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"Der professionelle Internetauftritt für den Mittelstand" – mit diesem Slogan wirbt die Firma Euroweb und besucht Kleinunternehmer auch gerne mal in deren Büroräumen. Unterschriebe man den Vertrag sofort, spare man als so genannter Referenzkunde erheblich Geld. Später folgt dann jedoch das böse Erwachen.
Das Internet bietet viele Vorteile, das hat sich auch bei Gewerbetreibenden herumgesprochen. Viele Kleinunternehmer trauen sich aber die Einrichtung und den Betrieb einer eigenen Hompage nicht zu. Da kommt eine Firma gerade recht, die diesen Service anbietet, - und das auch noch zum Schnäppchenpreis. Doch Vorsicht: Anders als Privatpersonen haben Unternehmer kein Widerrufsrecht. Wenn die Konditionen des Vertrages nicht stimmen, kann man böse Überraschungen erleben.
So erging es dem Porzellandesigner Hendrik Schink in Rheinsberg. Als ihn im Dezember 2008 ein Vertreter der Firma Euroweb aufsucht, ist er erstmal begeistert. Denn dieser verspricht ihm, als „Referenzkunde“ könnte er seine Internetpräsenz zum Zehntel des üblichen Preises bekommen. Lediglich € 2.000 würde ihn die Homepage kosten.
Einziger Wermutstropfen: Er müsse den Vertrag sofort unterschreiben. Das macht er. Erst im Nachhinein schaut er sich den Vertrag genauer an: die Gesamtkosten betragen plötzlich rund € 7.400, also drei- bis viermal so viel wie vereinbart.
Weder auf telefonische noch persönliche Nachfragen wird Hendrik Schink aus dem Vertrag entlassen. Stattdessen bietet ihm Euroweb nach Monaten einen Vergleich an: € 3.100 soll er „nur noch“ zahlen müssen. Diesen Vergleich lehnt er ab und verliert einen ersten Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf, weil er nicht nachweisen kann, dass der Vertreter ihm etwas anderes versprochen hat als im Vertrag steht. Erst in der Berufung erlebt er Anfang 2012 eine positive Überraschung: Die Vertreter von Euroweb waren nicht vor Gericht erschienen, deshalb entschieden die Richter für ihn. Warum der selbst ernannte Marktführer aus Düsseldorf plötzlich aufgibt, bleibt im Dunkeln. Auf Anfragen der was!-Redaktion hat Euroweb nicht reagiert.
Kein Einzelfall
Diese Praktiken kennt auch Thorsten Romacker aus Meine in Niedersachsen. Der Tierarzt unterschrieb im Jahr 2007 einen Vertrag bei Euroweb. Ihm gelang es jedoch, sich aus dem Vertrag mit Euroweb herauszuklagen. In der Folgezeit sucht er Kontakt zu anderen Betroffenen wie Hendrik Schink und organisiert ein Netz aus kompetenten Anwälten.
Beitrag von: Torsten Uhde
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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