Sie sind hier:
rbbonline | Archiv

Seit zehn Jahren gibt es die Riester Rente. Doch die staatlich geförderte Altersvorsorge wirft kaum Rendite ab. Es sind zu viele Produkte auf dem Markt, die der Normalverbraucher kaum versteht. Was! zeigt, worauf man beim Riester-Sparen achten sollte.
Die Riesterrente ist auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte: Rund 15 Mio. Verträge gibt es derzeit. Fast dreiviertel aller Riester-Sparer haben sich für eine Riester-Rentenversicherung entschieden.
Verbraucherschützer sagen aber, das liege nicht an der Attraktivität des Produkts, sondern weil Vermittler an diesen Abschlüssen so gut verdienen würden. Alternative Produkte wie Bankensparpläne oder Fondssparpläne werden dagegen selten angeboten.
Wer eine Riester-Rentenversicherung abschließt, zahlt in den ersten fünf Jahren meist bis zu vier Prozent der gesparten Summe für die Vermittlungsgebühr. So fließt am Anfang des Vertrags viel Geld zur Versicherung und wenig in den eigentlichen Vertrag. Wenn man kündigt, bleibt die Provision bei der Versicherung. Außerdem fordert der Staat dann seine Zulagen zurück, und das Finanzamt will die Steuerersparnisse wiederhaben.
Sinnvoller ist es in den meisten Fällen, seinen Vertrag nicht zu kündigen, sondern beitragsfrei stellen. Dann bekommt man bei Renteneintritt zumindest seine bis dahin eingezahlten Beiträge – plus Zulagen – ausgezahlt.
Außerdem muss man auch keine Steuerersparnisse zurück erstatten.
Neben den hohen Kosten haben Riester-Rentenversicherungen ein weiteres Problem: Der sogenannte Garantiezins sinkt immer weiter. Lag der vor zehn Jahren noch bei 3,25 Prozent, beträgt er ab 2012 nur noch magere 1,75 Prozent. Daneben ist die Überschussbeteiligung gesunken. Verbraucherschützer sind der Meinung, Riester-Rentenversicherungen rechnen sich inzwischen vor allem für die Anbieter und nicht für die Beitragszahler. Sie fordern, die Provisionen zu begrenzen, umso das Produkt für den Sparer wieder attraktiver zu machen.
Tipps
Wer heute einen neuen Riestervertrag abschließen will, sollte darauf achten, dass das Produkt zu den persönlichen Lebensumständen passt.
Die Riester-Rentenversicherung eignet sich nur für sehr sicherheitsorientierte Sparer, die genau wissen müssen, wie hoch die Riesterrente am Ende ist. Außerdem sollte man ein sicheres und gleichmäßiges Einkommen haben und sich sicher sein, dass man in den Vertrag bis zum Renteneintritt einzahlen kann.
Eine Alternative für sicherheitsorientierte Sparer ab Mitte 40 ist der Banksparplan. Hier hängt die Rendite von der Entwicklung der Zinsen ab.
Für jüngere Sparer bis Mitte 30 eignen sich vor allem Fondssparpläne. Was man hier als Riesterrente neben den eingezahlten Beiträgen und Zulagen bekommt, hängt von den Kursentwicklungen der Aktien ab.
Wer beabsichtigt, sofort oder später Wohneigentum zu kaufen bzw. ein Haus zu bauen, sollte das neueste Riester-Produkt wählen: einen Wohn-Riestervertrag.
Beitrag von: Thomas Förster
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_05_12_2011/10_jahre_riester_rente.html