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Obwohl die EU die Frist für die SEPA Einführung noch einmal verschoben hat, haben viele Banken und Geldinstitute bereits seit Anfang Februar auf das neue Bezahlsystem umgestellt. Was! fragt nach, wie die Umstellung gelaufen ist.
SEPA
Die vier Buchstaben bedeuten Single Euro Payments Area, übersetzt: einheitliches Euro Zahlungs-Gebiet. Eigentlich hatten sich 33 europäische Staaten darauf geeinigt, zum 1. Februar ihren bargeldlosen Zahlungsverkehr auf dieses System umzustellen. Doch die EU hat den Termin in letzter Minute auf den 1. August verschoben.
Deutschland gehört zu den Schlusslichtern
Die großen Unternehmen waren rechtzeitig fertig, doch viele kleineren Betriebe hinken noch hinterher. Die Bundesbank geht von insgesamt 3,6 Mio Unternehmen aus, die für das europäische Bezahlsystem bei ihr eine Gläubigeridentifikationsnummer beantragen müssen. Bisher wurden bei der Bundesbank aber gerade einmal 1,3 Millionen Gläubiger-IDs abgerufen. Zudem muss jeder Kontobesitzer angeschrieben und von ihm ein Mandat eingeholt werden. Ohne ID und Mandat fließt vom 1. August an bei Lastschriftaufträgen und Überweisungen kein Geld mehr.
Diese Neuerung wurde eingeführt, um das Lastschriftverfahren sicherer zu machen. Denn viele andere europäische Staaten hatten Vorbehalte gegen das in Deutschland seit Jahrzehnten gängige Lastschriftverfahren.
Kraftakt für Vereine
Auch Vereine müssen ihre Überweisungen und Lastschriftaufträge spätestens am 1. August auf das europäische System umgestellt haben. Viele ehrenamtliche Schatzmeister klagen derzeit über einen enormen Arbeitsaufwand. Jedes Mitglied, bei dem der Beitrag eingezogen wird, muss angeschrieben und darüber informiert werden.
Privatkunden haben noch Zeit
Bei Privatkunden akzeptieren die Banken bis 2016 noch das alte Prinzip. Die Kunden können nach wie vor die alte Kontonummer in Verbindung mit Bankleitzahl und Namen eingeben. Die Banken rechnen das dann in die IBAN-Nummer um.
22 Stellen ist diese IBAN lang, ein Zahlenmonstrum, vor dem viele Bankkunden immer noch zurückschrecken.
IBAN die Schreckliche
Die kollektive Scheu vor der IBAN –Nummer lässt sich psychologisch erklären. Professor Peter Walschburger von der FU Berlin sieht die Ursache in der schnellen und ständigen Veränderung, der sich viele ausgesetzt sehen. Einen Ausweg aus der Ablehnungshaltung sieht er darin, sich das Zahlenungetüm genauer anzusehen, damit es seinen Schrecken verliert:
IBAN ganz einfach
Vorn steht DE für Deutschland. Dann kommt eine zweistellige Prüfziffer, die wird für jeden Kontobesitzer individuell vergeben und die ist neu. Daran schließt sich die alte Bankleitzahl an und zum Schluss folgt die gewohnte Kontonummer. Ist diese nicht 10stellig, dann werden die fehlenden Stellen mit Nullen aufgefüllt.
Augen auf bei Überweisungen
Privatkunden haben noch bis 2016 Zeit, ihre IBAN-Nummer zu lernen. Doch Jürgen Mieth von der Commerzbank Berlin rät, schon jetzt die Schreiben, die derzeit von Versicherungen und Versorgern eintreffen, genau zu prüfen. Ist die IBAN fehlerhaft, so können Versicherer oder Versorger die Gebühren oder Beiträge nicht einziehen.
Liegt bei Überweisungen ein Zahlendreher vor, der ein anderes Konto zeigt, wird das Geld auch tatsächlich auf das andere Konto überwiesen. Dann muss bei der anderen Bank erst wieder einen Rücküberweisung beantragt werden. Das kann unter Umständen eine Weile dauern – bei schlechter Bonität des Empfängers kann es mitunter sogar schwierig werden.
Beitrag von: Katja Charlé







