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Im Frühjahr grassierte in Deutschland die EHEC-Welle. Frisches Gemüse wurde tonnenweise vernichtet. Zahlreiche Menschen erkrankten ernsthaft, manche starben an den Folgen der Infektion. Wer kommt für den Schaden auf? Bisher gingen Patienten und mancher Gemüseproduzent leer aus.
Genau ein halbes Jahr ist es her, da hat die EHEC-Epidemie Deutschland in Atem gehalten. Fast 4.000 Menschen erkrankten infolge der Infektion mit dem lebensgefährlichen Darmkeim, 53 Patienten starben. Und der Auslöser der Epidemie blieb lange Zeit ein Rätsel. Das Krisenmanagement wirkte chaotisch. Schnell wurde vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Salat gewarnt. Inzwischen steht fest: Auslöser der Krankheit waren Sprossen. Der verseuchte Samen soll aus Ägypten gestammt haben.
Für viele Verbraucher war die EHEC-Krise ein Lebensmittelskandal wie jeder andere. Für einige Wochen ist die Aufregung groß, aber dann wird das Ganze auch wieder schnell vergessen. Wer redet noch von Dioxin-verseuchten Eiern oder Gammelfleisch?
Für die direkt Betroffenen ist die EHEC-Krise aber noch lange nicht vorbei. Einige Patienten leiden bis heute an den Folgen der Erkrankung. Viele mussten wochenlang im Krankenhaus bleiben, sind bis heute nicht arbeitsfähig. Doch Anspruch auf Schadenersatz haben sie nicht.
Auch für die Obst- und Gemüsebauern ist die EHEC-Krise noch nicht vergessen. Sie mussten tausende Tonnen Ware vernichten. Der Umsatz brach ein, und die Marktpreise haben sich bis heute nicht erholt. Zwar hat die Europäische Union 226 Millionen Euro für Entschädigungszahlungen bereitgestellt, doch deutsche Landwirte haben davon nur 16 Millionen erhalten, obwohl der Bauernverband die entstandenen Schäden mit 75 Millionen Euro beziffert. Und viele Produzenten sind komplett leer ausgegangen, weil die Entschädigung nur für einige Gemüsesorten gezahlt wurde.
Beitrag von: Andreas Vogtmeier
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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