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Die Initiative "Ausbildungsbrücke" vermittelt Paten, die sich ehrenamtlich um Schüler kümmern, die nicht allein zurechtkommen. Wir haben ein solches Paar bis zur Prüfung begleitet.
Azubis werden derzeit dringend gesucht, nicht nur in unserer Region. Für welchen Beruf man sich auch entscheidet: Voraussetzung ist in jedem Fall ein Hauptschulabschluss.
Wer sich damit schwer tut, kann sich bei der "Ausbildunsgbrücke" um einen Paten bemühen, der Hilfe und Unterstützung beim Schulabschluss und bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz bietet. Das Engagement geht über mindestens zwei Jahre.
Wir waren dabei, als sich ein Berliner Patenpaar gefunden hat, und haben sie über mehrere Monate begleitet.
Die 16jährige Valeriana Simitqiu, Hauptschülerin mit so schlechten Noten, dass sie sitzen zu bleiben droht.
Und ihre Ausbildungspatin Maria Mplalaoura, eine erfolgsorientierte Unternehmerin. Jede Woche nimmt sich die Ausbildungspatin zwei Stunden Zeit, um ihrem Schützling zu helfen. Nicht, indem sie Nachhilfe gibt. Maria Mplalaoura gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Sie hört zu, motiviert und gibt dann Tipps. Auf ihren Rat hin gründet Valerjana eine Lerngruppe mit einer Klassenkameradin.
Die Ratschläge der Ausbildungspatin und ihr engagiertes Ermuntern zeigen Wirkung. Schon nach wenigen Wochen schreibt die Schülerin bessere Noten. Sie schwänzt auch nicht mehr. Die Lehrer registrieren ihre Veränderung.
Am Ende des Schuljahres haben Valerjana und ihre Patin das selbstgesteckte Ziel erreicht: Das Mädchen wird in die 10. Klasse versetzt. Und Maria Mplalaoura wird sie noch so lange weiter begleiten, bis Valerjana eine Ausbildung beginnt.
Beitrag von: Stephanie Wätjen
Hintergrundinfos
2010 wurden in Brandenburg 13.586 Ausbildungsverträge abgeschlossen, das sind 1489 Verträge bzw. 9,9% weniger als im Vorjahr.
Die meisten neuen Ausbildungsverträge gab es im Bereich Handel und Industrie, gefolgt von Handwerk und Freien Berufen.
Bei den männlichen Auszubildenden war der Kraftfahrzeugmechatroniker der am stärksten besetzte Beruf - vor dem Koch und dem Industriemechaniker.
Bei den weiblichen Auszubildenden lag die Kauffrau im Einzelhandel auf Platz 1, gefolgt von der Bürokauffrau und der Verkäuferin.
Die Nachfrage im Gesundheitswesen ist seit fünf Jahren konstant, hier war sogar ein ganz leichter Anstieg zu verzeichnen. Fast 75% der hier Auszubildenden sind weiblich.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_05_09_2011/ausbildungsbruecke.html