Grafik Stromanbieter (Quelle: rbb)

- Stromtarife – billiger durch Wettbewerb?

Seit gut 15 Jahren können Kunden den für sie günstigsten Stromanbieter frei wählen. Doch nicht nur das Beispiel der Berliner Firma Flexstrom zeigt, dass solche Geschäftsmodelle riskant sind und Kunden vor allem mit Einmaleffekten gewonnen werden.

Stimmt das Wechselmantra noch?

Wechseln ist ein Klacks mit TelDaFax. Rudi Völler war nicht der einzige der für einen Wechsel des Stromanbieters warb. Verbraucherschützer, Wirtschaftsforscher und Politiker werden seit Jahren nicht müde, uns zum Wechseln des Anbieters aufzurufen. Vor dem Hintergrund eines Strompreises, der sich seit 2000 verdoppelt hat, ist das auch nachvollziehbar.

Allein 1.200.000 Kunden wechselten zu einem der beiden Pleiteunternehmen TelDaFax oder Flexstrom. Viele von ihnen haben Geld verloren, weil sie Tarife mit Vorkasse wählten. Nahezu 100 Prozent dieses Geldes ist nach einer Insolvenz weg.

Schlechte Erfahrung hält vom Anbieterwechsel ab

Inzwischen haben immer mehr Verbraucher Angst, an einen unseriösen Anbieter zu geraten und wechseln deshalb nicht. Verbraucherschützer meinen die Aufsichtbehörden greifen bei unseriösen Anbietern zu spät ein. Dadurch bleibt auch das Misstrauen der Kunden in einen Wechsel.

Bei der Firma Care Energy hat die Behörde jedoch schnell reagiert. Dieser neue Anbieter wirbt mit sehr günstigen Preisen Das Unternehmen bietet die Kilowattstunde für 19,9 Cent an. Experten raten aber zur Vorsicht: Das Geschäftsmodell und der Preis seien nicht nachvollziehbar. Inzwischen hat auch die Bundesnetzagentur ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Beitrag von: Thomas Förster