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Mo 05.09.11 20:15

Digitale Helfer

Tablet PCs und Smartphones sind mit ihren zahlreichen App-Optionen gefragt, nicht nur weil sie handlich sind, sondern sie lassen sich auch als Helfer im Alltag nutzen - sogar für medizinische Zwecke. Die Charité probiert es gerade aus.

Chronisch kranke Menschen müssen regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt. Das ist zeitraubend für die Patienten und teuer für die Krankenkassen. Ein Telemedizin-Projekt der Charite und weiterer Industriepartner ersetzt bei Herzpatienten die vielen Arztbesuche durch Untersuchungen aus der Ferne. Der Patient erstellt dabei täglich eigenständig ein EKG, er ermittelt seinen Blutdruck und sein Gewicht. Die Befunde werden dann per Datenleitung zur Charite gesendet und dort ausgewertet. Gibt es auffällige Werte, nehmen die Experten sofort Kontakt zum Patienten auf. Diese Technik erhöht die Lebensqualität von Herzkranken deutlich, da sind sich Betroffene und Experten einig. Einen weiteren Schub soll die Telemedizin nun durch den Einsatz von Smartphones bekommen.

Detlef Bülow lebt seit 1984 mit einer Herzschwäche. Seit zwei Jahren ist der gelernte Binnenschiffer ein Telemedizinpatient. Jeder Tag beginnt mit einem EKG, einem zweiminütiger Herzcheck zum Selbermachen. Außerdem ist die tägliche Gewichtskontrolle für Herzpatienten überlebenswichtig. Weicht Bülow nur mehr als ein Kilo von seinem Normalgewicht ab, löst er in der Ferne einen Alarm aus. Abgefragt wird auch, wie er sich fühlt.

Die Experten am telemedizinischen Zentrum der Charite kontrollieren die Daten ständig, die Bülow und anderen Herzkranke ihnen senden. Bei auffälligen Werten nehmen die Mediziner sofort Kontakt zum Patienten auf. Projektleiter Professor Friedrich Köhler ist nach einer Studie mit mehr als 700 Herzpatienten vom Nutzen der Telemedizin überzeugt, denn seiner Meinung nach wird die Telemedizin den Hausärzten helfen, besser mit dem Spezialisten zu kooperieren.

Detlef Bülow sieht seinen Arzt zwar seltener als früher, aber er hat als Telemedizinpatient viel über sich und seine Krankheit Gerade wegen der ständigen Verbindung zum Arzt hat Detlef Bülow neue Freiheiten gewonnen.
Die Telemedizin wird Detlef Bülow nicht heilen können. Die neue Technik aber gibt chronisch Kranken Hoffnung auf eine bessere Lebensqualität.

Beitrag von: Carsten Beyer

Dieser Text gibt den Sachstand vom 05.09.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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