Investoren-Ruine (Quelle: rbb)

- Investoren-Ruinen

Das Gesellschaftshaus Grünau und die Riviera waren seit den 1920er Jahren Tanzlokale im Südosten Berlins. Vor Jahren wurden sie verkauft - und verfallen seitdem. Nicht weit entfernt widerfährt dem Müggelturm ein ähnliches Schicksal und man fragt sich: wer prüft eigentlich die Investoren?

Der Stadtbezirk Treptow-Köpenick ist nicht nur der größte, grünste und wasserreichste Bezirk Berlins. Er hat auch 4000 Denkmale, um die er sich kümmern muss.
Laut Baustadtrat Rainer Hölmer stehen der Müggelturm und die Ausflugslokale Riviera und Gesellschaftshaus Grünau ganz oben auf der Prioritätenliste. Denn diese Gebäude mit viel Tradition verfallen seit vielen Jahren.

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iheartherzton.blogspot.de - Riviera

Bilder Riviera früher und heute sowie Geschichtliches

berlin-gruenau-info.blogspot.de - Geschichte Berlin-Grünau

Gesellschaftshaus Grünau und Riviera (Quelle: rbb)

Gesellschaftshaus Grünau und Riviera

Bereits 1991 hat die Treuhandliegenschaft Immobilien GmbH das 10.000 qm² große Grundstück übernommen und versucht seither, es zu verkaufen.
2006 erstand eine türkische Geschäftsfrau aus Ankara die Immobilie weit unter dem Verkehrswert. Ihr Bruder, der in Potsdam wohnt, soll sich um das Grundstück kümmern. Man wollte ein Kongresshotel mit Restaurant bauen, unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Ballsäle beider Häuser. Doch getan hat sich sechseinhalb Jahre lang nichts. Stattdessen hat die Eigentümerin ihre Pläne nochmals geändert und will das Gelände nun mit Luxuswohnungen zubauen. Das würde das Aus für die traditionellen Ausflugsgaststätten bedeuten. Der Bezirk hat jetzt ein sogenanntes Sicherungsverfahren eingeleitet, um den Verfall der Denkmäler zu stoppen.
Seit Jahren verfolgt auch der Ortsverein Grünau die Entwicklung von Riviera und Gesellschaftshaus mit Sorge. Er kämpft mit Unterschriftensammlungen und Eingaben für den Erhalt der Häuser und den öffentlichen Zugang des Uferstreifens, und gegen den Bau von Luxuswohnungen.
Müggelturm (Quelle: rbb)

Müggelturm

Um den Müggelturm, ein bekanntes Wahrzeichen Köpenicks, ist es genauso schlecht bestellt. Er steht seit 1995 unter Denkmalschutz, 1996 wurde er mit EU-Mitteln saniert. Seit 2002 haben sich einige Investoren dafür interessiert, sind aber immer wieder abgesprungen.
2007 kaufte der Krefelder Unternehmer Marc Förste das Areal dann für 25.000 Euro. Er versprach, ein „Eventzentrum Müggelturm“ zu bauen. Doch auch hier ist nichts passiert. Der Aussichtsturm inmitten der Müggelberge vergammelt und verfällt.

Rückabwicklung möglich

Im Gegensatz zum Vertrag, den die Treuhandliegenschaft Immobilien GmbH (TLG) mit der türkischen Geschäftsfrau aus Ankara zum Kauf von Gesellschaftshaus Grünau und Riviera geschlossen hat, kann der Grundstückskaufvertrag des Berliner Liegenschaftsfonds rückabgewickelt werden, wenn der Käufer die Auflagen nicht erfüllt. Und so entschied im September 2012 das Landgericht Krefeld, dass der Vertrag mit Marc Förste rückgängig gemacht wird. Förste muss das Objekt zurückgeben. Er ist in Berufung gegangen. Ehe das Oberlandesgericht nicht entscheidet, kann auch der neue Investor, der Köpenicker Unternehmer Matthias Große, seine Pläne nicht verwirklichen. Das Konzept, das er vorgelegt hat, wird vom Bezirk allseits begrüßt und schürt die Hoffnung, dass der Turm samt Ausflugslokal doch noch zu retten ist.

 

Beitrag von: Petra Cyrus