Conergy Solar Module GmbH in Frankfurt (Oder) (Bild: dpa)

Trotz Insolvenzantrag - Maschinen bei Conergy in Frankfurt (Oder) laufen wieder

Nach zwei Wochen Stillstand ist beim insolventen Solarmodulhersteller Conergy in Frankfurt (Oder) die Produktion wieder angelaufen. Die Zukunft des Werks ist aber weiterhin unklar.

Trotz Insolvensantrag ist die Produktion beim Solarmodulhersteller Conergy in Frankfurt (Oder) nach etwa zwei Wochen Stillstand am Montag vorerst wieder angelaufen. Das teilte das Unternehmen am Montagmorgen mit.

"Es ist gut, dass es weitergeht", hatte ein Sprecher des Betriebsrates am Sonntag gesagt. Wegen der unklaren Zukunft sei die Stimmung bei der Belegschaft ein bisschen gedrückt.

In der Oderstadt ist die Produktion nun zunächst bis Ende September gesichert. Solange erhalten die Mitarbeiter Insolvenzgeld, wie der Sprecher des Betriebsrates der Conergy Solarmodule GmbH - Co. KG erläuterte. "Bis dahin muss etwas passieren."

Am Freitag hatte die Conergy AG (Hamburg) mit dem US-Finanzinvestor Kawa einen Käufer vorgestellt, doch will dieser die beiden Conergy-Produktionsstätten in Brandenburg - Rangsdorf (Teltow-Fläming) und Frankfurt (Oder) nicht haben. Der Investor will nur die Vertriebs- und Servicegesellschaften des Konzerns übernehmen. Der Kaufvertrag soll in der zweiten Augusthälfte unterschriftsreif sein.

Arbeiter bei Conergy (Quelle: dpa)
Unter den Mitarbeitern herrscht nach dem Insolvenzantrag Unsicherheit.

Käufer für Conergy-Töchter in Brandenburg gesucht

Für die beiden zahlungsunfähigen Produktionstöchter in Brandenburg sucht der vorläufige Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz nun nach Lösungen. Er gab sich zuversichtlich. Für den Gestellhersteller Mounting Systems mit 200 Beschäftigten in Rangsdorf gebe es bereits erfolgversprechende Gespräche mit möglichen Investoren, hieß es am Freitag. Die Produktion sei sehr gut ausgelastet. Auch für die Modulfertigung in Frankfurt versprach Undritz eine zeitnahe Lösung.

Experten bezweifeln jedoch, dass Undritz für das Modulwerk einen Käufer finden wird. Auch der Autozulieferer Bosch hat große Probleme, sich von seinem Solargeschäft zu trennen, das er vor vor wenigen Jahren zugekauft hatte. Branchenkreisen zufolge heißt es angeblich, mögliche Investoren hätten sogar schon gefragt, wie viel Geld man für die Übernahme von Produktionsanlagen mitbekomme.

Conergy hatte wegen Überschuldung Anfang des Monats einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Im Frankfurter Werk war daraufhin die Produktion vorläufig eingestellt worden, da es rechtliche Fragen zu klären galt. In Rangsdorf liefen die Bänder weiter.

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