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Der Verband deutscher Schlüsseldienste geht immer wieder gegen Unternehmen vor, die mit einer 24 Stunden Bereitschaft werben. Wird nur ein nächtlicher Anruf nicht beantwortet, versucht er per einstweiliger Verfügung ein Werbeverbot für den entsprechenden Schlüsseldienst durchzusetzen.
Beim Streit um die 24-Stunden-Bereitschaft geht es um viel Geld. Die meisten Brandenburger und Berliner Schlüsseldienste berechnen zwischen 40 und 100 Euro für eine einfache Notöffnung am Tag. Mitgliedsunternehmen des Schlüsseldienstverbandes verlangen dagegen mindestens 220 Euro. Der Verband argumentiert, dass der Preis so hoch sein müsse, weil man nur damit damit einen dauerhaften 24-Stunden-Service leisten könne. Die örtlichen Schlüsseldienste in Brandenburg seien nur deshalb günstiger, weil sie gar keinen echten Notddienst anbieten.
Das wirft der Verband auch der Firma Herold Sicherheitsanlagen in Strausberg vor. Im August vergangenen Jahres riefen Mitarbeiter des Verbandes eine Woche lang jede Nacht mehrfach bei ihm an, um zu testen, ob er erreichbar sei. Kurze Zeit später bekam Herold die Aufforderung vom Anwalt des Schlüsseldienstverbandes, seine 24-Stunden-Werbung sofort zu unterlassen. Als Beweis legte der Verband ein Telefonprotokoll vor, nachdem Herold mehrfach nicht erreichbar gewesen sei. Der Strausberger Schlüsseldienstunternehmer wehrt sich. Sein Anwalt will nun Gegenklage gegen den Verband einreichen. Er hält die Preise des Verbandes für sittenwidrig und stützt sich dabei auf verschiedene Gerichtsurteile.
Beitrag von: Stephanie Wätjen
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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