
Neustart der Produktion geplant - US-Investor übernimmt Teile von Conergy
Zwei Wochen nach der Insolvenzanmeldung hat das Solarunternehmen Conergy einen Käufer für einen Teil seiner Geschäfte vorgestellt. Der US-Finanzinvestor Kawa wolle die Vertriebs- und Servicegesellschaften des Konzerns übernehmen, teilte Conergy am Freitag mit.
An den beiden Produktionsstandorten in Brandenburg, in Rangsdorf (Teltow-Fläming) und Frankfurt (Oder), hat Kawa allerdings kein Interesse. In der Oderstadt wird dennoch gehofft, dass das Werk mit seinen rund 320 Mitarbeitern eine Zukunft hat.
Zunächst ist die Produktion bis Ende September gesichert. Harald Frick, Betriebsratsvorsitzender der Conergy Solarmodule GmbH - Co. KG, sagte: "Die Stimmung ist verhalten optimistisch." Peter Ernsdorf von der IG Metall Ostbrandenburg ergänzte: "Es sind Aufträge bis Oktober da." Die Beschäftigten erhalten bis dahin Insolvenzgeld.
Nach Angaben des Unternehmens wird die Produktion in Frankfurt am Montag wieder aufgenommen. Dann würden auch Module an Kunden ausgeliefert. "Wir freuen uns sehr, dass wir heute dieses positive Signal an Mitarbeiter und Kunden senden können", erklärte Geschäftsführer Sven K. Starke in einer Mitteilung.

IG Metall: Immerhin geht es weiter
Nach Angaben von Conergy wurde nun mit Kawa eine Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach werde der US-Finanzinvestor die globalen Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie die Marke "Conergy" übernehmen. Der Kaufvertrag soll in der zweiten Augusthälfte unterschriftsreif sein.
Ein Sprecher der IG Metall Ostbrandenburg sprach von "Licht am Ende des Tunnels". Die Botschaft sei immerhin eine Option, dass es mit dem Unternehmen zunächst weitergehe, sagte er.
Der Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder), Christian F. Hirsch, erklärte: "Diese Meldung ist ein gutes Zeichen für die Mitarbeiter, deren Familien und die gesamte Region."
Insolvenzverwalter zeigt sich optimistisch
Für den Gestellhersteller Mounting Systems mit 200 Beschäftigten in Rangsdorf gebe es bereits erfolgversprechende Gespräche mit möglichen Investoren, hieß es. Die Produktion sei sehr gut ausgelastet.
Auch für die Modulfertigung in Frankfurt versprach Undritz eine zeitnahe Lösung. Dort erhalten die Beschäftigten ihren Lohn derzeit über das Insolvenzgeld. Wegen des heftigen Preisverfalls war die Modulproduktion bei Conergy zuletzt eines der großen Sorgenkinder.
Experten bezweifeln jedoch, dass Undritz für das Modulwerk einen Käufer finden wird. Auch der Autozulieferer Bosch hat große Probleme, sich von seinem Solargeschäft zu trennen, das er vor vor wenigen Jahren zugekauft hatte. Branchenkreisen zufolge heißt es angeblich, mögliche Investoren hätten sogar schon gefragt, wie viel Geld man für die Übernahme von Produktionsanlagen mitbekomme.

Kawa ist ein Vermögensverwalter aus Florida
Zudem gab es unerwartete Verzögerungen bei einem Großprojekt, weshalb zwei Tochtergesellschaften zahlungsunfähig wurden. Damit entfiel nach Einschätzung des Unternehmens die positive Fortführungsprognose für den Konzern.
Der US-Investor Kawa Capital Management Inc (Miami/Florida) ist ein kleiner Vermögensverwalter aus Florida. Er verwaltet ein Volumen von über 500 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen will Kundengelder unter anderem in Solarprojekte investieren. Für den Bau dieser Anlagen holt es sich nun Conergy ins Haus.

