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Die Meilen- und Vielfliegerprogramme der Airlines sind eine Wissenschaft für sich und der Weg zum ersehnten Freiflug oft länger, als man glaubt. Wir vergleichen die Angebote von Lufthansa und Air Berlin. Für wen lohnt sich Meilensammeln überhaupt?
Die Airlines wollen ihre Kunden möglichst fest an sich binden. Es gibt kaum eine Fluggesellschaft, die nicht mit einem Meilensammelprogramm für sich wirbt. Aber lohnt sich das Meilensammeln auch, wenn man nicht Viel-, sondern Normal- oder Gelegenheitsflieger ist? Und wie ist das, wenn man nicht die Business Class nimmt, sondern Economy fliegt? Zwei Meilensammelprogramme haben wir uns unter diesen Gesichtspunkten genauer angeschaut, das von Air Berlin und das der Lufthansa.
Topbonus und Miles & More
Bei Air Berlin heißt das Meilensammelprogramm Topbonus, bei der Lufthansa Miles-&-More. Beide bieten bei allen Flügen Prämienmeilen an, die sich nach der Flugstrecke und der gebuchten Kategorie richten. Viele Prämienmeilen bekommt man in der Business Class gutgeschrieben, deutlich weniger in der Economy Class.
Inlandsflüge in Economy lohnen sich kaum
Wer nur im Inland fliegt und mit Economy, der wird es schwer haben, auf genügend Meilen zu kommen, um einen Freiflug zu ergattern. Den gibt es bei Air Berlin erst ab 7.500 Meilen für einen einfachen und 15.000 Meilen für einen Hin- und Rückflug. Bei der Lufthansa muss man ebenfalls 15.000 Meilen auf dem Konto haben für Hin- und Rückflug.
Zuschläge und Steuern fallen trotzdem an
In einer Beispielsrechnung haben wir festgestellt, dass man für einen Freiflug im Inland hin und zurück bei Air Berlin vorher diese Strecke 30 Mal geflogen sein müsste. Bei der Lufthansa waren sogar 60 Flüge notwendig, da man hier weniger Meilen gutgeschrieben bekommt. Da man zusätzlich noch Steuer und Gebühren zahlen muss, war unter dem Strich der Freiflug teilweise nur 10 Euro billiger als eine reguläre Buchung. Zwar kann man auch Steuern und Gebühren über Prämienmeilen bezahlen, dafür aber muss man noch einmal deutlich mehr geflogen sein.
Meilenpunkte verfallen nach drei Jahren
Bei Mittel- und Langstreckenflügen allerdings kann man bei Air Berlin auch als Gelegenheitsflieger unter Umständen so viele Meilen sammeln, dass ein Freiflug im Inland möglich wird. Bei der Lufthansa ist auch dies schwierig. Für beide Fluggesellschaften gilt: die Prämienmeilen verfallen nach drei Jahren.
Partner der Meilenprogramme
Alexander Koenig ist Profi im Meilensammeln, und sieht durchaus auch für Wenigflieger die Möglichkeit, genügend Meilen zu sammeln. Denn Prämienmeilen werden auch von zahlreichen Hotels oder Autoverleihunternehmen angeboten, wenn man bei ihnen bucht. Selbst Banken bieten für Kontoeröffnungen Prämienmeilen an. Wer all diese Sammelmöglichkeiten nutzt, kann sein Warten auf einen Freiflug deutlich verkürzen.
Auf jeden Fall aber rät Koenig, bei den Fluggesellschaften sich immer auch die Meilenschnäppchen anzusehen, denn hier sind Freiflüge schon für deutlich weniger Prämienmeilen zu haben, als sonst üblich.
Ansonsten lohnt es sich für Wenigflieger in der Regel mehr, im Internet einen günstigen Flug zu suchen, als bei einer Airline mehr zu bezahlen, um dort die Meilen zu sammeln.
Beitrag von: Andreas B. Hewel








