Der Vattenfall-Schriftzug und Modell eines Mitarbeiters an einem Vattenfall-Gebäude (Quelle: dpa/Paul Zinken)

Treffen von Vorstand und Betriebsrat - Zukunft von Vattenfall Deutschland ist weiter unklar

Das Rätselraten um Vattenfall geht weiter. Trotz eines noch härteren Sparkurses soll es wohl bei den Stellenstreichungen bleiben, die im März angekündigt worden waren. Dies würde den Wegfall von 1500 Arbeitsplätzen bedeuten. Wie stark sich die Schweden noch in der Lausitz engagieren wollen, bleibt weiter offen.

Die Folgen, die der Vattenfall-Sparkurs für die Angestellten in Deutschland haben wird, sind weiter unklar. Bei einem Treffen des Vattenfall-Vorstandes mit dem Konzernbetriebsrat am Donnerstag habe das Management nichts von einem zusätzlichen Stellenabbau gesagt, berichtete der Verdi-Gewerkschaftssekretär für Energie, Hartwig Willert, am Freitag in Berlin.

Vor allen in der Verwaltung sollen Stellen wegfallen

Klar sei mittlerweile, dass die 1500 Arbeitsplätze, deren Wegfall bis Ende 2014 im März angekündigt wurde, vor allem bei Verwaltung und Service in Hamburg, Berlin und Cottbus wegfallen sollen. Die Tochter Vattenfall Europe Business Services GmbH habe eine sogenannte Betriebsänderung angezeigt, sagte Willert. Dieser Schritt ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn Betriebe stillgelegt oder grundlegende Änderungen der Betriebsorganisation vorgenommen werden.

Der schwedische Staatskonzern hatte am Dienstag angekündigt, sein Sparprogramm zu verschärfen. Rund 3,4 Milliarden Euro wurden auf weniger rentable Kraftwerke und andere Vermögenswerte abgeschrieben.

Zudem will sich Vattenfall Anfang 2014 in die beiden regionalen Einheiten Skandinavien und Kontinentaleuropa/Großbritannien aufspalten. Damit werde ein Verkauf von Unternehmensteilen möglich gemacht, hieß es. Vattenfall ließ aber offen, ob dies angestrebt werde.

Unterschiedliche Interessen von Gewerkschaften und Umweltschützern

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie befürchtet einen Verkauf des Braunkohletagebaus und der Kraftwerke in der Lausitz. Auch die Grünen sind dagegen. Vattenfall stehe in der Pflicht, einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohleproduktion in Brandenburg herbeizuführen, argumentiert die Partei.

Greenpeace demonstrierte am Freitag in Berlin und Brandenburg für einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung. Nach Angaben der Umweltorganisation wurden dazu Schriftzüge auf drei Gebäude projiziert: "Vattenfall geht. Raus aus der Braunkohle, Herr Platzeck!", hieß es auf dem Kraftwerk Jänschwalde und der Potsdamer Staatskanzlei. Auf dem Leuchtspruch, der auf der Vattenfall-Konzernzentrale in Berlin zu lesen war, fehlte die Anrede des Ministerpräsidenten von Brandenburg.