichte.

25.000 Euro Startkapital für eine GmbH

Die Gründung einer eigenen Firma - für viele Menschen war das lange Zeit ein unerreichbarer Traum. Haupthindernis war oft das fehlende Startkapital. Denn wer eine GmbH im Handelsregister eintragen lassen will, braucht eigentlich 25.000 Euro. Zuviel für viele Gründer, die oft nicht mehr besitzen als eine gute Idee und ein hoffentlich tragfähiges Geschäftskonzept.

Mini-GmbH seit fünf Jahren

Doch seit fünf Jahren gibt es eine Alternative - die sogenannte "Mini-GmbH", oder wie es korrekt heißt: eine "Unternehmergesellschaft". Für diese Geschäftsform reicht ein Stammkapital von einem Euro. Diese "Ein-Euro-GmbHs" haben sich vordergründig inzwischen zum Erfolgsmodell entwickelt. Fast 100.000 gibt es bereits deutschlandweit und Berlin ist - gemessen an der Einwohnerzahl – führend: genau 8630 Mini-GmbHs wurden hier gezählt.

Mini-GmbHs: Probleme mit Krediten und Nachhaltigkeit

Doch die Gründung einer Firma ohne nennenswertes Stammkapital hat auch Nachteile. Vor allem Banken und Sparkassen reagieren skeptisch, wenn solche Kleinstunternehmer einen Kredit benötigen. Und auch bei manchen Kunden und Lieferanten sorgt der Zusatz "haftungsbeschränkt", der zu dieser Gesellschaftsform gehört, nicht gerade für Sicherheit.
Erklärtes Ziel der Reform war es deshalb, dass die Gründer ihre "Mini-GmbH" mittelfristig in eine reguläre GmbH überführen. Dafür müssen sie jährlich mindestens ein Viertel des Gewinns als Rücklage ansparen, bis sie die 25.000 Euro erreicht haben. Aber dieses Ziel scheint für viele schwer zu erreichen. Nach Angaben der Universität Jena konnten bisher nicht einmal 7 Prozent der "Mini-GmbHs" in "Voll-GmbHs" umgewandelt werden.

Insolvenzen

Viele Mini-Gründer sind schon nach kurzer Zeit wieder gescheitert und müssen Insolvenz anmelden. Kritiker sehen genau darin die Schattenseite der Ein-Euro-GmbH: Die Gründung ist einfach, aber vielleicht auch zu einfach. Viele Gründer stürzen sich so möglicherweise vorschnell ins Abenteuer Selbstständigkeit.

Beitrag von: Andreas Vogtmeier

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