Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Conergy AG in Frankfurt (Oder) (Quelle: dpa)

- Vorbei mit dem grünen Job-Wunder?

Die Energiewende als Job-Motor? Das war einmal, mittlerweile hat sich der Trend umgedreht: viele, die sich für die vermeintliche Zukunftsbranche haben ausbilden oder umschulen lassen, sind nun intensiv auf Jobsuche. Spezialisierte Agenturen sollen dabei helfen. Beispiele aus Berlin und Brandenburg zeigen, wo noch was geht für Wind- und Sonne-Profis.

Elektriker arbeitet an einer Solaranlage (Quelle: dpa)

Im Jahr 2012 sank die Zahl der Stellen leicht, für 2013 und 2014 rechnen Experten mit einem deutlichen Rückgang. Die offiziellen Zahlen für diese Jahre liegen noch nicht vor, aber erste Daten aus Teilbranchen lassen Schlimmes befürchten.

Hauptgrund ist die Krise in der Solarwirtschaft. Hier hat sich die Zahl der Arbeitsplätze seit 2011 halbiert, von 120.000 auf nur noch 60.000 Stellen. Zahlreiche Solarunternehmen mussten Insolvenz anmelden oder Stellen streichen. Die Region Berlin-Brandenburg war davon besonders stark betroffen. Die Namen sind bekannt: Conergy, First Solar, Odersun, Aleo Solar - jüngstes Beispiel ist der Solarpionier Solon, der seine Zentrale in Berlin Ende des Monats schließt und den Firmensitz in die Vereinigten Arabischen Emirate verlegt. 230 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Windräder © dpa
Windräder © dpa

Die Zweifel am grünen Jobwunder werden größer. Das zeigt auch eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Darin wird vor zu großer Euphorie gewarnt. Laut den Berechnungen der Forscher hängen rund zwei Drittel der grünen Arbeitsplätze von der Subventionierung des Ökostroms ab.

Sollte die einmal zurückgeführt werden, nimmt auch der Beschäftigungseffekt ab. Noch bedenklicher ist allerdings, dass schon jetzt Stellen verloren gehen, obwohl die EEG-Umlage Jahr für Jahr steigt.

Jobvermittler im Bereich der Erneuerbaren Energien haben auf jeden Fall längst nicht mehr so ein leichtes Spiel wie noch vor ein paar Jahren. Damals wurden ihnen die Interessenten quasi aus den Händen gerissen. Das hat sich verändert.

Eines wird aber auch deutlich: für gut ausgebildete Spezialisten gibt es auch heute noch gute Chancen auf dem grünen Arbeitsmarkt.

Beitrag von Andreas Vogtmeier

 

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