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Berlin hält bundesweit mit einer Arbeitslosenquote von 12,3% den traurigen Rekord. Obwohl sich die Stadt als Zentrum der Innovation und Existenzgründer sieht, gab es im Dezember 2011 mehr als 20.000 arbeitslose Akademiker. Trotz hoher Qualifikation finden sie keinen Job - wie zwei Akademikerinnen aus Berlin.
Franziska Henkel hat Sinologie, Afrikanistik und Politik studiert, ein Jahr in China und den USA verbracht und spricht fließend chinesich und englisch. Trotzdem hat sie zwei Jahre lang vergeblich versucht, in Wirtschaftsunternehmen, Ministerien oder internationalen Entwicklungsprojekten einen Job zu finden.
Mit 32 Jahren machte sie sich selbstständig und gründete einen so genannten Relocation-Service. Sie hilft Ausländern, die in Berlin arbeiten werden, bei der Wohnungssuche, erledigt Behördengänge und gibt praktische Tipps. Doch ist der Relocation-Service für sie nur eine Notlösung, leben kann sie davon noch nicht.
Sie möchte ihr Wissen anwenden, arbeiten und Geld verdienen. Professionelle Arbeitsvermittler meinen, sie habe alles, es fehle ihr nur ein bisschen Glück. Ist es wirklich nur das? Ein Personalmanager sagte ihr im Vertrauen, dass ledige Frauen mit Anfang dreißig es schwerer haben, weil die Familienplanung für sie irgendwann zum Thema wird.
Ihrer gleichaltrigen Freundin Cindy Lang ging es genauso. Sie hat Lebensmittelchemie studiert – und weil sie nach dem Diplom keine Arbeit fand, hat sie gleich noch ihre Promotion drangehängt. Trotzdem brauchte sie ein Jahr, um einen Job zu finden.
Ohne ihre Hartnäckigkeit und vielen Initiativbewerbungen hätte sie es nicht geschafft.
Beitrag von: Petra Cyrus
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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