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Auf vielen Produkten findet sich ein Siegel "von Experten empfohlen". Wer sind diese Experten? Wir fragen nach.
Die Molkerei Müller schreibt auf ihren "Milchreis Zucker-Zimt": "Von Ernährungsexperten empfohlen als wertvolle Zwischenmahlzeit
Prof. Ulrike Arens-Azevedo ist Ernährungswissenschaftlerin und als solche auch Ernährungsexpertin - und sie ist ganz anderer Meinung: "Die Eignung als Zwischenmahlzeit ist bei dem Milchreis eher nicht gegeben, weil die Ernährungsexperten als Zwischenmahlzeit Obst und Gemüse und Vollkornprodukte empfehlen. Dieses Produkt ist eher ein Dessert."
Wir fragen bei Müller, welche Experten diese Empfehlung ausgesprochen haben. Doch das Unternehmen äußert sich dazu nicht. Dies irritiert auch Peter Brammen von der Wettbewerbszentrale: "Also, wenn ich das hier so sehe auf der Verpackung, dann würde ich davon ausgehen, dass dieses Siegel von Experten verliehen wurde, die außerhalb des Unternehmens stehen", meint er. "Und dann ist die Frage: Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Stimmt es nicht, ist es irreführend." So eine Empfehlung, wie sie Müller beim Milchreis verwendet, ist also wertlos.
Klare gesetzliche Regelungen für die Verwendung von Experten-Empfehlungen gibt es nicht. Peter Brammen von Wettbewerbszentrale erklärt: "Eine Zahl von Experten ist nirgendwo festgelegt. Es ist immer eine Einzelfallbetrachtung." Ein oder zwei Experten bei einem bundesweit vertriebenen Lebensmittel scheinen ihm zu wenig zu sein. Die Firmen Beiersdorf und Braun entsprechen diesen Vorgaben, wenn sie je 200 Haut- bzw. Zahnärzte gefragt haben. Doch denen ist es eigentlich verboten, für Produkte zu werben. "Wenn auf Cremes die Aussage steht: Von Dermatologen empfohlen, dann ist das eine berufsrechtlich und werberechtlich bedenkliche Aussage. Die dürfte nicht auf der Verpackung stehen", so Brammen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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