Auffahrunfall - Grafik (Quelle: rbb)

- Mangelhafte Schadensabwicklung

Wer glaubt, mit seiner Autoversicherung gegen alle Unwägbarkeiten nach einem Unfall gerüstet zu sein, irrt oft. Denn Probleme gibt es meist nach unverschuldeten Unfällen. Oft macht die gegnerische Versicherung dem Geschädigten das Leben gründlich schwer.

Wenn es gekracht hat, muss oft ein Gutachter ran. Etwa bei jedem zweiten Autounfall sollen sie klären: Wie teuer ist der Blechschaden, und lohnt sich die Reparatur noch? 600 bis 800 Millionen Euro geben die Versicherungen jährlich allein für die Begutachtung von Autohaftpflichtschäden aus, schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Sachverständige müssen immer neutral sein

Ein Sachverständiger ist zur Neutralität verpflichtet. Denn kaputte Autos wecken ganz unterschiedliche Erwartungen, je nachdem, ob man Unfallgeschädigter oder Werkstattbesitzer ist - oder die Versicherung des Verursachers. Zahlen muss die Versicherung bei geklärter Schuldfrage in jedem Fall. Die Frage ist nur, wie viel und an wen. Und darauf kann das Ergebnis einen Einfluss haben, zu dem ein Kfz-Sachverständiger kommt.
Schrottauto hängend an Kranarm (Quelle: rbb)
Dabei geht es manchmal auch um die Frage: Kann ein Geschädigter sein Auto behalten und reparieren lassen, oder muss er es verwerten und sich mit der Differenz zum Wiederbeschaffungswert zufriedengeben? Laut GDV ist letzteres in nur jedem 10. Fall so. Das wären immer noch rund eine halbe Million Fälle pro Jahr. Der Bundesverband der Sachverständigen im Kraftfahrzeugwesen will hier aber eine steigende Tendenz beobachtet haben.

Hart umkämpfter Markt

Der Markt für Kfz-Haftpflichtversicherungen ist hart umkämpft. So hart, dass die Versicherungen kaum noch Geld mit Kfz-Haftpflichtpolicen verdienen: insgesamt 12,5 Milliarden Euro nahmen die Versicherungen 2011 an Beiträgen ein. Doch 12,4 Milliarden Euro mussten sie gleich wieder für Schadenersatzleistungen ausgeben, laut Statistischem Taschenbuch des GDV. Anders ausgedrückt: Von jedem eingenommenen Euro Versicherungsbeitrag bleibt den Unternehmen nach Abzug der Schadenersatzleistungen weniger als ein Cent übrig, um die eigenen Verwaltungskosten zu bestreiten.

 

Beitrag von: Frank Drescher