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Mo 09.01.12 20:15

Solarbranche unter Druck

Brandenburg schmückt sich mit der Eröffnung immer neuer Solarparks. Und trotzdem hat mit Solon einer der größten regionalen Hersteller Insolvenz angemeldet. Wie kann das passieren – trotz millionenschwerer Förderung?

Zehn Solarkraftwerke gingen in unserer Region 2011 ans Netz. Lediglich bei zweien davon wurden ausschließlich deutsche Solarmodule verbaut.
Eine Entwicklung, die Solartechnikproduzenten wie der Glasmanufaktur Brandenburg GMB in Tschernitz das Leben schwer macht. Im ehemaligen Samsung-Bildschirmwerk produzieren 250 Menschen heute Spezialglas für Solarmodule. Die Unternehmensleitung sieht die Arbeitsplätze durch den harten Konkurrenzkampf mit asiatischen Produzenten in Gefahr. Vor allem wegen der harten Umweltauflagen bei der Produktion von Solartechnik, die für chinesiche Hersteller nicht gelten, sind die Preise der Lausitzer höher. Zusätzlicher Druck entsteht durch die Subventionen, die chinesische Unternehmen von ihrem Staat erhalten.

Der Preiskampf trifft die junge und mit hunderten Millionen Euro subventionierte Brandenburger Solarbranche in einer kritischen Phase. Alle Modulhersteller schreiben rote Zahlen. Firmenpleiten wären das Horrorszenario für Städte wie Frankfurt/ Oder, wo gleich drei wichtige Branchengrößen sitzen. Größter Wackelkandidat ist hier Conergy. Die Aktie ist am Boden. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 100 Stellen gestrichen, 250 Leiharbeiter vor die Tür gesetzt.

Dabei sind die Chancen auf dem Heimatmarkt auf den ersten Blick bestens: Wer Solarmodule ans Netz anschließt, bekommt garantierte Einspeisegebühren, egal ob Privatmann oder Unternehmen – die normalen Stromkunden bezahlen diese Umlage.

Doch das vermeintlich sichere Geschäft mit den Einspeisevergütungen hat den Markt für Solarmodule durcheinander gemacht. Weltweit schossen Fabriken aus dem Boden, die nun ums Überleben kämpfen. Die chinesische Konkurrenz wurde auch mit europäischen Fördermillionen unterstützt.

Laut Branchenexperten liegt die Zukunft der Brandenburger Solarindustrie eher in wissensintensiven und komplexen Solarprodukten, nicht in der reinen Herstellung. Die Politik setzt auf die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und stellt dafür erneut Fördermillionen in Aussicht. Ein Jobmotor wird die Solarindustrie nach Ansicht des Branchenanalysten Wolfgang Hummel so schnell nicht wieder sein.

Beitrag von: Carsten Beyer

Dieser Text gibt den Sachstand vom 09.01.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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Infos im WWW

Photovoltaik-Rechner

www.energieagentur.nrw.de

Vergütungsrechner Solartechnik

www.solartechnikberater.de

Glasmanufaktur Brandenburg

www.interfloat.com

Zentrum für Solarmarktforschung

zentrum-solarmarktforschung.de

Solarhybrid AG

www.solarhybrid.ag

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