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Das Gesellschaftshaus Grünau und die Riviera waren seit den 1920er Jahren Tanzlokale im Südosten Berlins. Vor Jahren wurden sie verkauft - und verfallen seitdem. Nicht weit entfernt widerfährt dem Müggelturm ein ähnliches Schicksal und man fragt sich: wer prüft eigentlich die Investoren?
Laut Baustadtrat Rainer Hölmer stehen der Müggelturm und die Ausflugslokale Riviera und Gesellschaftshaus Grünau ganz oben auf der Prioritätenliste. Denn diese Gebäude mit viel Tradition verfallen seit vielen Jahren.

Gesellschaftshaus Grünau und Riviera
2006 erstand eine türkische Geschäftsfrau aus Ankara die Immobilie weit unter dem Verkehrswert. Ihr Bruder, der in Potsdam wohnt, soll sich um das Grundstück kümmern. Man wollte ein Kongresshotel mit Restaurant bauen, unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Ballsäle beider Häuser. Doch getan hat sich sechseinhalb Jahre lang nichts. Stattdessen hat die Eigentümerin ihre Pläne nochmals geändert und will das Gelände nun mit Luxuswohnungen zubauen. Das würde das Aus für die traditionellen Ausflugsgaststätten bedeuten. Der Bezirk hat jetzt ein sogenanntes Sicherungsverfahren eingeleitet, um den Verfall der Denkmäler zu stoppen.

Müggelturm
2007 kaufte der Krefelder Unternehmer Marc Förste das Areal dann für 25.000 Euro. Er versprach, ein „Eventzentrum Müggelturm“ zu bauen. Doch auch hier ist nichts passiert. Der Aussichtsturm inmitten der Müggelberge vergammelt und verfällt.
Rückabwicklung möglich
Im Gegensatz zum Vertrag, den die Treuhandliegenschaft Immobilien GmbH (TLG) mit der türkischen Geschäftsfrau aus Ankara zum Kauf von Gesellschaftshaus Grünau und Riviera geschlossen hat, kann der Grundstückskaufvertrag des Berliner Liegenschaftsfonds rückabgewickelt werden, wenn der Käufer die Auflagen nicht erfüllt. Und so entschied im September 2012 das Landgericht Krefeld, dass der Vertrag mit Marc Förste rückgängig gemacht wird. Förste muss das Objekt zurückgeben. Er ist in Berufung gegangen. Ehe das Oberlandesgericht nicht entscheidet, kann auch der neue Investor, der Köpenicker Unternehmer Matthias Große, seine Pläne nicht verwirklichen. Das Konzept, das er vorgelegt hat, wird vom Bezirk allseits begrüßt und schürt die Hoffnung, dass der Turm samt Ausflugslokal doch noch zu retten ist.
Beitrag von: Petra Cyrus


