Fans im Stadion protestieren (Quelle: rbb)

- Umstrittene Ticket-Börse

Sind die Karten für begehrte Konzerte oder Fußballspiele beim Veranstalter schon weg, kann man über Viagogo oft noch Tickets bekommen. Denn der Anbieter handelt mit zurückgegebenen Karten. Doch dafür erhebt er 25 Prozent Gebühren.

Ausverkauft gibt's nicht! Das behauptet die Ticketbörse Viagogo. Und in der Tat finden sich auf der Internetplattform für jede, noch so heiß begehrte Veranstaltung Eintrittskarten - egal ob Pop-Konzert, DFB-Pokalfinale oder sogar für das Endspiel der Champions League.

Screenshot aus Online-Auktion

Enorme Preisaufschläge

Die aufgerufenen Preise sind allerdings enorm. Aufschläge von 400 Prozent sind keine Seltenheit. Und für die Käufer stellt sich Frage: Ist das Ganze legal? Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs ist der private Weiterverkauft von Tickets erlaubt. Der gewerbliche Verkauf ist aber verboten. Wo verläuft da die Grenze? Und was ist, wenn die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters eine Weitergabe einschränken.

Umstrittenes Internetportal Viagogo

Eines ist klar: Das Internetportal Viagogo ist umstritten. Für viele ist es eine Art „legalisierter Schwarzmarkt“, andere sehen in der Ticketbörse die einzige Chance in ausverkaufte Veranstaltungen zu kommen. Viagogo selbst sagt von sich, es betreibe keinen gewerblichen Handel mit Tickets, sondern stelle nur die Plattform für private Verkäufer zur Verfügung. Aber Kritiker zweifeln daran. Einerseits nimmt Viagogo hohe Gebühren (10 Prozent vom Verkäufer, 15 Prozent vom Verkäufer), andererseits gibt es Berichte, dass Viagogo zumindest in der Vergangenheit selbst Karten aufgekauft und teurer weitergegeben hat. Vor allem für Fußballfans ist die Ticketbörse inzwischen ein rotes Tuch, weil sie die Preise für ausverkaufte Spiele in astronomische Höhen treibt.

 

Beitrag von: Andreas Vogtmeier