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Inline-Skaten ist ein Sport für fast alle Altersklassen. Um herauszufinden, ob einem diese Sportart zusagt, greifen viele zu preisgünstigen Skates. Mit dem SCC Charlottenburg haben wir drei Einsteiger-Modelle getestet.
Wer im Sommer keine Lust auf ein Fitness-Studio hat, sondern lieber im Freien etwas für seine Kondition tun will, für den könnte Inline-Skaten der richtige Sport sein.
Doch wieviel Geld sollte ein Anfänger für Skates ausgeben? Auf der Skaterstrecke des ehemaligen Tempelhofer Flughafens haben wir drei Einsteigermodelle einem Praxistest unterzogen:
1. "Inlineskate Damen RX-23" von Hudora, für 39,95 Euro bei Real erhältlich
2. Street Fighter Inline "Pro 1100", für 49,95 Euro bei Karstadt erhältlich
3. Damen-Skate, Modell "Athena", das Einsteigermodell vom Inliner-Spezialisten K2 für 109 Euro.
Unsere Tester, Jörn und Lisa Reinhold sowie Edda Mootz, skaten alle seit fünf bis sechs Jahren regelmäßig in ihrer Freizeit und sind mittlerweile auf schnellen Speed-Skates unterwegs. Sie wissen, worauf es bei guten Skates ankommt.
Fachlichen Rat holten wir uns bei André Unterdörfel: Er ist ehemaliger Eisschnellläufer und jetzt Skate-Trainer beim Sport-Club Charlottenburg.
Material und Verarbeitung
Der „Street Fighter“ von Karstadt hat eine stabile Metallschiene und Standard-Industriekugellager. Doch das Material des Schuhs ist zu weich; darin Halt zu finden, könnte schwierig werden, befürchtet unser Experte.
Der Hudora-Damenskate besitzt eine gute Aluschiene und ebenfalls Standard-Industriekugellager, doch der Schuh ist im Vorfuß zu hoch, so dass Damenfüße darin zuviel Spiel haben könnten.
Der Athena-Damenskate von K2 hat eine stabile Kunststoffschiene und bleibt ohne Beanstandung.
Bremstest
Alle drei Tester nehmen kurz Schwung und bremsen dann gleichzeitig mit den an den Skates befindlichen Stoppern ab.
Mit dem Hudora-Damenskate und dem Athena von K2 funktioniert das Bremsen tadellos.
Beim „Street Fighter“ ist nicht nur der Bremsweg erheblich länger, auch der Gummiabrieb des Stoppers ist enorm. Nach zwei bis drei Wochen müsste der vermutlich schon ausgetauscht werden: Bei Kosten zwischen sechs und zehn Euro für einen Ersatzstopper relativiert sich der günstige Anschaffungspreis der Skates daher schnell.
Leichtläufigkeit der Rollen
Unserer drei Tester sowie Experte André Unterdörfel lassen ihre Skates auf leicht abschüssiger Strecke langsam ausrollen.
Die Rollen des „Street Fighter“ sind mit 84 mm Durchmesser am größten. Die Rollen der Hudora-Damenskates besitzen nur einen Durchmesser von 76 mm, die von K2 78 mm.
Mit den Street Fightern sollte man also am längsten rollen können. Doch unser Tester mit den „Street Fightern“ kommt als erstes zum Stehen, vor den beiden Konkurrenten.
Mit den teuren Rollen des Trainers kann keiner der Tester mithalten. In der Preisklasse bis ca. 100 Euro muss man offenbar Abstriche bei der Qualität der Rollen machen.
Passform und Fahrkomfort
Wendig sind alle drei getesteten Paare. Ein Umfahren der Hütchen unseres Testparcours ist für keinen der Tester ein Problem. Im Ernstfall lässt sich also mit allen Skates schnell einem Hindernis ausweichen.
Doch auf freier Strecke knickt unser Tester mit den „Street Fightern“ nach innen weg. Was Experte André Unterdörfel schon vermutet hatte: das weiche Material des Schuhs gibt keinen Halt.
Knapp kann er das Abknicken vermeiden. Doch das ist anstrengend. Insgesamt muss unser Tester viel Kraft aufwenden, um mit den anderen mitzuhalten, wohl auch, weil die Rollen nicht die besten sind.
Auch unsere Testerin mit den Hudora-Damenskates hat zu wenig Halt im Schuh; sie knickt ebenfalls nach innen weg. Die Rollen erweisen sich als schwergängig, so dass auch sie Mühe hat, voranzukommen und schon nach einer Runde auf unserer Teststrecke sichtlich erledigt ist.
Nach zwei weiteren Runden hat sie Blasen an den Fußsohlen.
Nur beim Einsteigermodell von K2 gibt es in puncto Passform und Fahrkomfort keine Beanstandungen. Zwar sind die Rollen längst nicht so schnell wie die unseres Experten, aber mit dem „Athena“ lässt sich mühelos skaten.
Fazit unseres Praxistests
Um die 100 Euro sollten Anfänger für ein Paar Skates schon ausgeben, wenn sie Wert auf Spaß und Sicherheit legen.
Beitrag von: Gela Braun
Tipp
Wer sich unsicher ist, ob Skaten überhaupt der richtige Sport ist und die Investition von mindestens 100 Euro scheut, kann sich auch erst einmal ein Paar Skates leihen und zwei bis drei Wochen ausprobieren. Am besten im Fachhandel oder an den Skatestrecken in Berlin und Brandenburg nachfragen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_06_06_2011/was__testet__inlineskates.html