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Frisches Kapital aufzutreiben, ist in Startup-Unternehmen oft ein Problem, da die zwar einerseits viele Kosten haben, die Gewinne aber auf sich warten lassen. Oft wollen potentielle Investoren für ihr Geld Stimmrechte in den Firmen, oder diese sogar übernehmen.
Berlin erlebt einen Startup-Hype. Einige erblicken in der hier entstehenden IT-Branche ein europäisches Silicon Valley, andere sprechen zumindest von einer „Silicon Allee“. Und tatsächlich: Laut einer Analyse der Investitionsbank Berlin wird in der Hauptstadt alle 20 Stunden ein neues Startup gegründet. Doch der Alltag in der sogenannten Industrie 4.0 kann recht rau sein, denn die jungen Unternehmer müssen ständig Ausschau halten nach neuen Investoren, die ihr Überleben sichern.
Zwei Startup-Gründer auf Investorensuche
Linh Nguyen hat das Startup „Kisura“ gegründet. Seit Mai können sich Frauen bei der Internetfirma in Mode und Stilfragen beraten lassen und die Kleider anschließend kaufen. Jetzt braucht die 27-jährige Gründerin einen hohen sechsstelligen Investitionsbetrag, um die Firma nach vorne zu bringen. Auch „Kirondo“ plagen Geldsorgen. Das Internetportal handelt mit gebrauchter Kinderkleidung, vor zehn Tagen erst startete der Verkauf. Der 27-jährige Geschäftsführer Christopher Deckert muss einen sechsstelligen Betrag auftreiben, um die Existenz des 14-köpfigen Teams zu sichern.
Wir begleiten die beiden Gründer auf ihrer Suche nach Investoren bei der „Spätschicht“ – einer Netzwerkbörse, die frische Ideen und das große Geld zusammenbringt. Hat man früher ein Unternehmen gegründet, ist der Gang zur Bank der normale Weg gewesen. Die Generation Startup hingegen muss lernen, den Kapitalgebern ihr Geschäftsmodell zum Beispiel beim „speed networking" in drei Minuten zu erklären.
Zwischen Euphorie und Ernüchterung - Bilanz nach acht Wochen
Was hat sich aus den Gesprächen ergeben, haben die Jungunternehmer den optimalen Investor gefunden? Acht Wochen später ist bei einem Startup Ernüchternung eingekehrt, das Geschäft kann zwar weitergehen, doch die Zukunft bleibt ungewiss. Beim anderen Startup herrscht hingegen Euphorie, ein internationaler Investor hat eine hohe Geldsumme in die Firma gesteckt.
Was beide eint, ist der Glaube an die Idee und die Vision mit seinem Geschäftsmodell irgendwann den Marktdurchbruch zu schaffen. Diese braucht man wohl in der Branche, denn die Chancen auf dem Markt zu bestehen sind gering: Laut einer Untersuchung des US-amerikanischen Forschungsvorhabens „Startup Genome Project“ sind 11 von 12 Startups zum Scheitern verurteilt.
Beitrag von: Katharina Zabrzynski







