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Mo 06.02.12 20:15

Regale auffüllen bei Kaiser's

Discounterketten stehen in Deutschland schon seit Jahren im Ruf, ihre Mitarbeiter schlecht zu behandeln und zu bezahlen. Inzwischen stehen auch andere Unternehmen des Einzelhandels im Verdacht, die Löhne ihrer Mitarbeiter mit fragwürdigen Methoden zu drücken.

So führte die Staatsanwaltschaft bei der Supermarktkette Kaufland Razzien durch, beschlagnahmte dabei umfangreiches Material, der Vorwurf: Der Konzern soll mit juristischen Kniffen die Löhne von Zeitarbeitern gedrückt haben.

Ein ähnliches Vorgehen haben wir bei Kaiser's in Berlin gefunden.
Direkt bei der Supermarktkette Angestellte bekommen als Aushilfen für das Einräumen von Regalen mindestens den Tariflohn von €10,84. Kaiser's beauftragt mit diesen Arbeiten zum Teil die Dienstleistungsfirma Rezent. Die Angestellten von Rezent machen in den Supermarktfilialen die gleiche Arbeit wie die bei Kaisers's angestellten Aushilfen. Nur bekommen sie mit € 6,50 Euro 40 % weniger. Allerdings betont Rezent, dass es auch individuelle Zulagen und Prämien gibt, zum Beispiel für Nachtarbeit.

Darüber hinaus hält ein Arbeitsrechtler die Arbeitsverträge der Firma Rezent in Teilen für rechtswidrig. So müssen die Aushilfen zum Beispiel unter bestimmten Bedingungen einen Teil ihrer Einarbeitungskosten an Rezent zurückzahlen.
Die Gewerkschaft ver.di fordert vom Arbeitsministerium, die Lohndrückerei gesetzlich zu unterbinden. Doch das Ministerium sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.

Beitrag von: Johannes Metzler / Thomas Förster

Dieser Text gibt den Sachstand vom 06.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Mehr Infos

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Mindestlöhne für Zeitarbeiter beschlossen. www.bmas.de

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_06_02_2012/niedriglohn_bei_kaisers.html

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